Somalia Angriff auf Hotel in Mogadischu - mindestens zehn Tote

Zum wiederholten Mal hat die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab das Hotel Syl in Mogadischu attackiert. Es dauerte mehrere Stunden, bis die Sicherheitskräfte den Angriff beenden konnten.
Ein Rettungswagen bringt nach dem Angriff eine verletzte Person in das Shaafi-Krankenhaus in Mogadischu

Ein Rettungswagen bringt nach dem Angriff eine verletzte Person in das Shaafi-Krankenhaus in Mogadischu

Foto: REUTERS/Feisal Omar

Nach mehrstündigen Gefechten haben Sicherheitskräfte den Angriff islamistischer Extremisten auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu beendet. Nach Polizeiangaben wurden dabei zwei Mitglieder der Sicherheitskräfte, drei Zivilisten sowie alle fünf Angreifer getötet. Regierungssprecher Ismail Mukhtar Omar sprach der Nachrichtenagentur dpa zufolge hingegen von mindestens elf Toten. Mindestens zwölf Menschen seien zudem verletzt worden.

Zu dem Angriff bekannte sich die Terrorgruppe Al-Shabaab über den Radiosender Al-Andalus. Regierungssprecher Omar bestätigte dies.

Die Attacke auf das bei somalischen Regierungsmitgliedern und Militärs beliebte Hotel Syl hatte am Dienstagabend begonnen und fast sechs Stunden gedauert. Die bewaffneten Islamisten verschanzten sich Omar zufolge in dem Gebäude, Sicherheitskräfte suchten die Stockwerke nach ihnen ab. Rund 100 Menschen konnten demnach aus dem Hotel gerettet werden.

Dritter Angriff auf das Syl binnen drei Jahren

Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur AFP, die Angreifer seien in Polizeiuniformen gekleidet gewesen. So konnten sie sich dem Hotel nähern, ohne Verdacht zu erregen. Anschließend eröffneten sie das Feuer, wobei sie auch Granaten einsetzten. Sicherheitskräfte, die in unmittelbarer Nähe am Präsidentenpalast postiert waren, schossen daraufhin zurück.

Es war der dritte Angriff von Al-Shabaab auf dasselbe Hotel binnen drei Jahren: 2016 starben bei zwei Anschlägen insgesamt 29 Menschen. Die sunnitischen Fundamentalisten waren im August 2011 von Truppen der Afrikanischen Union (AU) aus Mogadischu vertrieben worden. Nach wie vor kontrolliert Al-Shabaab aber weite ländliche Gebiete des ostafrikanischen Landes und verübt auch immer wieder Anschläge in der Hauptstadt.

mes/dpa/AFP/Reuters