Meldung aus Seoul Nordkorea feuert zwei Raketen von seiner Ostküste aus ab

Im Juni hatten Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un noch für PR-Fotos posiert - nun schickt Pjöngjang offenbar eine andere Botschaft. Das Land soll einen neuen Raketentest durchgeführt haben.


Nordkorea hat nach Erkenntnissen der USA und Südkoreas eine neue Waffenerprobung vorgenommen - die erste seit dem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Machthaber Kim Jong Un im Juni. In Wonsan an der Ostküste Nordkoreas seien zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert worden, erklärte die südkoreanische Militärführung am Donnerstag (Ortszeit) nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap.

Die Geschosse seien rund 430 Kilometer weit geflogen und ins Meer gestürzt. Zunächst war von "Projektilen" die Rede gewesen. Ein US-Vertreter bestätigte die Angaben.

Die USA und Südkorea wollen nun gemeinsam untersuchen, um was für Raketen es sich genau handelte. Japans Verteidigungsminister Takeshi Iwaya betonte, die Raketen hätten nicht japanische Hoheitsgewässer erreicht. Er bezeichnete die Raketenstarts als "äußerst bedauerlich". Das Ostmeer - auch als Japanisches Meer bekannt - liegt zwischen der koreanischen Halbinsel und Japan.

Nordkorea hatte zuletzt Anfang Mai zwei Kurzstreckenraketen getestet. Diktator Kim leitete dabei den Erstflug einer bis dahin unerprobten Waffe. US-Präsident Trump verwies damals lediglich auf die geringe Reichweite der Geschosse und betonte, solche Tests könnten sein Vertrauensverhältnis zu Kim nicht zerstören.

Trump und Kim hatten sich bei einem Treffen in der entmilitarisierten Zone zwischen beiden koreanischen Staaten Ende Juni auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine atomare Abrüstung Nordkoreas verständigt. Ob die aktuellen Tests Auswirkungen auf mögliche Planungen haben werden, blieb vorerst offen.

Neue Manöver ließen Reaktion aus Nordkorea befürchten

Pjöngjang warnte aber zuletzt, bevorstehende Militärübungen der USA mit Südkorea könnten die Gespräche beeinträchtigen. Die beiden Verbündeten wollen im August ein gemeinsames Manöver abhalten.

"Nordkorea ist eindeutig verärgert, dass die USA und Südkorea gemeinsame militärische Übungen durchführen", sagte Harry Kazianis vom Washingtoner Center for the National Interest zu dem Bericht. "Wir sollten von diesem Schritt nicht schockiert sein, und wir hätten ihn sogar kommen sehen müssen."

Die Entnuklearisierungsgespräche zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten sind ins Stocken geraten, nachdem ein zweiter Gipfel zwischen Trump und Kim in Vietnam im Februar gescheitert war.

jok/Reuters/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.