Minutenprotokoll Ärzte-Engpass verschärft Lage in Libyen

Die Attacken der hochgerüsteten Gaddafi-Getreuen fordern in Libyens Kampfgebieten immer mehr Opfer. Die Krankenhäuser können nicht alle Verletzten behandeln, es fehlt an Ärzten und Medikamenten. Die Luftangriffe treffen auch Zivilisten. Die Ereignisse des Tages im Minutenprotokoll.

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+++ Nato startet 24-Stunden-Überwachung von Libyens Luftraum +++

[20.30 Uhr] Die Nato beginnt mit einer 24-Stunden-Luftüberwachung Libyens durch Awacs-Flugzeuge. Das teilte der US-Botschafter bei der Nato, Ivo Daalder, mit.

+++ Obama genehmigt 15 Millionen Dollar für Libyen - und auch Waffen? +++

[20.15 Uhr] US-Präsident Barack Obama hat 15 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe für Libyen freigegeben. Die US-Regierung schließt auch Waffenlieferungen an die Rebellen in Libyen nicht ausdrücklich aus. "Das ist eine aus einer Reihe von Optionen, die erwogen wird", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. "Ich denke, es wäre verfrüht, einen Haufen Waffen an ein Postfach im Osten Libyens zu schicken", sagte Carney weiter. Man müsse die denkbaren Optionen genau abwägen. Der Sprecher wiederholte allerdings die Haltung Washingtons, nach der keine Möglichkeit des Eingreifens vom Tisch sei. Die Entsendung von Bodentruppen nach Libyen stehe jedoch nicht oben auf der Liste der amerikanischen Überlegungen.

+++ US-Konzern Exxon stoppt Handel mit Libyen +++

[19.40 Uhr] In Einklang mit den Sanktionen der USA gegen Libyen hat der amerikanische Ölkonzern ExxonMobil offenbar jeglichen Ölhandel mit dem Land eingestellt. Zudem hätten auch die Konkurrenten ConocoPhillips und Marathon ihre Geschäfte mit Libyen verringert oder gänzlich heruntergefahren, hieß es aus eingeweihten Kreisen. Die beiden Unternehmen halten Anteile an libyschen Ölprojekten.

+++ Hilfsorganisationen bereiten sich auf nächste Flüchtlingswelle vor +++

[18.37 Uhr] In einer langen Schlange stehen die Flüchtlinge, die es über die libysche Grenze nach Tunesien geschafft haben, und warten auf einen Plastikteller voll Nudeln mit Tomatensoße, eine Karotte und Brot. Mehr und mehr ähnelt das Lager am Grenzübergang Ras al-Dschadir einem Dorf: Es gibt ein Lazarett und eine Erste-Hilfe-Station, das Wohngebiet besteht aus langen Reihen weißer Zelte,

drei weiße Riesenzelte dienen als Lagerhäuser. Und das Zeltlager für 20.000 Menschen wächst mit jedem Tag der Krise weiter. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen bereiten sich derzeit auf die Möglichkeit einer neuen Flüchtlingswelle vor, sie erwarten, dass in den nächsten Monaten noch Hunderttausende mehr flüchten. Über 213.000 Gastarbeiter sind seit Beginn des Aufstands aus Libyen geflüchtet. Rund die Hälfte von ihnen kam zunächst nach Tunesien, über 90.000 gingen nach Ägypten.

+++ EU-Krisenexperte: Es ist ruhig in Tripolis +++

[18.25 Uhr] Die meisten Geschäfte sind geschlossen, am Flughafen warten Tausende Menschen aus anderen afrikanischen Staaten und aus Asien auf ihre Ausreise. Dennoch sei in der libyschen Hauptstadt Tripolis von den Unruhen im Land relativ wenig zu spüren, berichtete der Leiter der EU-Erkundungsmission, Agostino Miozzo, der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. "Zumindest von dem Teil der Hauptstadt, den ich gesehen habe, kann man nicht von einer Krise im Land sprechen", sagte der Italiener. Mindestens 1100 EU-Bürger wollen nach Angaben Miozzos trotz der Kämpfe im Land bleiben. "Das hat unterschiedliche Gründe, etwa weil diese Menschen eine doppelte Staatsangehörigkeit besitzen oder Familie und Kinder im Land haben." Miozzo war im Auftrag der EU-Kommission mit einer Erkundungsgruppe in das nordafrikanische Land geflogen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

