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Krise in Libyen: Neue Gefechte um Bengasi

Foto: U.S. Navy/ Getty Images

Minutenprotokoll Libysches Staatsfernsehen meldet Angriff auf Tripolis

Das Militär berichtet von Luftangriffen auf Tripolis, eine Bestätigung der Alliierten gab es dafür zunächst nicht. Am Abend feuerten die USA, Frankreich und Großbritannien Tomahawks und Raketen auf Ziele in Libyen. Lesen Sie die Ereignisse des Tages im Liveticker.

Eine Zusammenfassung der aktuellen Lage finden Sie hier.

+++ Mehrheit der Deutschen befürwortet Militärschlag +++

[03.11 Uhr] Die Deutschen unterstützen den in Libyen stattfindenden Einsatz gegen Gaddafi. Nach einer Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" finden 62 Prozent diesen Schritt richtig, 31 Prozent sind gegen die militärische Intervention. Gleichzeitig sind 65 Prozent der Bundesbürger dagegen, dass sich die Bundeswehr an den Angriffen beteiligt. 29 Prozent sprechen sich dafür aus, dass auch Deutschland Truppen entsendet. Emnid befragte den Angaben zufolge am 18. März 2011 insgesamt 501 Personen.

+++ Militär will Aliierten-Jets abgeschossen haben +++

[02.24 Uhr] Dem Maschinengewehrfeuer in Tripolis ist dem libyschen Militär zufolge ein Luftangriff der Westmächte vorausgegangen. Das Staatsfernsehen zitiert Vertreter, die sagen, Jets der "barbarischen Feinde" vom Himmel geholt zu haben. Ob das tatsächlich so ist, ließ sich nicht bestätigen. Die regierungstreuen Truppen hatten in der Nacht schon einmal behauptet, einen französischen Jet abgeschossen zu haben, was Paris umgehend dementierte.

+++ Briten feuern Raketen auf Libyen +++

[02.20 Uhr] Nach den französischen Streitkräften haben nun auch die Briten Luftangriffe auf Ziele in Libyen geflogen. Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums teilte mit, dass die Royal Air Force zusätzlich zu den Tomahawk-Abschüssen auch Stormshadow-Raketen von Kampfjets gefeuert habe. Das libysche Staatsfernsehen berichtet, Raketen seien an mehreren Stellen in Tripolis eingeschlagen. Ist dies bereits die angekündigte nächste Phase der koordinierten Militäraktion?

+++ USA ziehen Regierungsvertreter ab +++

[02.01 Uhr] Nach Angaben des US-amerikanischen Innenministeriums befinden sich keine Regierungsvertreter mehr in Libyen. Staatsbürgern wird dringend davon abgeraten, in das Land zu reisen; wer noch vor Ort ist, solle sobald wie möglich in die Vereinigten Staaten zurückkehren.

+++ Regierung: Dutzende Tote durch Angriffe+++

[01.58 Uhr] BBC berichtet unter Berufung auf die libysche Regierung, dass bei den westlichen Angriffen am Samstag 48 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Von 150 Verletzten ist die Rede. Für die Angaben war von unabhängiger Seite keine Bestätigung zu erhalten. Dem libyschen Fernsehen zufolge handelt es sich bei den meisten Opfern um Kinder. Das Staatsfernsehen hatte zuvor beklagt, dass auch zivile Ziele ins Visier der Alliierten geraten seien und zeigt Patienten in Krankenhäusern, die verletzt worden sein sollen.

+++ Gaddafi-Anhänger feiern in Tripolis +++

[01.56 Uhr] Live-Bilder aus Tripolis in der BBC zeigen, wie eine Gruppe von Gaddafi-Anhängern auf der Straße tanzt, singt und Libyen-Waffen schwingt. Anderen Berichten nach rufen die Unterstützer des Diktators "Gott ist der Größte".

+++ Katar beteiligt sich an Militäraktion +++

[01.51 Uhr] Jetzt hat Katar offiziell angekündigt, sich den Alliierten anzuschließen. "Auch arabische Staaten müssen dieses Unterfangen unterstützen. Die Situation dort ist nicht akzeptabel", sagte Ministerpräsident Scheich Hamad bin Dschassim al-Thani dem Sender al-Dschasira. Details nannte er nicht; AFP hatte zuvor berichtet, dass Katar bis zu sechs Jets nach Libyen schicke.

+++ Angeblich neuer Gaddafi-Angriff auf Bengasi +++

[01.43 Uhr] Al-Dschasira zufolge bombardieren Gaddafi-Truppen wieder die Rebellenhochburg Bengasi. Der Sender beruft sich auf namenlose Quellen, deren Angaben sich zunächst nicht überprüfen ließen. Dem Bericht zufolge wird die Stadt von Panzern aus angegriffen und mit Raketen beschossen, Anwohner sollen in nahegelegenen Moscheen geflohen sein.

+++ Maschinengewehrfeuer in Tripolis +++

[01.37 Uhr] In der Haupstadt Tripolis ist Maschinengewehrfeuer zu hören. Mehrere Medien berichten übereinstimmend von Schüssen in den Himmel, möglicherweise von Gaddafi-Getreuen zur Flugabwehr abgefeuert. Zuvor waren nach Informationen von CNN Explosionen zu hören, die von einem anschlagenden Marschflugkörper stammen könnten. Der Sender zeigte Aufnahmen von Leuchtspurgeschossen. Ein CNN-Korrespondent sagte, er habe bereits vor Stunden Maschinengewehrfeuer gehört, jetzt sei es jedoch wesentlich intensiver. Ob Tripolis tatsächlich aus der Luft angegriffen wurde und deshalb die Luftabwehr der Stadt in Aktion war, ist unklar.

+++ Gaddafi-Anhänger sollen aus Bengasi vertrieben worden sein +++

[01.21 Uhr] Der "Guardian" berichtet, dass die libyschen Rebellen die Kontrolle über Bengasi zurückerobert und Gaddafis Truppen aus der Stadt vertrieben haben. Die Angaben ließen sich in der Nacht zunächst nicht einwandfrei überprüfen.

+++ Libyen stoppt Kampf gegen illegale Einwanderung +++

[01.16 Uhr] Als Reaktion auf den Beginn der internationalen Militäraktion hat die Führung in Tripolis der Europäischen Union ihre Unterstützung in gewissen Aspekten entzogen. "Libyen sieht sich bei der illegalen Einwanderung nach Europa nicht mehr in der Verantwortung", zitierte das staatliche libysche Fernsehen einen für die Sicherheit zuständigen Regierungsvertreter, ohne dessen Namen zu nennen.

+++ Regierung erklärt Resolution für ungültig +++

[00.32 Uhr] Das libysche Außenministerium hat bekannt gegeben, für sie sei nach den Angriffen westlicher Alliierter die Uno-Resolution 1973 nicht länger gültig.

+++ Libyen will Uno-Dringlichkeitssitzung +++

[00.11 Uhr] Die Regierung hat übereinstimmenden Berichten von AFP, al-Dschasira und al-Arabija zufolge um ein dringendes Treffen mit dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gebeten. Warum war zunächst nicht klar.

+++ Libysche Luftabwehr schwer getroffen +++

[23.57 Uhr] Reuters hat eine kleine Erfolgsmeldung aus den USA. Ein namentlich nicht genannter Regierungsvertreter sagte demnach, dass die libysche Luftabwehr in den am Samstagabend geflogenen Angriffen ernsthaft beeinträchtigt wurde. Die mögliche Reaktion Gaddafis ließe sich noch nicht abschätzen.

+++ Enttäuschung in Bengasi +++

[22.43 Uhr] Von Jubel keine Spur: Ein Korrespondent der britischen Zeitung "The Guardian" war vor Ort in der Rebellenhochburg Bengasi, als die Luftangriffe der Alliierten begannen. Es sei vor allem Erleichterung zu spüren gewesen, dass endlich Hilfe kommt, doch die Stimmung sei nicht zu vergleichen mit der Freude, die sich noch am Tag der Uno-Resolution in Bengasi breit gemacht hatte. Dem Reporter zufolge sind die Rebellen wütend und enttäuscht, dass die Angriffe erst kamen, nachdem Gaddafis Gewalt am Samstag in Bengasi mehrere Menschenleben kosteten.

