Millionenjob Blair berät autoritären Staatschef von Kasachstan

Neuer Job für Tony Blair: Er hat einen Beratervertrag mit der autoritären Regierung Kasachstans abgeschlossen. Der ehemalige Premierminister steht künftig  Staatschef Nasarbajew bei Wirtschaftsfragen zur Seite. Mit der neuen Tätigkeit soll der Brite über neun Millionen Euro verdienen.
Ex-Premier Tony Blair: Beratervertrag mit kasachischen Staatschef Nasarbajew

Ex-Premier Tony Blair: Beratervertrag mit kasachischen Staatschef Nasarbajew

Foto: STEFAN WERMUTH/ REUTERS

Astana/Moskau - Der ehemalige britische Premier Tony Blair berät künftig den kasachischen Staatschef Nursultan Nasarbajew. "Beide kennen und schätzen sich seit Jahren", sagte ein Sprecher des seit Sowjetzeiten regierenden Nasarbajew am Montag nach Angaben der Agentur Itar-Tass in der Hauptstadt Astana. Blair solle für Wirtschaftsfragen zur Verfügung stehen.

Über dessen Honorar konnte ein Sprecher des kasachischen Außenministeriums keine Angaben machen. Die britische Zeitung "The Daily Telegraph" hatte zuvor berichtet, dass Blair einen Jahresvertrag unterzeichnet hätte, der ihm ein Honorar in Höhe von acht Millionen Pfund (etwa 9,1 Millionen Euro) zusichere. Blair verfügt bereits über einige Beraterverträge und ist seit 2007 Sondergesandter des Nahost-Quartetts.

Das an Erdölvorräten reiche Kasachstan arbeitet daran, sich als modernes Land in Zentralasien zu präsentieren. Es gehe eher um ein internationales Aushängeschild für den zentralasiatischen Steppenstaat, meint der Politologe Nurlan Jerimbetow nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa. "Ich glaube nicht, dass Blair in Kasachstan Betriebe und Getreidefelder inspiziert."

Nasarbajew führt das Land seit dem Ende der Sowjetunion. Anfang April wurde der 71-Jährige zu einer weiteren Amtszeit wiedergewählt. Dabei bekam er über 95 Prozent der Stimmen. Im Mai 2010 ließ er sich vom Parlament, in dem ausschließlich seine Partei Nur Otan vertreten ist, mit einer Verfassungsänderung den Titel "Führer der Nation" und damit weitgehende Machtbefugnisse auf Lebenszeit verleihen. Zahlreiche Oppositionelle und Kritiker wurden seit den 1990er Jahren verhaftet oder getötet.

heb/dpa/AFP
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