Mobile Waffenlabors Powell bedauert Falschinformation vor Sicherheitsrat

Die Behauptung Colin Powells vor dem Weltsicherheitsrat im Februar 2003, der Irak besitze mobile Labors für biologische Waffen, war falsch. Das hat der US-Außenminister jetzt selbst eingeräumt. Die Schuld an dem Irrtum gibt er den Geheimdienstquellen, die die CIA mit unrichtigen Informationen gefüttert hatten.


Powell vor dem Weltsicherheitsrat
AFP

Powell vor dem Weltsicherheitsrat

Washington - Powell sagte gestern im US-Fernsehsender NBC, er habe sich bei seiner Rede vor dem Uno-Sicherheitsrat auf die Informationen der CIA gestützt, die ihm zugänglich gemacht worden seien. Er sei sehr besorgt darüber, dass diese Informationen nicht korrekt gewesen seien. "Es hat sich herausgestellt, dass die Quellen ungenau und falsch gewesen sind und in einigen Fällen absichtlich in die Irre geführt haben", sagte Powell. "Und deshalb bin ich enttäuscht und bedaure es."

Die USA und ihr engster Verbündeter Großbritannien hatten den Irak-Krieg damit begründet, dass der damalige Präsident Saddam Hussein über Massenvernichtungswaffen verfügt habe. Im Januar hatte Vize-Präsident Dick Cheney von der Entdeckung zweier Lastwagen berichtet und sie als schlüssigen Beweis für mobile Labors, wie sie Powell erwähnt hatte, bezeichnet. CIA-Direktor George Tenet sagte später dem US-Kongress, er habe Cheney davor gewarnt, sich so bestimmt über die Entdeckung zu äußern.

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