Berichte über Flüchtlingstragödie Hunderte Menschen sollen im Mittelmeer ertrunken sein

Sie wollten von Nordafrika nach Europa: Im Mittelmeer sind bei einem Bootsunglück offenbar Hunderte Flüchtlinge gestorben.

Rettungsweste im Mittelmeer
AP

Rettungsweste im Mittelmeer


Im südlichen Mittelmeer hat sich offenbar ein neues Flüchtlingsunglück mit vielen Toten ereignet. "Es sieht so aus, als seien Hunderte Menschen gestorben", sagte Italiens Präsident Sergio Mattarella. Es habe sich eine Tragödie auf See ereignet, sagte das Staatsoberhaupt während einer Preisverleihung in Rom. Italiens Außenminister Paolo Gentiloni sagte: "Es ist sicher, dass wir es genau ein Jahr nach der Tragödie in libyschen Gewässern wieder mit einer Tragödie zu tun haben." Die verunglückten Menschen waren demnach in Ägypten aufgebrochen. Konkrete Opferzahlen nannte er nicht.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte am Rande des EU-Außenministertreffens in Luxemburg, er habe davon gehört, dass es eine Katastrophe mit mehr als 300 Opfern gegeben habe. Ein Sprecher Steinmeiers wies jedoch in Berlin ausdrücklich darauf hin, dass diese Informationen noch nicht bestätigt seien.

Ägyptische Medien hatten zuvor sogar von bis zu 400 Opfern im Mittelmeer berichtet. Mehrere Boote sollen gekentert sein. Bis zu vier Schiffe hätten in Ägypten abgelegt, berichtet der italienische Fernsehsender RAI. An Bord hatten sich demnach vor allem Somalier und Eritreer befunden , die in Richtung Italien wollten.

Video: Rettungsaktion vor Sizilien

Guardia Costiera

Bei einem weiteren Unglück vor der libyschen Küste hat die italienische Küstenwache sechs Leichen an Bord eines in Seenot geratenen Schiffes gefunden.

Vor genau einem Jahr , am 18. April 2015, waren bei einem der schwersten Flüchtlingsunglücke im Mittelmeer Hunderte Migranten ertrunken. Sie waren in einem Schmugglerboot eingeschlossen, das Leck schlug und sank.

cht/anr/Reuters

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