Gaddafi droht mit Vergeltung, ruft zu den Waffen

+++ TV-Sender stimmte Libyer auf Angriff ein +++

[23.26 Uhr] Um die Libyer auf die Angriffe vorzubereiten, hat das Staatsfernsehen den ganzen Samstag Szenen von der US-Invasion im Irak 2003 gezeigt. Das berichtet die britische BBC.

+++ Gaddafi ruft Getreue zu den Waffen +++

[22.58 Uhr] Muammar al-Gaddafi droht mit Vergeltungsangriffen. Der Machthaber wurde im libyschen Staatsfernsehen per Telefon zugeschaltet. In seiner kurzen Ansprache verurteilte er die "Aggression der Kreuzritter", wie das Regime die alliierten Truppen nennt. Es würden "zivile und militärische Ziele" im Mittelmeer angegriffen, sagte Gaddafi am Samstagabend in Tripolis. Das Mittelmeer sei zu einem "wahren Schlachtfeld" geworden.

Die Aggression des Westens mache das libysche Volk nur stärker, sagte Gaddafi und kündigte an, seine Waffendepots zu öffnen. Er werde seine Anhänger mit allen Arten von Waffen auszustatten, um Libyen zu verteidigen. Gaddafi forderte außerdem Afrika, die arabischen Staaten, Lateinamerika und Asien auf, ihm in diesem Kampf beizustehen.

Ein Gaddafi-Verbündeter, Venezuelas Präsident Hugo Chávez, hatte die Angriffe am Samstag bereits massiv kritisiert und eine Waffenruhe gefordert. Den Koalitionstruppen gehe es nicht um am Leben der Menschen in Libyen, sondern um die Ölvorkommen des Landes.

+++ Polizisten versammeln sich um Regierungsgebäude +++

[22.49 Uhr] CNN berichtet, dass sich bewaffnete Polizisten um die Regierungsgebäude in der Hauptstadt Tripolis versammeln.

+++ Frankreich dementiert Jet-Abschuss ++

[22.45 Uhr] Die französische Armee hat dementiert, dass ein Kampfjet über Tripolis abgeschossen wurde. Dies hatte zuvor das libysche Staatsfernsehen berichtet. "Alle unsere Flugzeuge sind zu unserem Stützpunkt zurückgekehrt", sagte Militär-Sprecher Thierry Burkhard der Nachrichtenagentur AP.

+++ Gaddafi-Rede erwartet +++

[22.26 Uhr] Muammar al-Gaddafi wird sich in Kürze in einer Rede zu den Entwicklungen in Libyen äußern, kündigt das Staatsfernsehen an.

+++ Kreise: VAE und Qatar mit 30 Jets dabei +++

[22.21 Uhr] Die Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf französische Kreise, dass sich die Vereinigten Arabischen Emirate mit 24 und Katar mit bis zu sechs Flugzeugen an der Alliierten-Initiative beteiligen wollen.

+++ Gaddafi-Vertreter beklagt zivile Opfer +++

[22.16 Uhr] Trotz Berichten von anhaltender Gewalt durch Gaddafis Truppen wäscht die libysche Regierung ihre Hände in Unschuld. Es habe Angriffe gegeben, obwohl man sich an die Uno-Forderung nach einem Waffenstillstand gehalten habe, beklagte der Generalsekretär des libyschen Volkskongresses, Mohammed al-Sawi, im Staatsfernsehen. Die "barbarische Aggression" bestärke die libysche Regierung in ihrer "Entschlossenheit, die Bekämpfung der bewaffneten Milizen, die zur al-Qaida gehören, fortzuführen"

Al-Sawi rief internationale Beobachter dazu auf, nach Libyen zu kommen und sich ein Bild von der Situation zu machen. Außerdem sprach er davon, dass sich die Krankenhäuser mit zivilen Opfern füllten.

+++ Spanien schickt Jets nach Libyen +++

[22.09 Uhr] Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero teilte mit, dass vier spanische Kampfjets auf dem Weg nach Libyen seien.

+++ Angeblich französischer Kampfjet abgeschossen +++

[22.03 Uhr] Das libysche Staatsfernsehen berichtet, ein französischer Kampfjet sei über Tripolis abgeschossen worden.

+++ Journalisten in Westlibyen festgenommen +++

[22.01 Uhr] Im Westen des Landes sind mehrere Al-Dschasira-Korrespondenten nach Senderangaben von libyschen Behörden festgenommen worden. Es handelt sich demnach um Mitarbeiter aus Norwegen, Großbritannien, Tunesien und Mauretanien, die seit mehreren Tagen aus Libyen berichtet hatten.

+++ Koalitionstruppen und Rebellen koordinieren sich +++

[21.56 Uhr] Al-Dschasira berichtet, dass die internationalen Truppen mit Aufständischen in den von Gaddafi kontrollierten Gebieten in Kontakt steht.

Alliierte starten gemeinsamen Angriff

+++ Bombardierung ist nur "erste Phase" +++

[21.47 Uhr] Die Angriffe der Koalitionstruppen sind nach offiziellen Angaben Teil der ersten von mehreren geplanten Phasen des Einsatzes in Libyen. US-Vizeadmiral Bill Gortney, Befehlshaber des Zentralkommandos der US-Marine, sagte, bislang seien etwa 110 Tomahawk-Raketen auf 20 Standpunkte der libyschen Luftüberwachung abgefeuert.

Die Maßnahmen dienten zwei Zielen. Erstens sollten damit weitere Angriffe auf Zivilisten und Oppositionsgruppen vor allem in und um Bengasi verhindert werden. Und zweitens sei beabsichtigt, die Fähigkeit des Regimes einzuschränken, sich gegen die Einrichtung einer Flugverbotszone zur Wehr zu setzen.

Zurzeit seien weder US-Bodentruppen im Einsatz noch befänden sich US-Jets direkt über Libyen. Über künftige Aktionen äußerte sich Gortney nicht. Bei Tagesbeginn gelte es zunächst, die bisherigen Erfolge des Koalitionsangriffes in Augenschein zu nehmen.

+++ Kein Einsatz von US-Bodentruppen laut Obama +++

[21.29 Uhr] US-Präsident Barack Obama hat sich während eines Besuches in Brasilien zu den Angriffen in Libyen geäußert. Es handele sich um eine begrenzte Aktion. Die USA könnten nicht untätig bleiben, wenn ein Tyrann seinem eigenen Volk androhe, keine Gnade walten zu lassen.

Der Präsident kündigte an, "unsere einzigartigen Resourcen als Speerspitze ("at the front end") einsetzen. Der Einsatz von Bodentruppen sei nicht geplant. "Ich bin mir der Risiken jeglicher militärischer Aktion zutiefst bewusst", sagte Obama. "Ich will, dass das amerikanische Volk versteht, dass die Anwendung von Gewalt nicht unsere erste Wahl war und keine Wahl, die ich auf die leichte Schulter nehmen."

+++ Staatsfernsehen berichtet von Angriffen auf zivile Ziele +++

[21.17 Uhr] Einem unbestätigten Bericht des libyschen Staatsfernsehens zufolge wurden auch von Zivilisten bewohnte Gebiete der Hauptstadt Tripolis sowie in Bengasi und weiteren Städten getroffen. In der Stadt Misurata seien auch Treibstofftanks Ziele gewesen - Augenzeugen widersprechen diesen Angaben al-Dschasira zufolge. Die Reservoirs dienen der Versorgung Misuratas. Die offizielle Nachrichtenagentur Jana zitierte einen Sprecher der libyschen Streitkräfte, wonach es Verletzte gab.

+++ Augenzeugen berichten von Explosionen in Tripolis +++

[21.07 Uhr] Wie Sprecher des US-Militärs mitteilte, wurden mehrere Geschosse von Schiffen der Marine im Mittelmeer aus abgefeuert. Als Ziele wurden Stellungen in der Umgebung der Hauptstadt Tripolis sowie entlang des Küstenstreifens südlich der Stadt Bengasi angegeben. Der Angriff werde in mehreren Phasen erfolgen, wie der Sprecher weiter mitteilte.

Eine Rakete vom Typ Tomahawk ist laut CNN in der Region um Tripolis eingeschlagen. Ziel seien die Bodentruppen des Machthabers, weil sie Luftabwehrwaffen bei sich trügen. Augenzeugen berichten von schweren Explosionen im Osten von Tripolis.

