Militärschlag gegen Libyen Alliierte nehmen Gaddafis Residenz unter Feuer

Ein libyscher Regierungssprecher sprach von einem "barbarischen Angriff" der Alliierten: Eine Cruise Missile hat in Tripolis ein Gebäude in der Residenz von Muammar al-Gaddafi zerstört. War es der geheime Kommandoraum des Despoten?


Tripolis - Der Marschflugkörper richtete auf Gaddafis Stützpunkt Bab al-Asisija in der Hauptstadt Tripolis schwere Schäden ein. Die von den Alliierten am Sonntag Abend abgefeuerte Cruise Missile schlug in ein großes Verwaltungshaus in der Residenz des libyschen Diktators ein. Die Hälfte des runden, dreigeschossigen Gebäudes sei zerstört worden, berichtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur Associated Press, der von der libyschen Regierung auf das Gelände geführt wurde.

Splitter der Rakete waren auf dem ganzen Gelände verstreut. Über Opfer des Angriffs ist nichts bekannt. Es gebe keine Anzeichen für zivile Opfer in den angegriffenen Gebieten, sagte Admiral William Gortney vom US-Verteidigungsministerium.

Rund 300 Gaddafi-Anhänger sollen während der Attacke in dem Camp gewesen sein, das nach Angaben des TV-Senders CNN als militärisches Kommandozentrum dient und deshalb Ziel des Angriffs war. Kasernen und Luftabwehrbatterien sollen auf dem Gelände untergebracht sein.

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Cruise Missile: Angriff auf Gaddafis Residenz
Das getroffene Gebäude liegt rund 50 Meter von dem Zelt entfernt, in dem Gaddafi häufig seine offiziellen Besucher empfängt. Wo der Despot sich zum Zeitpunkt des Angriffs aufgehalten hat, ist unklar.

Ein libyscher Regierungssprecher, Mussa Ibrahim, sprach von einer "barbarischen Bombardierung, die Hunderte Zivilisten hätte treffen können". Es gebe "Widersprüche" bei den Ansagen des Westens. Die USA und Großbritanniens hätten zugesagt, den Komplex nicht anzugreifen.

Gaddafi selbst sei nicht Ziel der Angriffe der Alliierten, stellte das Pentagon klar. "Er steht nicht auf der Zielliste", sagte Admiral Gortney. Auch US-Verteidigungsminister Robert Gates erklärte, ein gezielter Militärangriff auf Gaddafi sei unklug. Es sei wichtig, sich an das Mandat des Uno-Sicherheitsrates zu halten, das den Schutz von Zivilisten vor Angriffen der Regierungstruppen vorsehe. "Wenn wir anfangen, zusätzliche Ziele hinzuzufügen, wird das Probleme geben."

Gates sagte zudem, die USA strebten die baldige Abgabe ihrer Führungsrolle bei dem Einsatz an. Dem Pentagon zufolge wurde bei den Luftangriffen die libysche Flugabwehr "stark geschädigt". London und Washington bezeichneten die Angriffe auf Ziele in Libyen als erfolgreich.

Die alliierten Streitkräfte starteten in der Nacht zum Montag die zweite Welle von Luftangriffen. Ein britisches Unterseeboot feuerte dabei nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London erneut "Tomahawk"-Marschflugkörper ab.

als/AFP/Reuters/dpa

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Seite 1
realistano 18.03.2011
1.
Zitat von sysopFlugverbotszone, Luftangriffe und andere "erforderliche Maßnahmen" zum Schutz von Zivilisten: Der Uno-Sicherheitsrat hat massive militärische Aktionen gegen Libyen beschlossen. Eine richtige Entscheidung?
Wenn das das Leben von unschuldige Menschen rettet und die zivile Bevölkerung vor grausame Massakrierung schützt,dann ausdrücklich Ja!
berther 18.03.2011
2.
Zitat von sysopFlugverbotszone, Luftangriffe und andere "erforderliche Maßnahmen" zum Schutz von Zivilisten: Der Uno-Sicherheitsrat hat massive militärische Aktionen gegen Libyen beschlossen. Eine richtige Entscheidung?
Genau betrachtet ist das bereits eine Kriegshandlung. Die Frage ist : Wie soll das durchgesetzt werden ? Geht auch nur mit Waffengewalt. Darin steckt wiederum der Zündfunke für eine weiteren Krieg , am Ende mit allen möglichen empörten islamischen Staaten. Viel Spaß.
anathema 18.03.2011
3. "Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!"
Zitat von sysopFlugverbotszone, Luftangriffe und andere "erforderliche Maßnahmen" zum Schutz von Zivilisten: Der Uno-Sicherheitsrat hat massive militärische Aktionen gegen Libyen beschlossen. Eine richtige Entscheidung?
So wie der UNO-Sicherheitsrat es sieht und beschlossen hat, scheint er Handlungsbedarf – nach langem Abwarten - für dringend geboten zu sehen. Dabei muss er sich bewusst gewesen sein, dass er schwerwiegend in die inneren Angelegenheiten eines de facto souveränen Staates eingreift. Ein mögliches Resultat könnte am Ende aber auch sein, dass durch die beschlossenen Maßnahmen der Bürgerkrieg sich in die Länge ziehen könnte mit einer entsprechend größeren Zahl an Opfern. Denn beendet wird dieser Bürgerkrieg durch diesen UN-Beschluss auf keinen Fall. Eine Alternative wäre vielleicht gewesen, wenn er die Evakuierung der in Bedrängnis geratenen Aufständischen beschlossen und ihnen Asyl weltweit gewährt hätte! Quidquid agis, prudenter agas et respice finem! (= Was auch immer du tust, handle umsichtig und schaue auf das Ende!)
realistano 18.03.2011
4.
Zitat von anathemaSo wie der UNO-Sicherheitsrat es sieht und beschlossen hat, scheint er Handlungsbedarf – nach langem Abwarten - für dringend geboten zu sehen. Dabei muss er sich bewusst gewesen sein, dass er schwerwiegend in die inneren Angelegenheiten eines de facto souveränen Staates eingreift. Ein mögliches Resultat könnte am Ende aber auch sein, dass durch die beschlossenen Maßnahmen der Bürgerkrieg sich in die Länge ziehen könnte mit einer entsprechend größeren Zahl an Opfern. Denn beendet wird dieser Bürgerkrieg durch diesen UN-Beschluss auf keinen Fall. Eine Alternative wäre vielleicht gewesen, wenn er die Evakuierung der in Bedrängnis geratenen Aufständischen beschlossen und ihnen Asyl weltweit gewährt hätte! Quidquid agis, prudenter agas et respice finem! (= Was auch immer du tust, handle umsichtig und schaue auf das Ende!)
Hätten die Deiner Meinung nach die Bengasianer evakuieren und nach Deutschland transportieren lassen , mit Sicherheit sind die Deutschen dagegen, oder die Bengasianer ans Messer von Tyrann Gaddafi liefern und auf die Souveranität Lybiens achten sollten , ich begrüße die Enschdeidung der UN Resolution, auf jeden Fall die bessere Lösung.
durchfluss 18.03.2011
5. Na also...
Krieg gestoppt ohne dass ein Flugzeug abheben musste. Peinlich für Westerwelle.
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