Bombenanschlag auf Markt Mindestens 25 Menschen sterben im Südirak

Im Süden des Irak ist erneut eine Bombe explodiert: Mindestens 25 Menschen starben auf einem Marktplatz in Diwanija, als ein Lastwagen detonierte. Mehr als 70 weitere erlitten Verletzungen. Angeblich soll al-Qaida für das Attentat verantwortlich sein.

Verwüstung nach Bombenanschlag in Kerbala: Serie der Attacken reißt nicht ab
REUTERS

Verwüstung nach Bombenanschlag in Kerbala: Serie der Attacken reißt nicht ab


Bagdad - Die Anschlagsserie im Irak hält an: Bei einem Anschlag sind am Dienstag mindestens 25 Menschen getötet und 70 weitere verletzt worden. Nach Angaben der Polizei wurde der Anschlag mit einer Autobombe auf einem belebten Markt in Diwanija verübt. Die Stadt liegt rund 160 Kilometer südlich von Bagdad.

Gegen 10 Uhr sei ein Lastwagen auf dem Gemüse- und Fischmarkt in Diwanija explodiert, sagte der Vorsitzende des Provinzrates, Dschubair al-Dschaburi, der Nachrichtenagentur AP. Er machte sunnitische Aufständische mit Verbindungen zu al-Qaida für die Tat verantwortlich.

Der Markt ist der wichtigste Verkaufsplatz für Gemüse in der 440.000 Einwohner zählenden Stadt. Kurz nach dem Attentat verhängten die Behörden eine Ausgangssperre für den Großraum Diwanija.

Zuvor waren bei zwei nahezu zeitgleich verübten Anschlägen auf schiitische Pilger im Zentralirak vier Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden. Nach Angaben aus Polizeikreisen explodierten zwei am Straßenrand deponierte Bomben in der Nähe von Kerbela, 80 Kilometer südwestlich von Bagdad. In der Stadt feiern Schiiten in den kommenden Tagen den Geburtstag eines bedeutenden Imams.

In Tadschi nördlich der Hauptstadt wurden laut Innenministerium zwei Menschen bei der Explosion zweier Bomben getötet, unter ihnen ein Polizist. Unter den 14 Verletzten waren acht Polizisten. Ein Polizist starb außerdem bei der Explosion eines am Straßenrand deponierten Sprengsatzes, als eine Patrouille vorbeilief.

Zuletzt gab es eine Reihe von Anschlägen auf schiitische Gläubige. In den vergangenen Wochen nahm die Gewalt im Irak deutlich zu. Allein im Juni kamen nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters 237 Menschen bei Bombenanschlägen ums Leben, mehr als 600 Menschen wurden verletzt. Zu einigen der jüngsten Anschlägen gegen Schiiten hatte sich der irakische Qaida-Ableger bekannt.

heb/AFP/AP/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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Onkel_Karl 03.07.2012
1. @qqw
Zitat von sysopIn der irakischen Hauptstadt sind erneut zwei Bomben explodiert: Mindestens acht Menschen starben auf einem Marktplatz im Norden von Bagdad, mehr als hundert weitere erlitten Verletzungen. Viele der Opfer sind Schiiten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,842285,00.html
Wenn ich diese Bilder sehe und dabei auch noch weiss,dass es in Irak seit 10 Jahren das Alltag ist,dann wundere ich mich wie leichtfertig manche den Krieg in Syrien oder Libyen fordern bzw.gefordet haben. Mit guten Absichten gekommen,mit einer Lüge es begründet und dann das Land in so einem Chaos zu hinterlassen und trotz all den Fakten will man nächstes Staat in der Region "befreien". Wenn in Irak seit 10 Jahren Autobomben immer noch hochgehen,dann muss man sich vorstellen was dort die nächsten 10 Jahre abgehen wird,denn jetzt kommt auch noch Nord-Afrika dazu..,bald Syrien und danach Iran. Es ist ja nicht so,dass in den Ländern sofort Frieden herrscht...da wird Blutrache betrieben,es werden Menschen vertrieben..das ist die Realität
hajuqu 03.07.2012
2. Die Anschlagsserie im Irak hält an
Hat der US Präsident nicht vor kurzen vollmundig erklärt , dass der Krieg im Irak und auch in Afghanistan erledigt ist und zieht seine Kampftruppen aus den Ländern zurück. Zurück bleiben zerstörte Länder, kaputte Infrastrukturen und vielen hunderttausenden zivilen Opfern, korrupte Regierung und radikal gespaltetene Gesellschaften und damit mit noch mehr Terror und Toten. Ist es das, was die USA und Westen meinen, mit Gewalt und Kriegen den Völkern Freiheit und Demokratie zu bringen. Auch in Libyen und Syrien wird nichts anderes passieren...
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