Mohammed-Zeichnungen US-Regierung kritisiert französische Karikaturen

Die Mohammed-Karikaturen in einem französischen Satire-Blatt sorgen auch in den USA für wenig Begeisterung. Regierungssprecher Carney erklärte, man zweifle am Urteilsvermögen des Verlages. Gewalt sei als Reaktion auf den Abdruck jedoch falsch.

Sprecher Carney: "Wir haben natürlich Fragen bezüglich der Weisheit"
AP

Sprecher Carney: "Wir haben natürlich Fragen bezüglich der Weisheit"


Washington - Es sind klare Worte aus der US-Hauptstadt. Die Regierung Obama hat die im französischen Satire-Magazin "Charlie Hebdo" abgedruckten Mohammed-Karikaturen als beleidigend bezeichnet. Gleichzeitig äußerte sie Zweifel an der Entscheidung zur Veröffentlichung. "Wir haben natürlich Fragen bezüglich des Urteilsvermögens, so etwas herauszubringen", sagte Regierungssprecher Jay Carney am Mittwoch in Washington.

Es sei klar, dass die Bilder beleidigend seien und möglicherweise Unruhen auslösten. Gleichzeitig stünden die USA aber für die Meinungsfreiheit ein. "Wir stellen nicht das Recht in Frage, so etwas zu publizieren. Wir stellen nur die Weisheit hinter der Entscheidung in Frage." Dennoch sei jegliche Gewalt als Reaktion auf die Veröffentlichung ungerechtfertigt.

"Charlie Hebdo" veröffentlichte am Mittwoch Karikaturen, die sich vor allem mit dem in den USA produzierten islamfeindlichen Film "Unschuld der Muslime" befassen. Einige Karikaturen zeigen auch den Propheten Mohammed.

Die französische Regierung verschärfte darauf die Sicherheitsvorkehrungen für ihre Botschaften im Ausland und ordnete an, französische Vertretungen und Schulen im Ausland am Freitag zu schließen.

jok/dpa

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