Mögliche Wahlfälschung in Iran Tote Wähler, dubiose Codes und eine Blitzzählung

Geht es nach dem Wächterrat in Iran, war die Wahl von Präsident Ahmadinedschad ohne Fehl und Tadel - doch Beobachter hegen Zweifel: Laut einer britischen Studie gab es "starke Unregelmäßigkeiten", sogar Stimmen von Verstorbenen wurden demnach mitgezählt.

Von und Franziska Gerhardt


Hamburg - Für den Wächterrat gibt es keinen Grund zur Aufregung: Einige Unstimmigkeiten habe es zwar gegeben, aber "keinen größeren Betrug oder Regelverstoß", der einen Einfluss auf das Ergebnis gehabt hätte. Eine Annullierung der Wahl schmetterte das mächtige Gremium am Dienstag ab - den anhaltenden Krawallen auf Teherans Straßen und zahlreichen Verletzten und Toten zum Trotz.

Doch internationale Beobachter zweifeln weiter an dem Erdrutschsieg des alten und neuen Amtsinhabers Mahmud Ahmadinedschad - auch elf Tage nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl. Laut Endergebnis bekam Ahmadinedschad 62,6 Prozent der Stimmen gegenüber 33,75 Prozent für seinen Rivalen Hossein Mussawi, obgleich Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt hatten.

Bereits am Wahltag hatten Fachleute auf mögliche Manipulationen hingewiesen. Auch eine Analyse britischer Experten vom Politikinstitut Chatham House bestärkt jetzt Vorwürfe, nach denen bei der Präsidentschaftswahl nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. SPIEGEL ONLINE fasst die Anzeichen einer Wahlfälschung in Iran zusammen.



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