Mohammed-Karikaturist in Gefahr Irische Polizei nimmt sieben Muslime wegen Mordkomplott fest

Er hatte Mohammed als Hund gezeichnet - seit langem gab es deshalb Todesdrohungen gegen den schwedischen Künstler Lars Vilks. Jetzt hat die irische Polizei sieben Verdächtige festgenommen: Sie sollen ein Mordkomplott gegen den Mann ausgeheckt haben.

Schwedischer Künstler Lars Vilks: Mohammed als Hund
AFP

Schwedischer Künstler Lars Vilks: Mohammed als Hund


London/Dublin - Wegen einer angeblichen Morddrohung gegen einen schwedischen Mohammed-Karikaturisten sind in Irland sieben Verdächtige festgenommen worden. Die vier Männer und drei Frauen seien nach Ermittlungen europäischer Sicherheitsbehörden und des US-Geheimdienstes CIA gefasst worden, teilte die irische Polizei am Dienstag mit.

Die Verdächtigen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren wurden dem irischen Rundfunksender RTE zufolge in den Städten Waterford und Tramore sowie in Ballincollig nahe Cork festgenommen und sollen Muslime sein. Einige sollen die irische Staatsbürgerschaft haben.

Das Terrornetzwerk al-Qaida hatte 100.000 Dollar Kopfgeld auf den Künstler Lars Vilks ausgesetzt. Dieser hatte den Propheten Mohammed 2007 als Hund gezeichnet. Die schwedische Tageszeitung "Nerikes Allehanda" hatte die Karikatur am 18. August 2007 veröffentlicht. Sie diente als Illustration für einen Beitrag über Selbstzensur, Meinungs- und Religionsfreiheit. Die Karikatur löste damals Proteste in der schwedischen Stadt Oerebro aus, dort sitzt die Redaktion von "Nerikes Allehanda". Auf den Chefredakteur der Zeitung wurde ein Kopfgeld von 50.000 Dollar ausgesetzt.

Anfang Januar hatte Vilks erklärt, zwei Drohungen bekommen zu haben. Damals hieß es, diese seien aus Somalia gekommen. Zuvor war es zu einem versuchten Attentat auf einen dänischen Mohammed-Karikaturisten gekommen.

hen/dpa/AP



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