+++ Auch britische Streitkräfte im Einsatz +++

[20.56 Uhr] Großbritanniens Premierminister David Cameron hat bekannt gegeben, dass auch die Streitkräfte seines Landes inzwischen in Libyen im Einsatz seien. Die Militäraktion sei "notwendig, legal und richtig", sagte er.

+++ USA feuern Cruise Missiles ab +++

[20.55 Uhr] Laut CNN haben die USA einen Luftangriff begonnen. Marschflugkörper seien auf Libyen abgefeuert worden. Ziel der "Operation Odyssey Dawn" sind vor allem Stellungen der libyschen Flugabwehr, wie das Pentagon mitteilte. Sie setzen auch elektronische Kriegsführung ein, sagten Regierungsvertreter laut Reuters. Demnach haben die USA vorübergehend die Leitung des Einsatzes der Koalitionstruppen übernommen.

+++ Gaddafi-Fans scheuen Luftangriffe nicht +++

[20.36 Uhr] Mehrere hundert Gaddafi-Anhänger haben sich in Bab al-Asisija, einer Vorstadt von Tripolis, versammelt. Sie wollten auf diese Weise die Residenz des Machthabers gegen Angriffe französischer Militärjets "schützen", berichtete eine Korrespondentin des arabischen Nachrichtensenders al-Dschasira.

+++ Frankreich kündigt Fortdauer des Einsatzes in Libyen an +++

[20.13 Uhr] Frankreichs Außenminister Juppé hat angekündigt, dass der internationale Einsatz in Libyen auch in den kommenden Tagen weitergehen werde. Die Operation werde andauern, bis Machthaber Gaddafi sich der Uno-Resolution fügen werde.

+++ Drei amerikanische U-Boote im Mittelmeer +++

[20.00 Uhr] Die US-amerikanische Marine hat drei U-Boote ins Mittelmeer geschickt. Sie bereiten sich auf Operationen gegen Libyen vor, teilte ein Beamter des Verteidigungsministeriums mit.

Gaddafi-Anhänger als menschliche Schutzschilde

+++ Rotes Kreuz sorgt sich um Zivilisten +++

[19.53 Uhr] Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) rief alle Parteien auf, während der Kampfhandlungen die humanitäre Lage nicht außer Acht zu lassen. Angesichts der Kämpfe in dicht besiedelten Gebieten seien Zivilisten einem hohen Risiko ausgesetzt. "Die Parteien müssen alle Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und ihre Mittel und Methoden der Kriegsführung bedenken, um es so gut wie möglich zu vermeiden, Zivilisten zu treffen", erklärte Generaldirektor Yves Daccord.

+++ Regierung bestätigt Beschuss libyscher Panzer +++

[19.51 Uhr] Das französische Verteidigungsministerium hat Meldungen vom späten Nachmittag bestätigt, wonach Kampfjets in Libyen Panzer und Militärfahrzeuge beschossen haben. Sowohl die Panzer als auch die Militärfahrzeuge seien zerstört worden. Ein Beamter des Ministeriums sagte allerdings nichts über die Zahl der zerstörten Ziele. Der TV-Sender al-Dschasira hatte von vier Panzern berichtet.

+++ Islamische Staaten begrüßen Libyen-Resolution +++

[19.41 Uhr] Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hat die Resolution der Vereinten Nationen zu Libyen begrüßt. Der Außenministerrat der Organisation, der 58 Staaten angehören, erklärte nach einer Sitzung in Riad, die Resolution 1973 diene dem Schutz der Zivilisten. Es sei absolut inakzeptabel, Zivilisten mit Kampfflugzeugen und Granaten zu attackieren. Die Organisation ermunterte ihre Mitglieder, Kontakte zur libyschen Übergangsregierung in Bengasi aufzunehmen. Gleichzeitig wandte sie sich jedoch gegen jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten und gegen einen Militäreinsatz auf libyschem Boden.

+++ Russland lehnt Militäraktion ab +++

[19.39 Uhr] Russland steht dem militärischen Eingreifen der Koalitionstruppen in Libyen skeptisch gegenüber. "Moskau bedauert die Militäraktion", teilte das Außenministerium mit.

+++ Berlusconi schlägt Stützpunkt bei Neapel als Kommandozentrale vor +++

[19.18 Uhr] An den direkten Militäraktionen gegen Libyen will sich Italiens Premier Berlusconi momentan nicht beteiligen. Aber er brachte einen Stütztpunkt in der Nähe von Neapel in Süditalien als Kommandozentrale ins Spiel. "Ich habe vorgeschlagen, dass die militärische Koordinierung der Operation auf der Nato-Basis in Neapel erfolgen könnte", sagte Berlusconi.

+++ Gaddafi-Unterstützer schirmen Militärgelände in Tripolis ab +++

[19.00 Uhr] Gaddafi habe in Tripolis mehrere ausländische Journalisten zu seinem Militärsitz geholt, berichtet der BBC-Reporter Richard Colebourn. Um das Gelände herum hätten sich einige tausend Unterstützer des Despoten als menschliche Schutzschilde versammelt. Dem Bericht zufolge sagten die Menschen aus, sie seien bereit zu sterben, falls das Gelände angegriffen werde.

+++ US-Streitkräfte wollen libysche Luftabwehr angreifen +++

[18.51 Uhr] Das US-Militär bereitet Angriffe auf libysche Ziele vor. Schiffe und Flugzeuge seien in Position gebracht worden, sagte ein Militär-Sprecher. Die amerikanische Marine werde Stellungen der libyschen Flugabwehr entlang der Küste vom Mittelmeer aus attackieren. An den ersten Militäraktionen französischer Kampfjets seien die US-Streitkräfte hingegen nicht beteiligt.

+++ Gaddafis Panzer beschossen +++

[18.43 Uhr] Inzwischen gibt es nähere Informationen über das Ziel, das der französische Jet beschossen hat. Laut al-Dschasira soll es sich um vier Panzer der libyschen Armee gehandelt haben. Demnach wurden sie zerstört.

+++ Paris schickt Flugzeugträger los +++

[18.22 Uhr] Frankreich wird weiteres militärisches Material Richtung Libyen schicken. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, der Flugzeugträger "Charles de Gaulle" werde Frankreich am Sonntag Richtung Libyen verlassen.

+++ Einsatzgebiet rund um Bengasi +++

[18.10] Der Einsatz der westlichen Kampfflugzeuge beschränkt sich der französischen Armee zufolge zunächst auf den Raum Bengasi. Demnach wird momentan ein Gebiet von 100 bis 150 Kilometern rund um die Rebellenhochburg überwacht.

+++ Erste Schüsse abgefeuert +++

[17.57 Uhr] Ein französischer Kampfjet hat auf ein libysches Militärfahrzeug geschossen. Das verlautete aus Kreisen des französischen Verteidigungsministeriums in Paris. Die Uhrzeit für den ersten Schuss wurde mit 16.45 Uhr GMT (17.45 Uhr MEZ) angegeben. Das Ziel sei zerstört worden.

+++ 20 Kampfjets über Libyen im Einsatz +++

[17.51 Uhr] An dem westlichen Einsatz in Libyen sind offenbar bereits viele Flugzeuge beteiligt. Ein Sprecher der französischen Streitkräfte gibt die Zahl mit 20 an.

+++ Clinton: Keine US-Bodentruppen nach Libyen +++

[17.36 Uhr] US-Außenministerin Hillary Clinton erklärt, die USA setzten ihre Fähigkeiten ein, um den europäischen und kanadischen Verbündeten zu helfen, die Uno-Resolution in Libyen durchzusetzen. Die Vereinigten Staaten würden aber keine Bodentruppen nach Libyen schicken.

+++ Weitere Kampfjets auf dem Weg +++

[17.31 Uhr] Nach Angaben des "Guardian" befindet sich bereits weitere internationale Unterstützung auf dem Weg nach Libyen: Sechs auf Sizilien stationierte dänische F-16-Kampfjets seien am Sonntag einsatzbereit. Sechs von Kanada entsandte CF-18-Kampfflugzeuge seien nach kurzem Zwischenstopp auf dem Prestwick Airport in Glasgow weitergeflogen und in zwei Tagen einsatzbereit. Zudem hätten Zeugen die Landung acht amerikanischer Militärflugzeuge im norditalienischen Aviano bestätigt.

