Mohammed-Schmähvideo Schauspielerin verklagt Skandalregisseur

Cindy Lee Garcia spielt in dem Mohammed-Video mit, angeblich ohne gewusst zu haben, worum es in dem Streifen wirklich geht. Die Schauspielerin verklagt deshalb den mutmaßlichen Regisseur wegen Betrugs - auch gegen Google und YouTube will sie vorgehen.
Nakoula Basseley Nakoula mit US-Beamten: Der mutmaßliche Regisseur ist untergetaucht

Nakoula Basseley Nakoula mit US-Beamten: Der mutmaßliche Regisseur ist untergetaucht

Foto: BRET HARTMAN/ REUTERS

Los Angeles - Eine Schauspielerin aus dem Mohammed-Video, das in der islamischen Welt eine Welle der Gewalt ausgelöst hat, verklagt nun den mutmaßlichen Regisseur des Schmähvideos wegen Betrugs. Er habe sie hinters Licht geführt, lautet Cindy Lee Garcias Vorwurf. Demnach hatte sie geglaubt, eine Rolle in einem Abenteuerfilm in der Wüste zu spielen. Von dem antimuslimischen Inhalt habe sie keine Ahnung gehabt, nicht einmal der Name Mohammed sei auf den Drehbuchseiten aufgetaucht, die sie bekommen habe, sagte Garcia.

Ihre Anwälte wollen nun eine einstweilige Verfügung gegen den Film erreichen. Garcia hatte in den vergangenen Tagen Morddrohungen erhalten, sie könne nicht einmal mehr ihre Enkelkinder besuchen. Laut Anklage habe der Film "Scham, Demütigung und verletzte Gefühle" bei der Schauspielerin verursacht.

In der Anklage werden auch Google und dessen Internetportal YouTube genannt, worüber der 14-minütige Film verbreitet wurde. Die Vorwürfe gegen den Internetgiganten lauten der Nachrichtenagentur AP zufolge unter anderem "Bedrohung des Persönlichkeitsschutzes". Die Klage, die bei einem Gericht in Los Angeles eingereicht wurde, verlangt, dass der Film aus dem Internet entfernt wird.

Der mutmaßliche Regisseur des Mohammed-Schmähvideos und seine Verwandten sind derzeit untergetaucht. In der Nacht auf Montag sei die Familie von Nakoula Basseley Nakoula von Beamten abgeholt und an einen geheimen Ort gebracht worden, sagte ein Sprecher der Polizei von Los Angeles.

Nakoula soll eine Schlüsselfigur hinter dem Film sein, der in der gesamten islamischen Welt zu anhaltender Gewalt und Protesten geführt hat. Viele der Demonstranten fordern, dass Nakoula für seine Beleidigung des Propheten Mohammed zur Rechenschaft gezogen wird. Nach der Verbreitung des Videos hatten aufgebrachte Demonstranten am vergangenen Dienstag die US-Vertretung im libyschen Bengasi gestürmt und den Botschafter sowie drei weitere Konsulatsmitarbeiter getötet.

lgr/Reuters/AP
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