Mittelmeer 120 tote Flüchtlinge in Libyen angespült

Die Flüchtlingsroute hat sich verlagert. Viele Menschen versuchen nun, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. An der libyschen Küste wurden in wenigen Tagen Dutzende Leichen gefunden.


Auf dem Weg nach Europa kommen weiterhin Tausende Flüchtlinge ums Leben. Allein an der libyschen Küste sind in den vergangenen zehn Tagen 120 Leichen angespült worden. Die Flüchtlinge seien bei bislang unbekannten Bootsunglücken ertrunken, erklärt die Internationale Organisation für Migration (IOM). Sie beruft sich auf Informationen von libyschen Behörden.

Weltweit seien in diesem Jahr bisher 4027 tote Flüchtlinge und Migranten gezählt worden, teilte die Organisation mit Sitz in Genf weiter mit. Das seien 35 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Drei Viertel der Menschen auf der Flucht hätten laut der Organisation versucht, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

Dadurch, dass die Balkanroute weitgehend abgeriegelt ist und ein Flüchtlingsabkommen zwischen EU und Türkei vereinbart wurde, hat sich die Flüchtlingssituation verlagert. Über die Ägäis fliehen kaum noch Migranten.

Reportage: Flüchtlingschaos in Sizilien

vek/Reuters/AP



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