Erste Aktion nach Anlege-Debakel "Aquarius" rettet 141 Migranten von Holzbooten

Bei ihrer letzten Rettungsmission wurde der "Aquarius" tagelang die Einfahrt in Häfen verwehrt. Jetzt hat das Schiff wieder Migranten aufgenommen - und wieder ist der nächste Anlegeplatz unsicher.
Migranten auf der "Aquarius"

Migranten auf der "Aquarius"

Foto: GUGLIELMO MANGIAPANE/ REUTERS

Das Rettungsschiff "Aquarius" hat 141 Migranten von Holzbooten im Mittelmeer gerettet. Die Einsätze am Freitag waren die ersten für die Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée nach der Abfahrt des Schiffs in Marseille vergangene Woche.

Die Helfer kündigten auf Twitter an, zunächst weiter in der Rettungszone bleiben zu wollen, um Ausschau nach Booten zu halten. Bei der ersten Rettung nördlich vom libyschen Suwara waren 25 Migranten gerettet worden, wenig später 116 weitere. Die relevanten Behörden seien benachrichtigt worden.

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Bei ihrer letzten Rettungsmission hatte die italienische Regierung die "Aquarius" daran gehindert, mit Hunderten Geretteten in einen Hafen des Landes einzulaufen. Tagelang war das Schiff im Meer blockiert und fuhr schließlich ins spanische Valencia. Ob eine ähnliche Reaktion dieses Mal wieder droht, ist völlig ungewiss.

Fotostrecke

Valencia: Die Ankunft der "Aquarius"-Flüchtlinge

Foto: HEINO KALIS/ REUTERS

Mittlerweile werden viele Bootsflüchtlinge schon von der libyschen Küstenwache in Hoheitsgewässern gerettet oder abgefangen und zurück in das Bürgerkriegsland geschickt. Die "Aquarius" kreuzt derzeit in einer Region, die Libyen kürzlich als eigene Such- und Rettungszone ausgerufen hatte und in der es für die Koordination von Rettungen zuständig ist.

Die Seenotretter beklagten, dass die Libyer im Fall des Holzbootes Anfragen über Funk unbeantwortet gelassen und Anrufe erst nach mehreren Versuchen angenommen hätten.

ans/dpa