Milosevic vor dem Haager Tribunal Attacken gegen die Nato

Noch bis Montagabend hat der frühere jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic Zeit, seine Sicht der Dinge vor Gericht dazustellen. Auch am zweiten Tag seiner Stellungnahme vor dem Haager Tribunal erhob er schwere Schuldvorwürfe gegen die Nato.


Ex-Präsident Milosevic kennt nur eine Form der Verteidigung: Den Angriff
AFP

Ex-Präsident Milosevic kennt nur eine Form der Verteidigung: Den Angriff

Den Haag - Milosevic zeigte dem Gericht Dutzende von Farbfotos. Sie sollen seine Behauptung untermauern, dass es die Kampfbomberpiloten vor allem auf Zivilisten und zivile Ziele im Kosovo, der Vojvodina und im eigentlichen Serbien abgesehen hätten.

Für seine Darlegungen bekam Milosevic noch Zeit bis Montagvormittag. Zunächst hatte Richter Richard May die Redezeit des Angeklagten bis Freitagabend begrenzt. Milosevic protestierte jedoch, dass er erst die Hälfte dessen gesagt habe, was er vorbringen wolle. Das Gericht entschied sich dann in einer Pause für eine Verlängerung.


Video: Milosevic - vom Angeklagten zum Ankläger


Ausführlich widmete sich Milosevic dem Angriff auf die chinesische Botschaft in Belgrad. Alle Nato-Erklärungen über einen Irrtum oder einen Fehler bezeichnete Milosevic als unwahr. Der Angriff sei von Flugzeugen ausgeführt worden, die direkt aus den USA gekommen seien. "Clinton wollte in die Geschichte als der erste eingehen, der chinesisches Territorium bombardiert hat. Deshalb ließ er das Botschaftsgebäude bombardieren", sagte der Ex-Präsident.

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