Noch mehr Länder sagen Beteiligung zu

+++ Fünf französische Flugzeuge im Einsatz +++

[17.23 Uhr] Die französische Luftwaffe hat derzeit fünf Flugzeuge über Libyen im Einsatz. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters handelt es sich dabei um ein Awacs-Überwachungsflugzeug sowie vier Kampfjets: zwei vom Typ Mirage und zwei des Typs Rafale.

+++ Internationale Gemeinschaft will Macht demonstrieren +++

[17.20 Uhr] Ein französischer Luftwaffenoffizier, der mit dem Libyen-Einsatz betraut ist, sagte SPIEGEL ONLINE, es gehe nicht darum, "das libysche Militär zu besiegen". Vielmehr wolle man "mit Flügen über Bengasi und über andere Teile des Landes militärische Macht und den Willen demonstrieren, notfalls auch Waffengewalt einzusetzen". Man nenne diese Phase "Show of Force", sagte der Oberst. Mit donnernden Tiefflügen solle der Gegner eingeschüchtert werden.

+++ Obama: USA sind bereit zu handeln +++

[17.16 Uhr] US-Präsident Obama ist derzeit auf Staatsbesuch in Lateinamerika. Bei seiner Stadion in Brasilien hat er sich zur Lage in Libyen geäußert: Die USA seien bereit, in Libyen zu handeln. Die Menschen in Libyen müssten beschützt werden.

+++ Weitere Länder bestätigen Beteiligung an Militäraktion +++

[17.07 Uhr] Laut al-Dschasira haben nun auch Katar, Belgien, die Niederlande und Norwegen eine Beteiligung an militärischen Eingriffen in Libyen bestätigt.

+++ EU-Ratspräsident: "Die Zeit drängt" +++

[17.05 Uhr] EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat das militärische Eingreifen in Libyen verteidigt. "Wir können nicht mit verschränkten Armen danebenstehen und diesen Massakern zusehen", sagte er nach dem Libyen-Sondertreffen in Paris: "Die Zeit drängt." Die EU sei bereit, die Resolution des Uno-Sicherheitsrates umzusetzen. "Wir müssen der Geschichte helfen. Und als allererstes müssen wir das libysche Volk unterstützen und die Leben so vieler Menschen retten."

Nach Worten des Spitzenpolitikers ist die EU bereit, weitere Sanktionen gegen Libyen zu verhängen, um das Regime von Muammar al-Gaddafi in die Knie zu zwingen. Nach Angaben von Diplomaten werden die Außenminister bei einem Treffen am Montag in Brüssel unter anderem über einen möglichen Boykott libyscher Öllieferungen sprechen.

+++ Islamische Konferenz will Opposition stärken +++

[17.02 Uhr] Nach einem Vorstandstreffen der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) in Dschidda zur Situation in Libyen forderte die Organisation laut al-Dschasira ihre Mitgliedstaaten dazu auf, Kontakte zum oppositionellen Nationalen Übergangsrat in Bengasi herzustellen, um dessen Legitimität zu stärken.

+++ Rebellen hoffen auf entscheidende Schwächung Gaddafis +++

[16.59 Uhr] Ein BBC-Reporter berichtet, Rebellen im Osten Libyens hoffen, dass die Intervention des Westens die militärische Infrastruktur von Gaddafi entscheidend schwächen und den endgültigen Machtverlust des libyschen Machthabers herbeiführen wird.

+++ Hintergrund: Die Uno-Resolution 1973 +++

[16.44 Uhr] Acht Seiten umfasst die Uno-Resolution 1973, die die Gewalt gegen Zivilisten in Libyen stoppen soll. Die zentralen Punkte des am Donnerstagabend in New York verabschiedeten Dokuments:

  • Was erlaubt Resolution 1973? Das Papier geht deutlich über das zunächst angestrebte Flugverbot hinaus. Jetzt können auch Luftschläge gegen die Truppen von Muammar al-Gaddafi geführt werden. Seine Luftwaffe könnte so schon am Boden zerstört werden. Auch Angriffe auf Gefechtsfahrzeuge und Stellungen sind möglich, ebenso auf die Söldner-Kolonnen. Vom Meer aus könnten Kreuzer oder U-Boote Marschflugkörper abfeuern.
  • Was erlaubt Resolution 1973 nicht? Definitiv ausgeschlossen ist der Einsatz "einer Besatzungstruppe in jeder Form und in jedem Teil der Republik Libyen". Bodentruppen wird es also nicht geben. Und: Jedes militärische Eingreifen muss dem Schutz von Zivilisten dienen.
  • Wer darf handeln? Allgemein wurde der Einsatz von Nato-Flugzeugen erwartet, insbesondere aus Frankreich und Großbritannien, vielleicht aus den USA und Kanada. In Abstimmung mit den Uno darf aber jedes der 192 Mitgliedsländer handeln. Insbesondere arabische Nachbarn Libyens sollen einbezogen werden.
  • Sieht die Resolution ausschließlich militärische Schritte vor? Nein, das ist der kürzeste, wenn auch stärkste Teil von Resolution 1973. Das Papier verschärft die Kontrollen des Waffenembargos und verbietet die Versorgung ausländischer Söldner in Libyen. Zudem sieht es Reisebeschränkungen für die libysche Nomenklatur vor, deren ausländische Konten zudem eingefroren wurden.
  • Gibt es stärkere Instrumente? Die Autorisierung zu militärischer Gewalt ist die stärkste Waffe des Sicherheitsrates.

+++ Italien stellt Stützpunkte zur Verfügung +++

[16.37 Uhr] Italien beteiligt sich derzeit am Einsatz gegen Gaddafi, indem es Stützpunkte für die Luftwaffen anderer Länder zur Verfügung stellt. Das teilte Premierminister Silvio Berlusconi mit. Kurz zuvor hatte der TV-Sender al-Arabija gemeldet, italienische Flugzeuge seien zu Aufklärungsflügen über Libyen aufgebrochen. Berlusconi hat einen Nato-Stützpunkt in Neapel als Kommandozentrale für die Mission in Libyen vorgeschlagen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

+++ Gaddafi: "Ich bin bereit zu sterben" +++

[16.33 Uhr] Laut CNN verkündete Gaddafi in einem an Barack Obama gerichteten offenen Brief: "Das libysche Volk steht hinter mir, und ich bin bereit zu sterben. Und sie sind bereit zu sterben. Männer, Frauen und sogar Kinder."

+++ Deutschland will sich stärker in Afghanistan einbringen +++

[16.32 Uhr] Deutschland will sich am Libyen-Einsatz nur indirekt beteiligen, indem die Bundeswehr die Nato in Afghanistan stärker entlastet. Außerdem sollen für den Libyen-Einsatz die US-Stützpunkte in Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Libyen-Gipfel in Paris an. Ziel sei es, den Krieg Gaddafis gegen sein eigenes Volk zu beenden und eine Waffenruhe zu erreichen.

+++ US-Kampfjets starten von englischer Basis +++

[16.25 Uhr] Der "Guardian" berichtet, amerikanische Kampfjets vom Typ F-15 Strike Eagle seien von der US-Air-Force-Basis im englischen Lakenheath gestartet. Diese Basis wurde bereits 1986 vom US-Militär für Bombardements auf Libyen genutzt.

+++ TV-Sender: Italienische Flugzeuge starten Überwachungsflüge +++

[16.21 Uhr] Der Fernsehsender al-Arabija meldet, italienische Flugzeuge hätten Überwachungsflüge über Libyen begonnen.

+++ "Enorme Erleichterung" in Tobruk +++

[16.19 Uhr] Ein BBC-Reporter in der Stadt Tobruk sagt, die Rebellen fühlten "enorme Erleichterung", dass die militärische Intervention der westlichen Staaten begonnen habe.

+++ Erbauliches im libyschen Staats-TV +++

[16.09 Uhr] Der staatliche libysche TV-Sender al-Dschamahirijah zeigt in den Minuten der Bekanntgabe des Militäreinsatzes gegen das Gaddafi-Regime patriotische Lieder. Unter anderem sind die Titel "Wir beugen uns nur Gott" und "Libyen ist so süß wie Honig" zu hören, berichtet die BBC.

