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21. März 2011, 08:47 Uhr

Militärschlag gegen Libyen

Alliierte nehmen Gaddafis Residenz unter Feuer

Ein libyscher Regierungssprecher sprach von einem "barbarischen Angriff" der Alliierten: Eine Cruise Missile hat in Tripolis ein Gebäude in der Residenz von Muammar al-Gaddafi zerstört. War es der geheime Kommandoraum des Despoten?

Tripolis - Der Marschflugkörper richtete auf Gaddafis Stützpunkt Bab al-Asisija in der Hauptstadt Tripolis schwere Schäden ein. Die von den Alliierten am Sonntag Abend abgefeuerte Cruise Missile schlug in ein großes Verwaltungshaus in der Residenz des libyschen Diktators ein. Die Hälfte des runden, dreigeschossigen Gebäudes sei zerstört worden, berichtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur Associated Press, der von der libyschen Regierung auf das Gelände geführt wurde.

Splitter der Rakete waren auf dem ganzen Gelände verstreut. Über Opfer des Angriffs ist nichts bekannt. Es gebe keine Anzeichen für zivile Opfer in den angegriffenen Gebieten, sagte Admiral William Gortney vom US-Verteidigungsministerium.

Rund 300 Gaddafi-Anhänger sollen während der Attacke in dem Camp gewesen sein, das nach Angaben des TV-Senders CNN als militärisches Kommandozentrum dient und deshalb Ziel des Angriffs war. Kasernen und Luftabwehrbatterien sollen auf dem Gelände untergebracht sein.

Das getroffene Gebäude liegt rund 50 Meter von dem Zelt entfernt, in dem Gaddafi häufig seine offiziellen Besucher empfängt. Wo der Despot sich zum Zeitpunkt des Angriffs aufgehalten hat, ist unklar.

Ein libyscher Regierungssprecher, Mussa Ibrahim, sprach von einer "barbarischen Bombardierung, die Hunderte Zivilisten hätte treffen können". Es gebe "Widersprüche" bei den Ansagen des Westens. Die USA und Großbritanniens hätten zugesagt, den Komplex nicht anzugreifen.

Gaddafi selbst sei nicht Ziel der Angriffe der Alliierten, stellte das Pentagon klar. "Er steht nicht auf der Zielliste", sagte Admiral Gortney. Auch US-Verteidigungsminister Robert Gates erklärte, ein gezielter Militärangriff auf Gaddafi sei unklug. Es sei wichtig, sich an das Mandat des Uno-Sicherheitsrates zu halten, das den Schutz von Zivilisten vor Angriffen der Regierungstruppen vorsehe. "Wenn wir anfangen, zusätzliche Ziele hinzuzufügen, wird das Probleme geben."

Gates sagte zudem, die USA strebten die baldige Abgabe ihrer Führungsrolle bei dem Einsatz an. Dem Pentagon zufolge wurde bei den Luftangriffen die libysche Flugabwehr "stark geschädigt". London und Washington bezeichneten die Angriffe auf Ziele in Libyen als erfolgreich.

Die alliierten Streitkräfte starteten in der Nacht zum Montag die zweite Welle von Luftangriffen. Ein britisches Unterseeboot feuerte dabei nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London erneut "Tomahawk"-Marschflugkörper ab.

als/AFP/Reuters/dpa

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