+++ Russland lehnt eine Intervention in Libyen ab +++

[18.19 Uhr] Kein militärisches Eingreifen in Libyen, heißt es aus Moskau. Die staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti zitierte den russischen Außenminister Sergej Lawrow mit den Worten: "Wir betrachten ein ausländisches Eingreifen, vor allem ein militärisches, nicht als Lösung für die Krise in Libyen. Die Libyer müssen ihre Probleme selbst in den Griff bekommen." Russland ist neben den USA, China, Frankreich und Großbritannien eine Vetomacht im Uno-Sicherheitsrat, wo über ein Uno-Mandat zum Beispiel für eine Flugverbotszone abgestimmt werden würde.

+++ Uno-Abstimmung über Flugverbot noch diese Woche? +++

[17.52 Uhr] Frankreich und Großbritannien arbeiten mit Hochdruck an einer Entschließung für eine Flugverbotszone über Libyen. Damit sollen weitere Bombenangriffe auf die libysche Bevölkerung verhindert werden. Die beiden Länder wollten den 15 Mitgliedern des Weltsicherheitsrates "recht schnell" einen Resolutionstext unterbreiten, sagten Diplomaten am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Es herrsche "ein Gefühl der Dringlichkeit". Noch diese Woche sei "etwas zu Libyen zu erwarten". "Man kann nicht zuschauen, wie die Bevölkerung massakriert wird, ohne etwas dagegen zu tun." Auch die Arabische Liga forderte am Montag ein Flugverbot. Dafür wäre ein Uno-Mandat notwendig, es gilt aber als unwahrscheinlich, dass die Vetomächte im Uno-Sicherheitsrat China und Russland einem solchen Mandat zustimmen würden.

+++ Rebellen würden Gaddafi laufen lassen +++

[17.40 Uhr] Er soll nur gehen - dann würden sie ihn auch laufen lassen: Wenn Muammar al-Gaddafi freiwillig das Land verlassen sollte, würden die Aufständischen auf eine Strafverfolgung verzichten. In einem Interview mit "stern.de" sagte der Vorsitzende des Nationalrats der Rebellen, Mustafa Abdel Dschalil, am Montag in Bengasi: "Wenn Gaddafi akzeptiert, das Land zu verlassen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, würden wir die Forderung aufgeben, dass er vor ein Gericht gestellt werden muss." Der ehemalige libysche Justizminister Dschalil bestätigte, dass es Versuche des Regimes gegeben habe, mit den Aufständischen in Kontakt zu treten. Er selbst stehe jedoch nicht in Kontakt mit Gaddafi, es gebe auch keine Verhandlungen. Der Nationalrat, dem Vertreter der befreiten Städte im Osten Libyens angehören, gilt als Übergangsregierung der Aufständischen.

+++ Möglicherweise Tote bei Luftangriff auf Familienwagen +++

[17.16 Uhr] Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Augenzeugen sind bei dem Luftangriff auf das Auto einer Familie in Ras Lanuf möglicherweise mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die Angaben gehen allerdings auseinander, einmal ist die Rede davon, der Großvater der Familie sei getötet worden, dann wieder heißt es, zwei Kinder seien schwer verletzt worden. In wieder anderen Angaben heißt es, die beiden Kinder seien tot.

+++ Gerüchte um perfiden Flüchtlingsplan +++

[16.35 Uhr] Der libysche Machthaber Gaddafi will sein politisches Überleben angeblich dadurch sichern, dass er Hunderte von Afrikanern in kleinen Booten nach Europa schickt. Ein Rebellenkommandeur aus der Stadt Misurata sagte der Nachrichtenagentur dpa, Anhänger von Oberst Gaddafi hätten bereits vor einigen Tagen auf mehreren Baustellen rund um Misurata 170 afrikanische Arbeiter und 30 Ägypter "eingesammelt". Auch an anderen Orten seien Ausländer "abgeführt" worden. Diese sollten nun mit kleinen Booten vom Hafen al-Choms aus über das Mittelmeer in Richtung Südeuropa in See stechen. SPIEGEL ONLINE kann diese Gerüchte nicht unabhängig bestätigen. Gaddafi hatte vor einigen Tagen gedroht, wenn sein Regime stürzen sollte, sei Europa von einer Welle illegaler Einwanderer bedroht. Auf der Facebook-Seite des Libyan Youth Movement gibt es ähnliche Andeutungen unter Berufung auf einen Anrufer aus Misurata, der sich beim TV-Sender al-Dschasira gemeldet hatte.

