Diplomatische Mission USA wollen inhaftierten Amerikaner aus Nordkorea holen

Es könnte ein Zeichen der Entspannung zwischen Nordkorea und den USA sein: Ein hochrangiger US-Diplomat reist in das kommunistische Land, um die Entlassung eines Amerikaners aus einem Arbeitslager zu erreichen. Es ist der erste Besuch eines US-Regierungsmitglieds seit mehr als zwei Jahren.

Baes Schwester mit einem Bild ihres Bruders: 23 Kilo Gewicht verloren
REUTERS

Baes Schwester mit einem Bild ihres Bruders: 23 Kilo Gewicht verloren


Pjöngjang - Ein hoher US-Diplomat wird am Freitag nach Nordkorea reisen, um sich für die Freilassung eines Ende April zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilten amerikanischen Staatsbürgers einzusetzen. Das sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums.

Der Besuch von Bob King, dem US-Sondergesandten für Menschenrechte in Nordkorea, wird die erste Visite eines amerikanischen Regierungsmitglieds in der kommunistischen Diktatur seit mehr als zwei Jahren sein. King wird eine Begnadigung von Kenneth Bae aus humanitären Gründen erbitten, teilte die Sprecherin weiter mit.

Der 45-Jährige Bae, ein US-Bürger mit koreanischen Wurzeln, war als Tourist nach Nordkorea eingereist. Dort war er wegen angeblicher "feindlicher Akte" gegen das Land verhaftet und verurteilt worden. Es wurde schon damals spekuliert, dass Nordkorea Bae als Faustpfand nutzen könnten, um Zugeständnisse der USA zu erpressen.

Bae leidet an Diabetes und hat nach Angaben seiner Schwester in dem Lager mehr als 23 Kilogramm Körpergewicht verloren. Er habe Probleme mit den Nieren und der Leber. Bae musste zuletzt in ein Krankenhaus eingewiesen werden.

Nach Darstellung Pjöngjangs handelt es sich bei Bae um einen militanten evangelikalen Christen, der die Nordkoreaner zum Sturz der Führung aufwiegeln wollte. US-Angaben zufolge ist Bae als Reiseveranstalter tätig.

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Zeichen der Entspannung zwischen Nordkorea und dem mit den USA verbündeten Südkorea. Diplomaten hoffen, dass die Freilassung Baes die zuletzt festgefahrenen Gespräche über das Atomprogramm Nordkoreas wieder in Gang bringen könnte.

ade/heb/AFP/AP/Reuters

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neill1983 28.08.2013
1. Nicht freilassen!
1. wieso jmd freilassen? Selbst wenn er unschuldig ist, sollte er gefangen bleiben... Siehe Guantanamo... 2. freilassen und Sanktionen aufrecht erhalten lassen? Ne ist klar... 3. mit allen Mitteln gegen die Weltenpolizei USA kämpfen Just my 2 Cents
robert.haube 28.08.2013
2. Entspannung notwendig für wirtschaftliche Entwicklung
Der Entspannungskurs, den die nordkoreanische Führung eingeschlagen hat, hat handfeste wirtschaftliche Beweggründe. Investoren kommen nicht in ein Land, das zumindest verbal ständig am Rande eines Krieges steht. Und schon stellen sich erste Zusagen ein. Die südkorenische Nachrichtenagentur Yonhap meldet, dass der chinesische Automobilkonzern FAW ein Werk in der nordkoreanischen Sonder-Wirtschaftszone Rason errichten wird.
tinosaurus 28.08.2013
3. nicht zu fassen
Amerika-Bashing um jeden Preis. Ohne Zusammenhang und mit allen Mitteln. Diesem Foristen kann ich nur ein Asyl-Antrag für ein Leben in Russland, China oder Nordkorea empfehlen - weil, da gibt es kein Guatanamo und keine Weltenpolizei.
rumi.rumi 28.08.2013
4. Man muss das mal richtig stellen...
Nordkorea ist kein "kommunistisches Land". In dieser Welt gab es noch nie ein "kommunistisches Land" und wird es vermutlich auch nie geben. Allgemein werden autoritäre Einparteiensysteme als "kommunistisch" bezeichnet, deren führende Partei sich den Kommunismus als hehres Ideal und Ziel ins Parteiprogramm geschrieben hat. Deshalb nennen sich solche Parteien auch "kommunistische Parteien". Mit Begriffen wie "kommunistisches Land" oder gar "kommunistische Diktatur" wird auch Stimmung gemacht gegen die vermeintlich "herzlosen" Kommunisten (sic). Ob nun die kommunistische Idee automatisch in ein autoritäres System oder eine Diktatur führt steht auf einem ganz anderen Blatt...
angst+money 28.08.2013
5.
Zitat von rumi.rumiNordkorea ist kein "kommunistisches Land". In dieser Welt gab es noch nie ein "kommunistisches Land" und wird es vermutlich auch nie geben. Allgemein werden autoritäre Einparteiensysteme als "kommunistisch" bezeichnet, deren führende Partei sich den Kommunismus als hehres Ideal und Ziel ins Parteiprogramm geschrieben hat. Deshalb nennen sich solche Parteien auch "kommunistische Parteien". Mit Begriffen wie "kommunistisches Land" oder gar "kommunistische Diktatur" wird auch Stimmung gemacht gegen die vermeintlich "herzlosen" Kommunisten (sic). Ob nun die kommunistische Idee automatisch in ein autoritäres System oder eine Diktatur führt steht auf einem ganz anderen Blatt...
Rein logisch betrachtet sind solche gemeinen Propagandalügen leicht zu widerlegen: Mit einem einzigen Gegenbeispiel...
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