US-Präsidentschaftskandidat Romney will Israel nie kritisieren

Das Verhältnis von US-Präsident Obama zu Israel gilt als eher kompliziert. Sein Herausforderer Mitt Romney will davon profitieren. In Jerusalem versicherte er dem Land seine unbedingte Unterstützung - und machte Stimmung gegen den Iran.

Mitt Romney in Jerusalem: "Es ist richtig für uns, euch zur Seite zu stehen"
AP

Mitt Romney in Jerusalem: "Es ist richtig für uns, euch zur Seite zu stehen"


Jerusalem - Mitt Romney will im November zum neuen Präsidenten der USA gewählt werden - um sein außenpolitisches Profil zu schärfen, befindet sich der Kandidat der Republikaner derzeit auf Auslandsreise. In einer Rede in Jerusalem hat er nun Israels Recht auf Selbstverteidigung gegenüber einer Atommacht Iran betont. "Israel muss sich selbst verteidigen und es ist richtig für uns, euch zur Seite zu stehen", sagte Romney.

Israels Sicherheit habe für die USA höchste Priorität. Teheran daran zu hindern, die Atombombe zu bauen, müsse "unser wichtigstes nationales Sicherheitsziel" sein, sagte Romney. Dabei sollte "keine Option ausgeschlossen werden". Israel habe es mit einem Feind zu tun, der Verbrechen der Vergangenheit leugne und neue Verbrechen begehen wolle, sagte Romney.

Auch bei Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Schimon Peres betonte Romney, Atomwaffen in den Händen Teherans wären eine "inakzeptable Bedrohung" für Israel und die ganze Welt.

Offenbar als Kritik an US-Präsident Barack Obama sagte Romney, diplomatische Differenzen würden die Feinde Israels stärken. Obama hatte zuletzt Israel immer wieder zur Einhaltung von Zusagen aufgefordert, wie beispielsweise zum Baustopp für Siedlungen in den Palästinensischen Autonomiegebieten. Romney selbst ist seiner eigenen Aussage zufolge ein unerschütterlicher Verbündeter des jüdischen Staates und werde Israel niemals kritisieren.

Schon vor Romneys Rede in Jerusalem hat sein Sicherheitsberater Dan Senor eine Unterstützung Israels angesprochen. "Sollte Israel im Alleingang Maßnahmen ergreifen müssen, um Iran an der Entwicklung von nuklearen Fähigkeiten zu hindern", dann werde Romney diese Entscheidung respektieren, sagte Senor nach Angaben des israelischen Rundfunks.

aar/dpa/dapd



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chrisseidl 29.07.2012
1. Keine Freibriefe ...
Keine Regierung darf für ihre Politik einen Freibrief erwarten. Das Resultat wäre unverantwortlich.
snickerman 29.07.2012
2. Kritik...
kann sehr nützlich sein, gerade von Freunden. Aber was Romney da von sich gibt, hört sich eher wie "Nibelungentreue" an- "Egal, was ihr auch (für einen Mist) macht, die USA unter mir wird alles abnicken, euch immer mit Geld und Waffen unterstützen, kurz, wenn ihr was wollt, einfach pfeifen- und wir kommen wie ein braves Hündchen angedackelt" Das ist keine Freundschaft, das ist Unterwürfigkeit. Weiß der Mann eigentlich, was seine Aussagen für Konsequenzen haben könnten??
gandhiforever 29.07.2012
3. Romney hat auf dieser Reise gelernt
Zitat von sysopAPDas Verhältnis von US-Präsident Obama zu Israel gilt als eher kompliziert. Sein Herausforderer Mitt Romney will davon profitieren. In Jerusalem versicherte er dem Land seine unbedingte Unterstützung - und machte Stimmung gegen den Iran. Mitt Romney: US-Präsidentschaftskandidat unterstützt Israel - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,847072,00.html)
Da hatten ihm seine Macher einen Homerun auf den Teller gelegt, doch der mutmassliche Kandidat vergab klaeglich. Nun will Romney also Israel pronzipiell nicht kritisieren, egal was die dortige Fuehrung beschliesst. Als moeglicher Fuehrer der westlichen Welt (und das ist der US-Praesident immer noch) waere das keine mutige sondern eine feige Haltung. Von meinem Praesidenten erwartet ich, dass er die Dinge beim Namen nennt, und zwar auch bei Israel, denn dass die israelische Regierung keine Fehler begeht, dass steht auch nicht in einem der vier den Mormonen heiligen Buechern. Und kein Wort ueber die ganz spezielle Freundschaft zwischen Netanjahu und Romney? Dabei hat Romney vor der Reise doch so getan, als ob Bibi sein Buddy waere. In diesem Link aeussert sich Netanjahu uebrigens auch zu Romney, den er zwar kennt, aber nicht mehr, schon gar nicht Buddy. Israel (http://www.vanityfair.com/politics/2012/07/benjamin-netanyahu-on-israel-mitt-romney) Wahrscheinlich war Romney froh darueber, dass Netanjahu ihm nicht auf seine Taetigkeit als Mormonenbischof ansprach, als Romney gute, verstorbene Menschen, auch Juden, posthum zu Mormonen machte.
rainer_daeschler 29.07.2012
4. Brandbeschleuniger der Bush Junior Klasse
Verbündete stehen in einem Ernstfall auf der selben Seite. Ein kluger Politiker setzt allerdings alle Hebel in Bewegung, dass dies erst gar nicht eintritt. Romney profiliert sich gerade als internationaler Brandbeschleuniger der Bush Junior Klasse.
flo4win 29.07.2012
5.
Und er war noch der Beste der republikanischen Präsidentschaftskandidaten^^ Aber plötzlich ist die Merkel doch gar nicht mehr so schlecht, oder?
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