+++ Verletzte in Misurata brauchen dringend Hilfe +++

[16.28 Uhr] Einwohner sprechen von einer "katastrophalen Situation": In der Stadt Misurata fehle es an Medikamenten, Ärzten und medizinischer Ausrüstung. Nach den Angriffen der vergangenen Tage seien viele Menschen verletzt - sie müssten dringend versorgt werden. "Viele werden auf dem Boden von Krankenhäusern behandelt, weil es nicht genügend Betten gibt", berichtet ein Bewohner der Stadt der Agentur Reuters am Telefon. Die Stadt versuche inzwischen, sich selbst zu organisieren. Jugendliche hätten Komitees aufgestellt, die etwa den Verkehr lenken würden. Zudem würden die Trümmer beiseite geräumt. "Aber die Menschen fürchten jeden Moment einen neuen Angriff."

+++ Mindestens drei Tote in Ras Lanuf +++

[16.08] Al-Dschasira meldet, bei den Luftangriffen auf Ras Lanuf seien am Montag mindestens drei Menschen gestorben.

+++ Weitere Angriffe auf Sawija +++

[16.06 Uhr] Am Wochenende war die westlibysche Stadt Sawija Schauplatz blutiger Kämpfe, Ärzte berichteten von einem Massaker bei den Angriffen von Gaddafi-Truppen. Nun haben die Regierungstruppen offenbar erneut angegriffen. Berichten zufolge bombardiert das Militär die Stadt aus östlicher und westlicher Richtung. Über der Stadt hänge Rauch.

+++ EU will Libyen-Sanktionen ausweiten +++

[15.43 Uhr] Die Europäische Union ist Diplomaten zufolge kurz davor, die Sanktionen gegen Libyen auszuweiten. Die Strafmaßnahmen sollen auch die staatliche Investmentbehörde des Landes treffen. Dabei handelt es sich um einen 70 Milliarden Dollar schweren Staatsfonds, der unter anderem an der italienischen Großbank UniCredit und an dem Fußballverein Juventus Turin Anteile hält.

+++ Neue Luftangriffe auf Ras Lanuf +++

[15.37 Uhr] SPIEGEL-Reporter Clemens Höges berichtet von neuen Angriffen auf Ras Lanuf: "Seit Stunden fliegen immer wieder Jets die Stadt und die Raffinerie an. Bislang haben die Flak der Rebellen sie immer vertrieben, aber jetzt kam einer durch. Ich bin in der Flak-Stellung, die Rebellen haben hier reichlich Geschütze stehen - aber der Bomber kam wohl aus der Sonne, und sie haben ihn nicht gesehen. Eine Bombe hat ein Auto mit einer Familie getroffen, ob die Menschen tot oder verletzt sind, kann ich nicht sagen."

+++ Nato könnte handeln - hat aber kein Uno-Mandat +++

[15.22 Uhr] Die Nato ist zu einem Eingreifen in Libyen bereit - wird ohne Mandat der Vereinten Nationen aber nicht aktiv werden. Das erklärt Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Brüssel. Bislang gebe es von keiner Seite eine Anfrage, um etwa eine Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Staat einzurichten oder Schiffe mit möglichen Waffenlieferungen abzufangen. Ein eigenes Angebot zum Eingreifen kündigt Rasmussen nicht an. Er könne sich aber nicht vorstellen, dass die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen tatenlos zuschauten, "wenn Staatschef Muammar al-Gaddafi und sein Militär weiter systematisch die libysche Bevölkerung angreifen", so Rasmussen. Diese Angriffe gegen die Zivilbevölkerung "können Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleichkommen".

+++ Opec verwirft Krisentreffen wegen Libyen +++

[15.14 Uhr] Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hält ein Krisentreffen wegen des im Zuge der Libyen-Unruhen steigenden Ölpreises für unnötig. Ein Delegierter des Förderkartells erklärt, die Minister würden sich zwar über den Ölpreis und die politischen Spannungen in der Region austauschen. Ein Sondertreffen sei aber nicht geplant. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass die Opec aktiv werde. Katar hatte zuvor erklärt, dass die Opec wegen der Libyen-Krise eine Sondersitzung prüfe.