+++ Cameron: Zeit zu handeln ist da +++

[15.56 Uhr] Der britische Premierminister David Cameron erläutert die Gründe für den Militärschlag: Gaddafi habe die Waffenruhe gebrochen, es sei an der Zeit zu handeln. Gaddafi "hat dies herbeigeführt. Er hat die internationale Gemeinschaft angelogen, er hat eine Waffenruhe versprochen, er hat diese Waffenruhe gebrochen", sagte Cameron. "Wir müssen den Willen der Vereinten Nationen durchsetzen und wir können nicht erlauben, dass Zivilisten abgeschlachtet werden."

Der militärische Einsatz beginnt

+++ Sarkozy: Militärischer Einsatz gegen Libyen beginnt +++

[15.49 Uhr] Das Ergebnis des Libyen-Gipfels in Paris steht fest: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy als Gastgeber des Gipfels gibt im Elysée-Palast bekannt, dass die Umsetzung des vom Uno-Sicherheitsrat beschlossenen Flugverbots über Libyen beginnt. Flugzeuge der Staatengemeinschaft seien bereits dabei, Angriffe der libyschen Armee in Bengasi zu stoppen. Man greife ein, um die Zivilbevölkerung vor den Angriffen eines mörderischen Regimes zu schützen. "Die Tür der Diplomatie wird sich öffnen, wenn die Aggressionen aufhören", sagte Sarkozy an die Adresse Gaddafis.

+++ Erste Details zum internationalen Einsatz werden bekannt +++

[15.47 Uhr] Eine BBC-Reporterin berichtet aus Paris vom Libyen-Gipfel. Demnach hat der niederländische Regierungschef Mark Rutte gesagt, man habe sich darauf geeinigt, dass britische, französische und kanadische Luftstreitkräfte die erste Welle des internationalen Einsatzes fliegen sollen - als Teil eines breiteren Nato-Einsatzes. Es sei möglich, dass dies heute im Laufe des Nachmittags beginne.

+++ Erklärung von Sarkozy "in Kürze" +++

[15.32] Die BBC berichtet, der französische Präsident Nicolas Sarkozy werde "in Kürze" zum Abschluss des Pariser Libyen-Gipfels eine Erklärung abgeben.

+++ TV-Sender: Französische Kampfflugzeuge über Bengasi +++

[15.09 Uhr] Französische Kampfflugzeuge überfliegen nach Informationen des französischen TV-Senders BFMT-TV seit Samstagnachmittag die libysche Rebellenhochburg Bengasi. Dort gibt es Gefechte der Rebellen mit Einheiten des Machthabers Muammar al-Gaddafi. Ein französischer Armeevertreter bestätigte, Rafale-Kampfjets seien zu Aufklärungszwecken über das "gesamte libysche Territorium" geflogen.

+++ USA wollen Einsatz kurz halten +++

[15.01 Uhr] Die USA wollen ihre Beteiligung an einem möglichen Militäreinsatz in Libyen nach einem Zeitungsbericht kurz halten. US-Soldaten dürften nach dem Willen von US-Präsident Barack Obama nur "Tage, nicht Wochen" in den Kampf gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi verstrickt werden, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Regierungskreise. Nur unter dieser Voraussetzung habe der Präsident den Einsatz amerikanischer Piloten bei gemeinsamen Luftschlägen mit europäischen und arabischen Verbündeten genehmigt. Praktisch heißt das dem Bericht zufolge, dass die USA die Führung am Beginn der Zerstörung der libyschen Flugabwehr übernehmen könnten. Das US-Militär sei besser als die Alliierten in der Lage, Ziele aus großen Distanzen zu treffen. Das gelte für das Abfeuern von Raketen von U-Booten, Überwasserschiffen oder Kampfjets aus, habe ein hoher Regierungsbeamter ausgeführt.

Die US-Regierung sei über das Vorgehen in dem nordafrikanischen Land zwiegespalten. Während Außenministerin Hillary Clinton und die UN-Botschafterin Susan Rice für einen harten Kurs gegen Gaddafi seien, hätten Verteidigungsminister Robert Gates und Obamas oberster Anti-Terror-Berater John Brennan zur Vorsicht aufgerufen. Eine militärische Verstrickung in Libyen sei nicht im Sicherheitsinteresse der USA, meinten sie der Zeitung zufolge.

+++ US-Militärflugzeuge tanken in Schottland auf +++

[14.57 Uhr] Die BBC berichtet, US-Militärflugzeuge seien am Flughafen Prestwick in Schottland gelandet, um aufzutanken. Das habe ein Flughafensprecher bekanntgegeben.

+++ Kanada unterstützt schnellen Einsatz gegen Gaddafi-Regime +++

[14.42 Uhr] Kanadas Regierung spricht sich für einen schnellen Beginn eines Libyen-Einsatzes aus. Es seien bereits kanadische Kampfflugzeuge in der Region, die für die Vorbereitung eines Angriffs zwei Tage benötigen, sagte ein Regierungssprecher.

+++ Rebellen berichten von 27 Toten in Misurata +++

[14.30 Uhr] Nach Angaben von aufständischen Kämpfern wurden Gaddafi-Truppen in der Stadt Misurata zurückgeschlagen. Dabei starben allerdings 27 Kämpfer der Rebellen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

+++ Kampfjets landen in Sizilien +++

[14.21 Uhr] Sechs dänische Kampfflugzeuge des Typs F-16 sind auf einem US-Stützpunkt in Sizilien gelandet. Das teilte ein Sprecher der dänischen Luftwaffe mit. Norwegen wird demnach für den internationalen Einsatz ebenfalls sechs Jets dieses Typs bereitstellen.

+++ Libyen-Gipfel läuft +++

[14.04 Uhr] Spitzenpolitiker aus aller Welt beraten zur Stunde in Paris über das weitere Vorgehen gegen Muammar al-Gaddafi. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt an dem Sondergipfel im Elysée-Palast teil. Deutschland hat sich bei der Abstimmung im Uno-Sicherheitsrat enthalten und will an keinem Militärschlag teilnehmen. Von den arabischen Ländern waren vor allem Vertreter Jordaniens, Marokkos, Katars und der Golf-Emirate in Paris präsent. Nach einem Online-Bericht der regierungsnahen französischen Zeitung "Le Figaro" sollen noch am Samstagnachmittag erste Luftschläge gegen das libysche Regime erfolgen. Die ersten Luftschläge gegen Tripolis könnten unmittelbar nach Abschluss des Pariser Gipfels erfolgen, hieß es in dem Bericht. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy will das Treffen um 15.30 Uhr mit einer Erklärung beenden.

Mehr als 20 Tote in Bengasi

+++ Mehr als 20 Tote bei Kämpfen in Bengasi +++

[13.48 Uhr] SPIEGEL-ONLINE-Reporter Jonathan Stock gibt einen aktuellen Überblick über die Lage in der umkämpften Stadt Bengasi: "Einheimische Kämpfer berichten, dass Gaddafis Soldaten sich zurückgezogen haben. Sie rechnen aber mit einem weiteren Angriff in den nächsten Stunden. Gaddafis Soldaten hätten den Süden der Stadt mit Artillerie beschossen und seien dann mit Panzern eingerückt. Zwei Panzer seien erobert worden, mehr als zehn Gefangene wurden gemacht. Die Panzer werden in der Stadt gezeigt.

In das Jala-Krankenhaus in Bengasi werden seit acht Uhr morgens Verletzte und Tote gebracht. Nach Angaben von Dr. Hasam, Mitarbeiter des Krankenhauses, waren es bis 13 Uhr mehr als 20 Tote und mehr als 50 Verletzte. Darunter ist auch der Pilot des abgeschossenen Rebellenflugzeuges. Das Jala-Krankenhaus ist eines von drei Krankenhäusern in der Stadt. Die Einwohner der Innenstadt haben Straßensperren errichtet aus Müllcontainern, Holzpaletten und Steinen. Sie fordern ein schnelles Eingreifen der internationalen Gemeinschaft."

+++ Militärschlag könnte direkt nach Pariser Gipfel beginnen +++

[13.37 Uhr] Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, eine militärische Intervention gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi könnte beginnen, sobald die Gespräche beim Gipfel in Paris abgeschlossen sind. Die Meldung stützt sich auf Aussagen eines Insiders bei den Verhandlungen. Demnach könnten Frankreich, Großbritannien und Kanada gemeinsam an einer ersten Intervention teilnehmen. Die USA würden danach hinzukommen und die arabischen Staaten im Anschluss daran.

