Mittelmeermigration Marine rettete in zwei Jahren 20.000 Flüchtlinge

Rettung in Not: Die Marine hat seit Mai 2015 Tausende Menschen im Mittelmeer geborgen. In wenigen Wochen läuft das bisherige Mandat für die EU-Mission "Sophia" aus.

Flüchtlingsrettung im Mittelmeer (Archiv)
DPA

Flüchtlingsrettung im Mittelmeer (Archiv)


Das Mittelmeer ist seit der Schließung der Balkanroute zur wichtigsten Transitstrecke für Menschen auf dem Weg nach Europa geworden. Immer wieder geraten sie dabei in Seenot.

Allein die Marine hat in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 20.181 Menschen gerettet, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf das Truppeneinsatzkommando in Potsdam.

Angesichts der dramatischen Berichte über gesunkene Flüchtlingsboote forderte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Wolfgang Hellmich (SPD), eine Fortsetzung der Seenotrettung.

Durch die Beteiligung der Bundeswehr an der EU-Marinemission "Sophia" hätten viele Menschen gerettet werden können, sagte er. Gleichzeitig müsse aber stärker auf die Leistungsfähigkeit der Besatzungen und ihrer Schiffe geachtet werden. "Da werden oft die Grenzen erreicht oder sogar überschritten", kritisierte der SPD-Politiker.

Libyen bittet Brüssel um mehr Unterstützung

Das bisherige Mandat des Bundestags für die EU-Mission "Sophia" endet zum 30. Juni. Hellmich plädierte dafür, die Küstenwache Libyens zu stärken, damit auch an der Küste gegen kriminelle Schleuser vorgegangen werden könne.

Das instabile Bürgerkriegsland hat sich vor wenigen Wochen von der Europäischen Union Material für den Schutz seiner Küsten und zur effektiveren Bekämpfung der Schleuser, die von Nordafrika aus Migranten über das Mittelmeer nach Europa bringen, gewünscht.

Immer mehr Flüchtlinge kommen über das Mittelmeer

Die meisten der Bootsflüchtlinge wagen von der libyschen Küste aus die gefährliche Fahrt übers Meer, um nach Europa zu gelangen. Nach der Schließung der Balkanroute im Jahr 2016 ist die Zahl der Flüchtlinge und Migranten, die von Nordafrika vor allem nach Italien übersetzen wollen, angestiegen.

Der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge haben Schiffe verschiedener Nichtregierungsorganisationen, der EU-Grenzschutzbehörde Frontex und Marine-Schiffe allein in den vergangenen vier Tagen 6600 Migranten aus Seenot gerettet.

Nach Uno-Angaben landeten von Januar bis Anfang Mai 2017 insgesamt rund 43.000 Menschen in Sizilien und Kalabrien. Das sind rund 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Seit Jahresbeginn haben mehr als 1300 Migranten die Überfahrt nicht überlebt.

dop/AFP



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