Militäreinsatz in Nigeria Fast 200 Tote bei Gefechten mit Islamisten

Schwere Kämpfe zwischen Militär und radikalen Islamisten haben den Nordosten Nigerias erschüttert. Behördenangaben zufolge starben mindestens 185 Menschen. Die Extremisten missbrauchen Zivilisten als Schutzschilde.
Zerstörung in Baga: Eine Frau steht an einem Ort, an dem das Feuer wütete

Zerstörung in Baga: Eine Frau steht an einem Ort, an dem das Feuer wütete

Foto: AP/dpa

Baga - Die Kämpfe begannen, als nigerianische Soldaten eine Moschee umstellt hatten, in der sie Mitglieder des Terrornetzwerks Boko Haram vermuteten: Bei den stundenlangen Gefechten im Nordosten des afrikanischen Landes sind Behördenangaben zufolge mindestens 185 Menschen getötet worden.

Die Extremisten seien mit Panzerabwehrraketen und Maschinengewehren ausgestattet gewesen, sagte Lawan Kole, ein Vertreter der örtlichen Verwaltung in Baga. Die radikalen Kämpfer hätten Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht. Einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zufolge eröffneten Soldaten in dem Fischerort Baba offenbar auch das Feuer auf Viertel, in denen sich Zivilisten aufhielten.

Unklar ist, wie viele Zivilisten starben. Auch über die genaue Opferzahl unter den Soldaten und Extremisten gibt es keine Angaben. Durch die Kämpfe sei es zu heftigen Bränden gekommen, viele Opfer seien nicht mehr identifizierbar gewesen, hieß es.

Bereits in der Vergangenheit hat es in Nigeria Fälle gegeben, bei denen durch Kämpfe zwischen Extremisten und Soldaten Zivilpersonen getötet worden. So starben im Oktober in Maiduguri mindestens 30 Zivilisten, als Gefechte ausbrachen, nachdem Extremisten einen Offizier getötet hatten.

Den Angaben zufolge begannen die jüngsten Kämpfe am Freitag, erst am Sonntag fühlten sich Regierungsvertreter ausreichend sicher, um sich ein genaues Bild von der Zerstörung zu machen: Etliche Häuser, Geschäfte und Fahrzeuge seien niedergebrannt gewesen, bis zum Sonntagnachmittag seien mindestens 185 Leichen bestattet worden.

Die Terrorgruppe Boko Haram zieht schon lange eine Blutspur durch Nigeria. Die Extremisten wollen in dem Land die islamische Rechtsprechung der Scharia durchsetzen. Nigerias Norden ist mehrheitlich muslimisch geprägt, im Süden dagegen dominieren Christen.

hen/AP
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