Möglicher Strategiewechsel USA erwägen Friedensabkommen mit Nordkorea

Seit Monaten sind die Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm festgefahren: Jetzt erwägen die USA laut "New York Times" mit Blick auf das kommunistische Land einen Strategiewechsel. Demnach will Washington mit Pjönjang auch über ein Friedensabkommen verhandeln.


Washington - Wie die "New York Times" auf ihrer Internetseite berichtete, würde die neue Strategie beinhalten, dass gleichzeitig über ein Friedensabkommen und - weiter im Rahmen der Sechs-Länder-Gespräche - über den Abbruch des nordkoreanischen Atomprogramms verhandelt werde. US-Präsident George W. Bush werde der neuen Strategie sehr wahrscheinlich zustimmen, die zuvor bereits in verschiedenen Teilen der Regierungen intensiv diskutiert worden sei. Bedingung sei allerdings, dass Nordkorea an den Verhandlungstisch zurückkehre.

Die Sechs-Länder-Gespräche liegen seit Monaten auf Eis. Nordkorea fordert seit langem einen Friedensvertrag, der ein Waffenstillstandsabkommen ersetzen soll, das das Ende des Koreakriegs von 1950 bis 1953 markierte. Grundsätzlich hat die US-Regierung dazu Bereitschaft signalisiert. Strittig war innerhalb der Regierung in Washington allerdings der Zeitpunkt.

Zunächst hatten die USA auf einen Stopp des Atomprogramms bestanden, bevor es wirtschaftliches und politisches Entgegenkommen geben könne. Diese Haltung wurde über die Zeit etwas aufgeweicht. Gleichzeitige Verhandlungen zu beiden Themen würden somit eine veränderte Situation schaffen.

Unklar ist allerdings, ob sich dadurch etwas an der Haltung der Regierung in Pjöngjang ändern wird. Zuletzt hatten sich US-Vertreter in Interviews pessimistisch geäußert, dass Nordkorea vor dem Ende der Amtszeit Bushs an den Verhandlungstisch zurückkehrt.

phw/Reuters



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