+++ Rebellen: Gaddafi-Truppen missbrauchen Zivilisten als Schutzschild +++

[15.09 Uhr] Eine Reporterin von al-Dschasira berichtet aus Brega. Dort treffen Menschen aus dem etwa 120 Kilometer entfernten Ras Lanuf ein, das den Morgen über beschossen wurde. Die Rebellen beschuldigen die Gaddafi-Truppen, Zivilisten als menschliches Schutzschild zu benutzen, so die Journalistin.

+++ Aufständische fordern Flugverbotszone +++

[15.04 Uhr] Die Rebellen in Ras Lanuf bekräftigen ihre Forderung nach einer No-Fly-Zone. Sie fühlen sich zwar Gaddafis Bodentruppen gewachsen, nicht aber den Kampfjets. "Wir wollen keine militärische Intervention des Auslands, aber wir wollen eine Flugverbotszone", sagt einer der Kämpfer, Ali Suleiman. Sie könnten es mit den Raketen und Panzern aufnehmen, "aber nicht mit Gaddafis Luftwaffe". Über eine Sperrung des Luftraums wird international diskutiert. Es würde allerdings Wochen dauern, eine Flugverbotszone zu organisieren. US-Verteidigungsminister Robert Gates hat zudem darauf hingewiesen, dass es vorher eines Militäreinsatzes bedürfte, um die libysche Luftabwehr auszuschalten.

+++ Hat Gaddafi Gang ins Exil vorgeschlagen? +++

[14.59 Uhr] Die arabische Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" berichtet, Gaddafi habe am Sonntag in der Hauptstadt Tripolis Waffen und Munition an junge Männer verteilen lassen, die aus dem Kreis der Unterstützer seines Regimes stammen. Diese Männer hätten in mehreren Vierteln sinnlos herumgeballert, um Chaos zu stiften. Zugleich soll Libyens Machthaber Kontakt zum neuen "Nationalrat" in Bengasi aufgenommen haben, um vorzuschlagen, dass er mit seiner Familie ins Exil geht. Seine Bedingungen seien: Die neuen Machthaber lassen ihn mitsamt seinem Vermögen ausreisen und verzichten auf Ermittlungen gegen ihn und seinen Clan, schreibt "Al-Sharq Al-Awsat". Eine Reaktion aus dem "Nationalrat" gibt es bislang nicht. Dem Bericht zufolge aber tendieren Mitglieder dazu, Verhandlungen mit Gaddafi abzulehnen.

+++ Tripolis ist Gaddafi-Stadt +++

[14.49 Uhr] NBC-Reporter Richard Engel meldet sich per Twitter aus Tripolis. Gaddafi kontrolliere die libysche Hauptstadt vollständig. "Von Wandel oder Zusammenbruch ist hier nichts zu spüren", so Engel.

+++ BBC: Lage in Ras Lanuf wieder ruhiger +++

[14.38 Uhr] Noch vor einer Stunde bombardierte Gaddafis Armee die Stadt Ras Lanuf aus der Luft. Inzwischen habe sich die Situation etwas stabilisiert, berichtet BBC-Reporter John Simpson. Die Rebellen hätten Verstärkung bekommen. "Es sieht so aus, als könnten sie gerade noch ihre Position in Ras Lanuf halten." Problematisch sei für die Rebellen, dass ihre Versorgung nicht optimal sei, weil Bengasi und Ras Lanuf weit voneinander entfernt liegen.

+++ Bundesregierung will Ölreserven nicht anzapfen +++

[14.26 Uhr] Durch die Unruhen in Libyen droht in Deutschland nach Ansicht der Bundesregierung kein Engpass bei den Öllieferungen. Aus anderen Ländern würden weiterhin ausreichend große Mengen des Rohstoffs geliefert, erklärt eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. "Deswegen müssen unsere Reserven nicht aktiviert werden", antwortet sie auf eine Frage nach der möglichen Öffnung der deutschen Ölreserven.

