Misshandlungen im Irak Kerry fordert Entschuldigung von Bush

George W. Bush hat die Misshandlungen irakischer Häftlinge durch US-Soldaten zwar in zwei Interviews mit arabischen TV-Sendern verurteilt. Sein demokratischer Herausforderer John Kerry fordert jedoch, der Präsident müsse sich formell bei den Irakern entschuldigen und die Verantwortung für die Taten übernehmen.




Bush im TV-Interview: Misshandlungen verurteilt
REUTERS/ Al-Hurra

Bush im TV-Interview: Misshandlungen verurteilt

Washington - Der Präsident sei der Welt eine Erklärung schuldig und müsse eine angemessene Verantwortung übernehmen, sagte Kerry während einer Wahlkampfveranstaltung in Kalifornien. Von Bush wäre eine Entschuldigung oder etwas in dieser Art für das Verhalten der Soldaten richtig gewesen, sagte Kerry.

Bush hatte in den beiden Interviews erneut erklärt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen zu wollen und die Misshandlungen verurteilt, aber sich nicht ausdrücklich entschuldigt. Dies hatte zuvor Bushs Sprecher Scott McClellan im Namen der US-Regierung getan.

Kerry kritisierte die Reaktion der Regierung auf die Vorwürfe als zu langsam und unangemessen. Besonders das Pentagon habe hier schlecht reagiert. Kerry hob besonders Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und den Chef des Generalstabs, General Richard Myers, hervor. Es müsse noch geklärt werden, wer hier wann was gewusst habe.

US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice entschuldigte sich nach Angaben der "Washington Post" dagegen als erstes Mitglied der US- Regierung wegen der Misshandlungen. "Es tut uns sehr Leid, was mit diesen Menschen geschehen ist", sagte Rice in einem von der Zeitung zitierten Interview eines arabischen Fernsehsenders. Auch der Sprecher der US-Streitkräfte im Irak, Mark Kimmitt, entschuldigte sich für die "beschämenden Vorfälle".

Sowohl Bush als auch später McClellan wichen Fragen danach aus, ob das Internationale Komitee des Roten Kreuzes und Menschenrechtsgruppen die US-Einrichtungen kontrollieren dürfen.

Der Verteidigungsausschuss des US-Senats lud Rumsfeld zu einer öffentlichen Anhörung vor. Das teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Der Ausschuss möchte unter anderem klären, wer zur Zeit der Misshandlungen im Gefängnis von Abu Ghureib im Irak verantwortlich war und was nach Bekanntwerden der Vorwürfe von der Armeeführung unternommen wurde.

Bush beantragt 25 Milliarden Dollar Sicherheitsreserve

Bush kündigte an, er werde beim US- Kongress eine Sicherheitsreserve in Höhe von 25 Milliarden Dollar für Militäroperationen im Irak und in Afghanistan beantragen. Das Geld sei für das am 1. Oktober beginnende neue Haushaltsjahr bestimmt, teilte der Präsident mit. Es müsse sichergestellt werden, dass es bei der Finanzausstattung der Truppen keine Unterbrechung gebe.

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