Machtkampf in Ägypten Militante sprengen Gas-Pipeline auf Sinai-Halbinsel

Nach dem Sturz von Mohammed Mursi häufen sich auf der Halbinsel Sinai Anschläge von Extremisten. Am Sonntag sprengten sie eine Gasleitung nach Jordanien in die Luft. Das Feuer soll noch in 50 Kilometer Entfernung zu sehen gewesen sein.
Polizei-Station auf Sinai-Halbinsel: Angriff von Militanten

Polizei-Station auf Sinai-Halbinsel: Angriff von Militanten

Foto: STR/ AFP

Kairo - Militante Ägypter haben einen Anschlag auf eine Gas-Pipeline auf der Sinai-Halbinsel verübt. Nahe der Stadt al-Arisch habe es am Sonntag eine Explosion gegeben, sagten Zeugen der Nachrichtenagentur AFP. Örtlichen Sicherheitskreisen zufolge sei das Feuer noch aus 50 Kilometer Entfernung zu sehen gewesen. Auch amtliche ägyptische Medien berichteten über den Anschlag. Inzwischen sei das Feuer aber wieder unter Kontrolle. Verletzt wurde demnach niemand.

Die Pipeline führt nach Jordanien. Sie wurde bereits zum zehnten Mal seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak vor zwei Jahren Ziel eines derartigen Anschlags. In der Vergangenheit wurden dafür radikale Islamisten verantwortlich gemacht. Allerdings wurden seit Juli 2012 keine Anschläge auf die Pipeline mehr verzeichnet. Unklar ist, ob der neuerliche Angriff eine Reaktion auf die Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi am vergangenen Mittwoch ist.

Seitdem haben militante Anhänger Mursis auf dem Sinai jedenfalls mehrere Angriffe verübt, unter anderem auf Sicherheitskräfte. Vor einem Regierungsgebäude in al-Arisch wurden am Freitag fünf Polizisten erschossen. Am Abend desselben Tages stürmten bewaffnete Mursi-Anhänger den Sitz des Gouverneurs in Nord-Sinai.

Sie lieferten sich einem AFP-Reporter zufolge zunächst ein Feuergefecht mit Sicherheitskräften, bevor diese das Gebäude aufgaben. Dutzende der Islamisten hielten das Gebäude auch am Tag danach noch besetzt. Zudem töteten Extremisten Angaben aus Sicherheitskreisen zufolge am Samstag auf der Halbinsel einen Priester der koptischen Christen.

fdi/AFP/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.