+++ Rebellen wollen Gaddafi-Truppen aus Bengasi vertrieben haben +++

[13.32 Uhr] Ein Sprecher der Rebellen in Bengasi hat mitgeteilt, die Aufständischen hätten Gaddafis Truppen aus dem Osten der Stadt vertrieben. Man habe vier Panzer der Regierungstruppen in seine Gewalt gebracht. Zuvor hatte es in der Stadt Jubelszenen gegeben, als hunderte Personen auf die Straßen strömten, mit Waffen in die Luft schossen und die Erfolge der Rebellen feierten.

+++ Uno bereitet sich auf Flüchtlingswelle vor +++

[13.24 Uhr] Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen bereitet sich auf einen Ansturm an Flüchtlingen aus Libyen vor. Nach dem Beginn der Kämpfe in Bengasi rechne man mit 200.000 Personen, die flüchten, teilte eine Sprecherin der Organisation mit. Den Angaben zufolge kommen immer mehr Familien an der Grenze zu Ägypten an, die extrem verängstigt und traumatisiert seien.

+++ Türkei bietet sich zur Überwachung einer Waffenruhe an +++

[13.19 Uhr] Die Türkei hat sich zur Überwachung einer stabilen Waffenruhe der Konfliktparteien in Libyen bereiterklärt. "Die Türkei ist bereit, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um ein Ende des Leids zu erreichen", zitierten türkische Medien am Samstag Außenminister Ahmet Davutoglu. "Sollten aber die Bemühungen für ein Endes des Leids scheitern, sind die nächsten Schritte in der Uno-Resolution 1973 klar dargelegt." Davutoglu forderte ein sofortiges Ende der Angriffe auf Wohngebiete und den Schutz von Zivilisten.

+++ Libyens Rohölproduktion deutlich gefallen +++

[13.12 Uhr] Libyen denkt offenbar darüber nach, Ölgeschäfte verstärkt mit China, Indien und anderen Nationen zu tätigen, die das Gaddafi-Regime als Freunde betrachtet. Der Vorsitzende des nationalen Ölunternehmens, Shukri Ghanem, sagte Libyens Rohölproduktion sei auf unter 400.000 Barrel pro Tag gefallen - im Vergleich zu 1,6 Millionen Barrel täglich vor dem Beginn des Aufstandes. "Wegen dieser Situation werden wir schauen, ob wir Blockverträge an Länder vergeben, die bereit sind zu kommen und im Land zu arbeiten, weil wir die Produktion erhöhen wollen", sagte er. Er nannte China, Indien und Brasilien als mögliche Partner. Er forderte westliche Ölfirmen auf, ihre Angestellten zurück ins Land zu holen, damit die Produktion wieder aufgenommen werden könne.

+++ Menschenmassen bilden angeblich Schutzschild +++

[12.57 Uhr] Nach Angaben der staatlichen libyschen Nachrichtenagentur versammeln sich Menschenmengen an den Orten, die potentielle Angriffsziele der internationalen Gemeinschaft sein könnten. Es lässt sich nicht überprüfen, ob dies tatsächlich so ist oder eine Propagandalüge des Regimes.

+++ Zivilisten fliehen aus Bengasi +++

[12.53 Uhr] Hunderte mit Zivilisten besetzte Autos haben Bengasi verlassen und fahren in Richtung Osten, wo die Rebellen weitere Gebiete halten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. "Müssen wir warten bis Gaddafis und alle umbringt, bevor die Welt handelt?", fragte einer der Flüchtlinge. "Als wir die Uno-Resolution gehört haben, waren wir sehr glücklich und dachten, wir hätten unsere Freiheit. Aber jetzt sind wir allein den Killern ausgeliefert."

+++ Großbritannien verlegt Kampfflugzeuge in Mittelmeerraum +++

[12.47 Uhr] Großbritannien bereitet sich auf ein militärischen Eingreifen in Libyen vor. Die Streitkräfte haben mit der Verlegung von Kampfflugzeugen in den Mittelmeerraum begonnen. An dem Einsatz sollen Maschinen der Typen Tornado und Eurofighter beteiligt sein, berichtete die BBC. Außerdem sollen Aufklärungsflugzeuge der Typen Nimrod und Sentinel sowie VC-Tankflugzeuge in Stellung gebracht werden. Die BBC sendete Bilder, die die Landung zweier kanadischer Kampfjets auf einem schottischen Flugfeld zeigen.

+++ Britische Sondereinheiten schon seit Wochen in Libyen +++

[12.45 Uhr] Sondereinheiten des britischen Militärs sind einem Medienbericht zufolge bereits vor Wochen nach Libyen eingesickert. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" am Samstag unter Berufung auf Berliner Sicherheitskreise berichtete, sollen getarnte Teams der Eliteeinheiten Special Air Service (SAS) und Special Boat Service (SBS) strategische Ziele wie Militärflughäfen, Luftabwehrstellungen und Kommunikationszentralen vermessen und für Bombenangriffe markiert haben. Die britischen Kommandos SAS und SBS, die auch für verdeckte Aktionen in Afghanistan und im Irak eingesetzt werden, sind für Operationen hinter feindlichen Linien ausgebildet.

+++ Verwirrung um Rebellenführer +++

[12.41 Uhr] Die Führung der Rebellen hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach der frühere Innenminister des Gaddafi-Regimes, der zwischenzeitlich zur Opposition übergelaufen war, sich wieder der Regierung angeschlossen habe. Das libysche Staatsfernsehen berichtete, Abdel Fattah Younes al Abidi habe seinen alten Posten als Innenminister wieder eingenommen und zeigte Bilder, wie er von Gaddafi begrüßt wird. Es ist unklar, von wann die Aufnahmen stammen. Abidi hatte am 15. März das Kommando über die Truppen der Rebellen übernommen. Laut Rebellenführer Mustafa Abdel-Jalil hat er diese Position weiterhin inne. Al-Dschasira vermutet, dass die Personalie ein Teil eines Medienkrieges zwischen Gaddafis Anhängern und den Rebellen sei.

Gaddafi-Truppen greifen Misurata an

+++ Gaddafi-Scharfschützen sollen zwei Menschen erschossen haben +++

[12.24 Uhr] Nach Angaben eines Einwohners der Stadt Misurata haben Gaddafi ergebene Scharfschützen zwei Menschen erschossen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. "Wir haben heute morgen zwei Tote, weil Scharfschützen auf manchen Häusern sind und sie Leute erschießen. Sie schießen auf jeden, den sie sehen", wird der Mann zitiert.

+++ Gaddafis Artillerie greift Misurata an +++

[12.11 Uhr] Truppen von Muammar al-Gaddafi haben mit Artillerie die von den Rebellen besetzte Stadt Misurata angegriffen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ein Telefongespräch mit einem Einwohner. Gaddafis Truppen hätten die drittgrößte Stadt des Landes in den frühen Morgenstunden beschossen. "Jetzt ist die Situation relativ ruhig. Aber sie sind immer noch in den Außenbezirken der Stadt, und die Wasserversorgung Misuratas ist abgestellt", wird der Mann zitiert. Die Darstellung konnte von Reuters nicht verifiziert werden, weil die Machthaber Journalisten verboten haben, die Stadt zu betreten.

+++ Nato bereitet sich auf Einsatz vor +++

[11.59 Uhr] Die Nato bereitet sich auf ein militärisches Eingreifen des Bündnisses in Libyen vor - doch noch gibt es kein Mandat dafür. Am Samstag berieten die Botschafter der 28 Nato-Staaten in Brüssel über Details zur Kriegsvorbereitung, um dem Regime von Muammar al-Gaddafi Einhalt zu gebieten. "Wir treiben mit Hochdruck die Planungen voran und gehen die einzelnen Schritte durch", sagte ein Nato-Sprecher auf Anfrage. "Wir wollen fertig sein, wenn es losgehen sollte."

+++ Gaddafi nennt Obama "Sohn" +++

[11.54 Uhr] Die Äußerungen von Muammar al-Gaddafi werden immer seltsamer. In einem Brief an Barack Obama nannte er den US-Präsidenten seinen "Sohn". "Selbst wenn Libyen und die USA - Gott verbiete es - in den Krieg miteinander treten, wirst Du für immer mein Sohn bleiben", so das Schreiben. Darin versteifte er sich auf die Behauptung, in Libyen nicht Gegner seiner Diktatur, sondern das ganz Nordafrika umspannende Terrornetz al-Qaida zu bekämpfen. "Was würdest Du tun, wenn Du sie in bewaffneter Kontrolle über amerikanische Städte vorfändest? Wie würdest Du Dich verhalten, damit ich Deinem Beispiel folgen kann?", schloss der Brief an Obama.

