Moldau Schmuggler versteckten kiloweise Uran

Ermittlern in Moldau ist eine Gruppe gefährlicher Schmuggler ins Netz gegangen. Die Männer wollten fast zwei Kilogramm Uran verkaufen. Woher das radioaktive Material stammt, wird jetzt in Deutschland untersucht.


Chisinau - Das Material lag in einer Garage. Mitten in der Hauptstadt Moldaus, Chisinau, entdeckten die Ermittler fast zwei Kilogramm Uran. Kriminelle hätten das radioaktive Material ins Ausland verkaufen wollen, sagte Regierungsberater Igor Wolnittschii am Dienstag. Den Angaben nach wurden drei Verdächtige festgenommen, darunter zwei ehemalige Polizisten. Dabei hätten die Beamten auch eine Pistole, eine Granate und Munition für Schnellfeuergewehre beschlagnahmt, sagte der Sprecher weiter. Die Verdächtigen wurden dem Innenministerium zufolge bereits früher wegen des Handels mit radioaktivem Material in Moldau, Russland und Rumänien juristisch belangt. Nun eröffnete die Generalstaatsanwaltschaft in Moldau ein Verfahren wegen Schmuggels von radioaktivem Material.

Untersuchungen in Deutschland sollen nun zeigen, woher das strahlende Material stammt. Es handelt sich um das nicht spaltbare Uran-238. Die 1,8 Kilogramm sind rund neun Millionen Euro wert. Bei verdeckten Ermittlungen, die sich bereits seit Juni hinzogen, hatten die Behörden über einen Mittelsmann zunächst ein Gramm des Materials gekauft und in den USA analysieren lassen.

Experten haben wiederholt vor der Gefahr des Schmuggels radioaktiven Materials aus der ehemaligen Sowjetunion gewarnt. Mit dem Material lassen sich zwar keine Atomwaffen bauen, wohl aber radioaktiv verseuchte "schmutzige Bomben" mit herkömmlichen Sprengstoffen. Befürchtet wird, dass Terroristen mit solchen Bomben Anschläge verüben könnten.

Uran-238 entsteht nach Expertenangaben als Abfallprodukt bei der Urananreicherung. In einigen Ländern wird es unter anderem als panzerbrechende Munition verwendet. In seiner reinen Form ist es demnach giftig, aber nicht radioaktiv.

Moldau ist eines der ärmsten Länder in Europa. EU-Vertretern zufolge kommt es hier immer wieder zum Menschenhandel sowie Schmuggelgeschäften, etwa mit Rauschgift.

ler/Reuters/AFP



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