+++ London will neues Diplomatenteam entsenden - trotz Panne +++

[14.21 Uhr] Nach der kurzzeitigen Festnahme eines Diplomatenteams in Libyen will Großbritannien offenbar eine neue Gruppe in das nordafrikanische Land entsenden. Sie soll Kontakte zu den Aufständischen herstellen, die gegen die Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi kämpfen. Acht Briten waren in der Nähe von Bengasi vorübergehend von Aufständischen festgenommen worden, bevor sie am Sonntag freigelassen wurden. Die Diplomaten und Soldaten einer Spezialeinheit waren offenbar für Söldner gehalten worden. Ein Kriegsschiff der britischen Marine musste sie an Bord nehmen und nach der missglückten "diplomatischen Mission" in die Heimat zurückschippern.

+++ Rebellen: Wir kontrollieren Misurata +++

[14.05 Uhr] Ein Sprecher der Aufständischen sagt gegenüber al-Dschasira, die Rebellen kontrollierten noch immer die Stadt Misurata. "Gaddafi-Truppen stehen noch immer irgendwo außerhalb der Stadt, sie sammeln sich für nächste Attacken", so der Mann. Bei den Gefechten am Sonntag sollen mehr als 20 Menschen getötet worden sein. Ein Arzt berichtet der BBC, er habe noch nie so heftige Gefechte erlebt. "Hier sind Kinder gestorben, die nur zweieinhalb Jahr alt waren, und Menschen über 70", so der Mediziner.

+++ Goldpreis steigt +++

[13.57 Uhr] Der Goldpreis hat weiter zugelegt und ist auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Im Mittagshandel kostet eine Feinunze (rund 31 Gramm) des Edelmetalls bis zu 1443,10 US-Dollar. Damit wird der jüngste Rekordstand von vergangenem Donnerstag bei gut 1440 Dollar leicht übertroffen. Händler erklären die anhaltende Hausse am Gold- und Silbermarkt mit den Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten. Allen voran die blutigen Kämpfe in Libyen sorgen derzeit für einen Zustrom der Investoren in sichere Anlagen wie Edelmetalle. Zudem nennen Experten das aktuell große Interesse von spekulativen Anlegern als Grund für die hohen Edelmetallpreise.

+++ Bengasi erwartet die Verwundeten +++

[13.43 Uhr] Viele Aufständische sind bei den Kämpfem um Ben Dschawad verwundet worden - sie werden auch in das einige hundert Kilometer entfernte Bengasi gebracht. "Die Menschen hier haben schwere Verletzungen", berichtet ein BBC-Reporter. "Bei einem Mann, mit dem ich gesprochen habe, hat eine Kugel sein Herz und seine Lunge durchschlagen. Aber er sagt, er würde alles noch mal genau so machen." Die Stadt bereite sich auf die Ankunft weiterer Verwundeter vor. Ärzte aus aller Welt seien gekommen, um zu helfen; es seien auch genügend Medikamente vorhanden. Doch viele Mediziner fürchten, die Verletzten könnten die lange Fahrt aus Ben Dschawad nicht überleben.