+++ Clinton, Cameron und Sarkozy treffen sich vor Libyen-Gipfel +++

[11.50 Uhr] US-Außenministerin Hillary Clinton, der britische Premierminister David Cameron und der französische Präsident Nicolas Sarkozy werden sich um 12.30 Uhr deutscher Zeit in Paris treffen, um über die Situation in Libyen zu sprechen. Das teilte ein US-Offizieller mit. Eine Stunde darauf sollen andere europäische Staats- und Regierungschefs mit Vertretern der Uno, der Europäischen Union und der Arabischen Liga über Maßnahmen gegen das Gaddafi-Regime beraten.

Britischer Premier Cameron (l.), französischer Präsident Sarkozy: Treffen in Paris

Britischer Premier Cameron (l.), französischer Präsident Sarkozy: Treffen in Paris

Foto: Remy de la Mauviniere/ AP

+++ Al-Dschasira: Lager des Roten Kreuzes unter Beschuss +++

[11.45 Uhr] Der TV-Sender al-Dschasira berichtet, ein Lager des libyschen Roten Kreuzes im Zentrum von Bengasi sei unter Beschuss.

+++ Gaddafi: Uno-Resolution "ungültig" +++

[11.27 Uhr] Der Machthaber meldet sich zu Wort: Muammar al-Gaddafi hat die Uno-Resolution, wonach libysche Zivilisten durch eine Flugverbotszone, Luftangriffe oder andere "erforderliche Maßnahmen" geschützt werden sollen, als "ungültig" bezeichnet. "Dies ist Unrecht, dies ist eine klare Aggression", zitierte ein Sprecher aus Briefen Gaddafis an Frankreich, Großbritannien und die USA. Der Sprecher teilte mit, Gaddafi habe gesagt, die westlichen Mächte würden es "bereuen", wenn sie sich in libysche Angelegenheiten einmischten. Die Weltmächte hätten kein Recht, in dem Land zu intervenieren. "Libyen ist nicht für euch, Libyen ist für die Libyer."

+++ Bengasi unter fortwährender Attacke +++

[11.18 Uhr] Alle Berichte unabhängiger Quellen konterkarieren die Darstellung des libyschen Regimes. Einem BBC-Reporter zufolge ist die Lage in Bengasi unverändert so, dass es einen fortwährenden Angriff auf die Stadt gibt. Seiner Einschätzung nach besteht das Problem für die internationale Gemeinschaft darin, dass es fraglich ist, ob man Panzer in den Straßen der Stadt angreifen kann.

+++ "Von Jubel zu düster" +++

[11.06 Uhr] In Bengasi hat sich die Stimmung nach Angaben eines "Guardian"-Reporters gedreht - von Jubel zu düster. Nervöse Männer mit Schusswaffen und Granaten seien an den Barrikaden postiert.

+++ Westerwelle verteidigt deutsche Position +++

[11.00 Uhr] Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle verteidigt die Enthaltung Deutschlands bei der Libyen-Resolution im Uno-Sicherheitsrat. "Wir haben das sehr gründlich erwogen und eine grundsätzliche Entscheidung getroffen. Die gilt", sagte er dem SPIEGEL. Deutschland werde sich nicht mit Soldaten am militärischen Eingreifen in Libyen beteiligen. Er sehe sich in einer Tradition der militärischen Zurückhaltung, sagte Westerwelle. Es sei verständlich, dass die Aufständischen um Unterstützung gebeten hätten. "Aber wieso hat der Westen die primäre Verantwortung und nicht die Staaten der Region, die Arabische Liga vor allem?"

+++ Gaddafi-Truppen bombardieren Zintan +++

[10.57 Uhr] Ein Sprecher des oppositionellen libyschen Nationalrates hat mitgeteilt, Gaddafi-treue Truppen hätten die Stadt Zintan im Westen des Landes bombardiert. Der Sprecher sprach mit dem TV-Sender al-Arabija.

+++ "Die Internationale Gemeinschaft hat versagt" +++

[10.52 Uhr] SPIEGEL-ONLINE-Reporter Jonathan Stock hat ein Kurzinterview mit Fateh Terbel, Mitglied des provisorischen nationalen Übergangsrats und Anwalt für die Familien der Opfer des Abu-Salim-Massakers, geführt.

SPIEGEL ONLINE: Herr Terbel, in Bengasi wird trotz der Uno-Sanktionen gekämpft, Gaddafis Armee kann jeden Moment die Stadt einnehmen. Was erwarten sie jetzt von der internationalen Gemeinschaft?

Fateh Terbel: Wir Libyer denken, dass die internationale Gemeinschaft versagt hat. Er hat schon so viele Verbrechen verantwortet, dieser Krieg gegen sein eigenes Volk ist ein weiteres. So wie sie jetzt mit ihm umgehen, ist es nicht akzeptabel. Sie haben Hilfe versprochen, es ist keine Hilfe gekommen.

SPIEGEL ONLINE: Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Terbel: Weil sie mit Gaddafi Geschäfte machen. Es ist beschämend, sie machen Geschäfte mit einem Kriminellen. Öl ist Ihnen wichtiger als Menschenrechte.

SPIEGEL ONLINE: Sie sind einer der führenden Rebellen, Mitglied des Nationalen Übergangsrates und werden in der Stadt als "Funke der Revolution" bezeichnet. Haben Sie Angst, mit Gaddafis Truppen vor der Tür?

Terbel: Nein. Früher unter Gaddafi, zu Zeiten des Abu-Muslim-Massakers hatte ich mehr Angst. Die Umstände waren schlimmer. Jetzt habe ich mehr Hoffnung, das libysche Volk ist auf unserer Seite.

SPIEGEL ONLINE: Wie wird sich die Situation in der Stadt weiter entwickeln?

Terbel: Das ist nur eine Medienshow von Gaddafi, damit er zeigen kann, dass seine Truppen die Stadt erobert hätten. Er wird sich zurückziehen.

SPIEGEL ONLINE: Was werden sie mit Ihnen tun, wenn sie geschnappt werden?

Terbel: (Zeigt mit der Hand, wie ihm der Kopf abgetrennt wird).

+++ Opposition appelliert an internationale Gemeinschaft +++

[10.40 Uhr] Mustafa Abdul Jalil, der Vorsitzende des oppositionellen libyschen Übergangsrates, richtet über al-Dschasira einen dramatischen Appell an die Öffentlichkeit: "Die internationale Gemeinschaft greift spät ein, um Zivilisten vor Gaddafis Truppen zu schützen. Heute gibt es in Bengasi eine Katastrophe, wenn die internationale Gemeinschaft nicht die Resolution des Uno-Sicherheitsrates durchsetzt. Wir wenden uns an die internationale Gemeinschaft, an die gesamte freie Welt: Stoppt diese Tyrannei davor, Zivilisten umzubringen."

Einwohner Bengasis sammeln Flaschen für Molotow-Cocktails

+++ Angespannte Ruhe in Bengasi +++

[10.36 Uhr] SPIEGEL-ONLINE-Reporter Jonathan Stock hat neue Informationen aus der umkämpften Stadt: "Chris McGreal vom "Guardian" berichtet, dass Gaddafis Truppen westlich des Bengasi Medical Hospitals stehen würden. Sie hätten Katjuschas dabei, würden aber mit Maschinengewehren schießen. "Das abgeschossene Flugzeug ist ein Flugzeug der Rebellen - das erzählen zumindest alle, die ich in der Stadt getroffen habe", sagt er. Ein spanischer Fotograf, der nicht genannt werden möchte, war am Ouzou-Hotel und berichtet, dass es gerade geschlossen wird, die Kämpfe wären zwei Kilometer südlich davon. Die Atmosphäre in der Stadt ist sehr angespannt, die Kämpfer der Rebellen sind immer noch unorganisiert, fahren mit Taxis den Soldaten Gaddafis entgegen. Die Stadt ist ruhig, seit fünf Minuten ist kein Feuer mehr zu hören."

