Flucht über das Mittelmeer 900 Flüchtlinge aus Seenot gerettet

Im Mittelmeer wurden etwa 900 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Bei den Rettungsaktionen waren die französische und die italienische Marine im Einsatz. Auch die Küstenwache sowie ein holländisches Frachtschiff nahmen Flüchtlinge an Bord.

Die französische Marine bei der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer: Mindestens ein Mensch kam ums Leben
AFP

Die französische Marine bei der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer: Mindestens ein Mensch kam ums Leben


Etwa 900 Bootflüchtlinge sind am Mittwoch im Mittelmeer aus Seenot gerettet worden. Ein Schiff der französischen Marine nahm im Zuge des Grenzschutzeinsatzes "Triton" nahezu 300 Menschen auf, wie die italienische Küstenwache mitteilte.

Die italienische Marine griff ihrerseits 286 Flüchtlinge auf. An Bord des Schiffes wurde den Angaben zufolge eine Leiche entdeckt. Drei Passagiere wurden mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

Bei weiteren Einsätzen nahmen die Küstenwache sowie ein niederländisches Frachtschiff 320 Flüchtlinge an Bord, die vor Malta in Seenot geraten waren.

Im Mittelmeer hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Unglücke mit Flüchtlingsbooten gegeben, bei denen Hunderte Menschen ertranken. Die schlimmste Katastrophen im Mittelmeer hatte sich am 18. April ereignet, als ein Boot mit mehr als 700 Menschen an Bord kenterte und sank - nur 28 Migranten überlebten das Unglück. Italiens Regierungschef Matteo Renzi will das Wrack als Mahnung vom Meeresboden bergen lassen. Schätzungen zufolge kamen seit Jahresbeginn mehr als 1700 Menschen bei der Überfahrt nach Italien ums Leben.

Der Untergang hatte den dringenden Handlungsbedarf angesichts der Flüchtlingskrise im Mittelmeer deutlich gemacht, die EU setzte einen Sondergipfel an. Vorige Woche stellte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sein Vorhaben vor, die Flüchtlinge künftig mit einer Quote gerechter auf die EU-Mitgliedstaaten zu verteilen, um die Mittelmeer-Anrainer wie Italien und Griechenland zu entlasten. Etwa ein Dutzend Mitgliedstaaten, darunter Großbritannien, Frankreich, Spanien und Ungarn, lehnen das Vorhaben jedoch ab.

sun/AFP

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