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Seite 1
jappiduttiperslikkenberg, 07.03.2011
1. Wenn , . . .
Zitat von sysopIn Libyen droht ein neuer Tag blutiger Kämpfe: Gaddafis Soldaten greifen den Ölhafen Ras Lanuf an, Rebellen haben den Ort erst vor kurzem erobert. Die Menschen sind mit ihren Habseligkeiten auf der Flucht. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,749378,00.html
... wie diese begnadete intellektuelle Lichtgestalt Gaddafi verkündet, die gegen ihn rebellierenden Libyer alle al Quaida-Leute sind, sollte er gleichzeitig mal erklären, wie es kommen konnte, daß offenbar auch sein halbes Diplomatisches Corps und sein Kabinett von Herrn bin Ladin unterwandert werden konnten.
paoloDeG 07.03.2011
2. Bürger Krieg in Libyen!
Die Europäische Union erlebt zur Zeit den Krieg vor der Haustür! Die Lage ist ernster als man denkt! Deutscland liegt weit von Libyen, aber Italien und Griechenland liegen sehr nah! Tag täglich kommen meistens junge illegale Leuten nach Italien und es vird schlimmer werden! Es sieht aus wie eine Invasion! Es ist umbedingt nötig dass die europäische Union schon Heute dementsprechende Maßnahmen ergreift zusammen mit den Vereinigten Staaten von Amerika! Man soll die Küste Libyens und Tunesiens schon vom Boden aus kontrollieren und Frieden schaffen!
cycokan, 07.03.2011
3. Dilemma
Ich bin Kriegsdienstverweigerer. Allerdings einer aus einer vergangenen Zeit. Damals sah ich mich / uns als Spielball des kalten Krieges und wollte keinesfalls gegen deutsche Landsleute kämpfen. Nun bin ich in mehreren moralischen Dilemmas: ich bin weiterhin grundsätzlich gegen Waffengewalt als Fortsetzung der Politik. Ich will auch nicht von heutigen jungen Leuten verlangen, was ich damals nicht zu geben bereit war. Meine Vernunft aber meldet sich und sagt: die Unterdrückten Menschen in Libyen brauchen unsere Unterstützung, sie brauchen Rettung vor der überlegenen Waffengewalt des Diktators. Und sie brauchen sie wohl schnell, bevor die Anzahl der Opfer in unerträgliche Höhen steigt. Daraus folgt aber für jetzt und die Zukunft ein Rattenschwanz von Maßnahmen. Bei mir reift die Erkenntnis, dass wir nun eben nicht mehr passiver Spielball im Ost / West Konflikt sind, sondern wesentlicher Akteur im europäischen Rahmen sein sollten. Dieser Rolle können wir aber kaum mit der derzeitigen Ausrüstung an Qualität und Quantität der Bundeswehr entsprechen. Gleichzeitig ist es, glaube ich, keine unwahrscheinliche Prognose, dass es in der arabischen Welt, in Afrika, in Teilen Asiens noch mindestens jahrzehntelang Konfliktstoff aller Art gibt und sicher noch rund 100 Diktatoren auf dieser Welt. Wir müssen nun, mMn, auf schnellstem Weg, am besten europäisch integriert, die militärischen Kapazitäten und den politischen Mut schaffen, um jederzeit eingreifen zu können. Und wenn das nicht europäisch funktioniert, dann können wir, als großes europäisches Land, uns nicht damit entschuldigen, sondern müssen im Zweifel auch allein Einsatzfähigkeit erreichen. Es kann nicht sein, wenn die Wiki Zahlen stimmen, dass ein 6 Milionen Ölstaat über 100 - 150 moderne Jagdflugzeuge verfügt und Deutschland gerade mal 55 Eurofighter einsatzbereit hat. Es kann nicht sein, dass wir keine Transportflugzeuge besitzen, die schwere Waffen tragen können. Und letztlich kann auch nicht sein, das nicht in jedem Weltmeer mindestens ein europäischer Flugzeugträger in Einsatzbereitschaft steht. Da wird man investieren müssen, oder die Weltpolitik findet ohne Europa statt.
ThomasGB, 07.03.2011
4. ...
"Diese Taktik sei auch in Afghanistan zum Sturz der Taliban 2001 eingesetzt worden. Es sei demnach auch möglich, die schlecht ausgerüsteten Aufständischen mit Waffenlieferung zu unterstützen." Muß ich jetzt lachen ?
gunman, 07.03.2011
5. Nein!
Zitat von paoloDeGDie Europäische Union erlebt zur Zeit den Krieg vor der Haustür! Die Lage ist ernster als man denkt! Deutscland liegt weit von Libyen, aber Italien und Griechenland liegen sehr nah! Tag täglich kommen meistens junge illegale Leuten nach Italien und es vird schlimmer werden! Es sieht aus wie eine Invasion! Es ist umbedingt nötig dass die europäische Union schon Heute dementsprechende Maßnahmen ergreift zusammen mit den Vereinigten Staaten von Amerika! Man soll die Küste Libyens und Tunesiens schon vom Boden aus kontrollieren und Frieden schaffen!
Nein! Ausbrennen lassen! Alternative ist dort, für die nächsten 100 Jahre "Friedenstruppen" wie in Afghanistan zu stationieren und oder ein 2. Somalia zu erhalten. Außerdem gibt es Gadaffi seit 40 Jahren. Alles vollkommen bigott insoweit. Wer Gadaffi jetzt durch Weltpolizei beseitigen will, kann sich als nächste gleich Kim il Sung vornehmen. Dort wartet auch noch ein Volk auf Befreiung. Es geht danach im Libyen um Krieg, Politik und wie immer innerhalb der Politik ganz zum Schluss um Menschenrechte. Begreift das doch endlich oder fangt bei Zeiten, an die Dinge zu ändern.
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