+++ Oppositionsführer: Abgeschossener Kampfjet gehörte zu Rebellen +++

[10.30 Uhr] Mustafa Abdul Jalil, der Vorsitzende des oppositionellen libyschen Übergangsrates, hat al-Dschasira gesagt, Wohngebiete in Bengasi seien unter Beschuss durch Artillerie und Panzer. Zudem teilte er mit, der abgeschossene Kampfjet habe zu den Rebellen gehört.

+++ Einwohner Bengasis sammeln Flaschen für Molotow-Cocktails +++

[10.22 Uhr] Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters sammeln junge Männer in Bengasi Flaschen, um daraus Molotow-Cocktails zu machen. Manche Einwohner haben aus Bettrahmen und Metallresten Barrikaden gebaut. "Wo ist Frankreich, wo ist die Nato?", schrie eine Frau dem Bericht zufolge. "Es ist zu spät."

+++ Regierung bestreitet Abschuss von Kampfjet +++

[10.21 Uhr] Die Berichte sind eindeutig - doch das libysche Regime verneint, dass einer ihrer Kampfjets abgeschossen worden sei. Das sei nicht korrekt, sagt Regierungssprecher Ibrahim Musa.

+++ Oppositioneller hält Waffenruhe für Gaddafi-Finte +++

[10.09 Uhr] Ein libyscher Oppositioneller sagt auf al-Dschasira, dass Gaddafis Waffenruhe lediglich ein Manöver gewesen sei, um Zeit zu gewinnen. Es sei höchst unwahrscheinlich, dass die Regierungstruppen in Bengasi ohne Befehl aus Tripolis handelten. Es sei viel wahrscheinlicher, dass Gaddafi das eine sage und das andere tue. Was brauche es noch, um die Welt zu überzeugen, dass Gaddafi kurz davor sei, ein großes Massaker zu begehen.

+++ "Schüsse in der Ferne" +++

[10.05 Uhr] Ein Reporter von al-Dschasira berichtet aus Bengasi: "Wir hören immer noch Schüsse in der Ferne", sagt er. Flaks, Krankenwagen und medizinisches Personal sei in Richtung der Schüsse unterwegs.

+++ Gaddafi-Truppen rücken vor +++

[09.56 Uhr] SPIEGEL-ONLINE-Reporter Jonathan Stock ist in Bengasi. Seine Eindrücke: "Es fahren immer noch Autos auf den Straßen. Man hört das Artilleriefeuer näher kommen, es sind Rauchwolken im Süden der Stadt zu sehen." Ein US-Journalist habe eine Fahrt in die Stadt unternommen. "Er berichtet, dass die Innenstadt verbarrikadiert ist und dass Gaddafis Soldaten die Universität im Süden der Stadt genommen hätten."

+++ Libyscher Außenminister: Waffenruhe "glaubhaft und beständig" +++

[09.47 Uhr] Das libysche Regime beteuert, sich an die Waffenruhe zu halten. Außenminister Mussa Kussa sagte dem BBC-Radio, die Waffenruhe sei "real, glaubhaft und beständig". Man sei bereit, so schnell wie möglich Beobachter ins Land zu lassen. Derartige Beteuerungen scheinen angesichts unabhängiger Berichte aus Bengasi bizarr. Ein BBC-Journalist berichtet, er habe Panzer Gaddafi-treuer Truppen in der Stadt gesehen.

+++ Uneinigkeit über Kommandostruktur +++

[09.40 Uhr] Wenige Stunden vor einem Libyen-Sondergipfel in Paris besteht noch Uneinigkeit über die Befehlstruktur bei dem geplanten Militäreinsatz. Während England eine Führungsrolle der Nato befürworte, plädiere Frankreich für ein multinationales Kommando unabhängig von der Nato. Frankreich halte die Nato nicht für geeignet, eine neue Front in der arabischen Welt zu eröffnen, berichtet die regierungsnahe Pariser Zeitung "Le Figaro". Nach Angaben der Zeitung will Frankreich für den Einsatz bis zu 25 Kampfflugzeuge der Typen Rafale und Mirage 2000 bereitstellen. Außerdem soll am Montag der Flugzeugträger Charles de Gaulle in das Krisengebiet entsandt werden.

Zu dem Treffen, das um 13.30 Uhr beginnt, werden Spitzenvertreter der Europäischen und Afrikanischen Union, der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga erwartet. Sie wollen über die Umsetzung der UN-Resolution beraten, die Militäreinsätze gegen Libyen erlaubt.

+++ "Wo sind die westlichen Mächte?" +++

[09.36 Uhr] Die Lage in Bengasi ist dramatisch. Al-Dschasira berichtet, Rebellen in der Stadt hätten Betonbarrikaden auf den Straßen errichtet, die zum Gerichtsgebäude führen, wo der libysche Nationalrat - die politische Vertretung der Rebellen - seinen Sitz hat. Ein Sprecher der Aufständischen sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Sie haben Bengasi aus westlicher Richtung betreten. Wo sind die westlichen Mächte? Sie sagten, sie könnten innerhalb von Stunden zuschlagen."

+++ Rebellen befürchten wirkungslose Drohung +++

[09.30 Uhr] Ein Reporter der BBC berichtet aus der Rebellenstadt Tobruk im Nordosten des Landes am Mittelmeer. Dort gebe es große Angst, dass die Drohung einer militärischen Intervention der westlichen Welt bei Gaddafi nicht die gewünschte Wirkung entfaltet. Die Sorge gehe um, dass sich die Regierungstruppen langsam von Westen nach Osten vorarbeiten und die Kontrolle über das Land zurückgewinnen, falls Gaddafi nicht aufgehalten wird.

+++ Artillerie beschießt Bengasi +++

[09.24 Uhr] Der TV-Sender al-Dschasira berichtet, Bengasi werde von Artillerie etwa 20 Kilometer vor der Stadt beschossen. Die libysche Regierung hat über die offizielle Nachrichtenagentur Jana mitgeteilt, ihre Truppen seien von Rebellen angegriffen worden und hätten sich lediglich verteidigt. Die "Gangs von al-Qaida" hätten die Regierungstruppen westlich von Bengasi angegriffen.

Dänische Kampfflugzeuge: Landung in Sizilien

Dänische Kampfflugzeuge: Landung in Sizilien

Foto: Andrew Medichini/ AP

+++ Dänemark schickt sechs Kampfjets für Libyen-Einsatz +++

[09.18 Uhr] Dänemark hat am Samstag sechs Kampfflugzeuge des Typs F-16 für einen Libyeneinsatz nach Sizilien geschickt. Zuvor hatte das Parlament in einer Nachtsitzung einstimmig der Beteiligung an einem internationalen Einsatz zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen zugestimmt. Verteidigungsministerin Gitte Lillelund Bech erklärte, vier F-16 seien ab Sonntag einsatzbereit. Die anderen stünden als Reserve bereit. Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen sprach von einem historischen Votum über alle Parteigrenzen hinweg. Auch die linke Einheitsliste, die gegen Kriegseinsätze in Afghanistan und im Irak gekämpft hatte, stimmte zu.

+++ Rebellen schießen Kampfjet der Regierung ab +++

[09.15 Uhr] Noch kontrollieren die Regimegegner die Stadt Bengasi. Ein Kampfflugzeug wurde abgeschossen. SPIEGEL-ONLINE-Reporter Jonathan Stock beobachtete, wie das Flugzeug über der Rebellenstadt abstürzte. Es könnte sich dabei um einen Kampfjet der libyschen Armee gehandelt haben, der von Luftabwehrgeschützen getroffen wurde. Laut al-Dschasira gehörte das Kampfflugzeug zu den Verbänden von Machthaber Muammar al-Gaddafi. Der Abschuss löste nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP in Bengasi Freudenschüsse aus.

+++ Regierung bestreitet Kampfhandlungen in Bengasi +++

[09.12 Uhr] Ein Sprecher der libyschen Regierung hat erklärt, ihre Streitkräfte seien in keine Kämpfe in Bengasi verwickelt. Die Regierung halte sich an die Waffenruhe.

+++ Gaddafi-Truppen greifen Bengasi an +++

[09.08 Uhr] Trotz eines am Vortag verkündeten Waffenstillstands haben Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi am Samstagmorgen das ostlibysche Bengasi angegriffen. Die Stadt sei mit Flugzeugen bombardiert worden, die Lage unübersichtlich, sagte ein Korrespondent des arabischen Nachrichtensenders al-Dschasira am Ort des Geschehens.

ulz/ler/can/dpa/dapd/Reuters/AP
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