Trotz Warnungen aus Russland Nato beschließt Aufnahme Montenegros

Russland hatte den geplanten Beitritt als konfrontativ bezeichnet, doch die Nato setzte sich darüber hinweg: Die Außenminister der 28 Mitgliedstaaten haben die Aufnahme des Balkanstaats Montenegro beschlossen.


Die Nato treibt die Aufnahme des Balkanstaats Montenegro voran. Trotz Warnungen aus Moskau haben die Außenminister der 28 Mitgliedstaaten mit dem montenegrinischen Regierungschef Milo Djukanovic das Beitrittsprotokoll in Brüssel unterzeichnet.

Nun müssen die Nato-Mitglieder den Beitritt ratifizieren. Das dürfte Diplomaten zufolge ungefähr ein Jahr dauern. Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik könnte dann im kommenden Jahr das 29. Mitglied des Militärbündnisses werden.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von einem "wichtigen Schritt", der die langfristige Stabilität Montenegros und der Region unterstützen werde. Das Land könne ab sofort als Gast an den Nato-Treffen teilnehmen.

Djukanovic sagte, kollektive Sicherheit sei "wichtiger als je zuvor". Für sein Land sei der Nato-Beitritt zehn Jahre nach der Unabhängigkeit "ein sehr wichtiges Ereignis".

Wegen der Ukrainekrise ist das Verhältnis zwischen der Nato und Russland angespannt. Der geplante Beitritt verstärkt diese Situation: Moskau hat die Allianz mehrfach davor gewarnt, den Kleinstaat aus dem ehemaligen Jugoslawien aufzunehmen. Im November verabschiedete das russische Parlament eine Erklärung, die den Plan zur Aufnahme Montenegros verurteilt. Im Dezember drohte der Kreml sogar mit "Gegenmaßnahmen".

Moskau sieht den stetigen Erweiterungskurs des westlichen Militärbündnisses generell mit Misstrauen. Seit dem Ende des Kalten Krieges hat die Allianz zwölf neue Mitglieder insbesondere aus Osteuropa aufgenommen. Zuletzt wurde das Bündnis im Jahr 2009 um Kroatien und Albanien erweitert.

vek/dpa/AFP

insgesamt 88 Beiträge
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ackergold 19.05.2016
1.
Montenegro ist ein souveräner demokratischer Staat, der von sich aus in die NATO aufgenommen werden möchte. Das hat Russland letztlich zu respektieren, denn jeder Staat der Welt darf sein Sicherheitsbündnis frei wählen, wenn er aufgenommen wird. Welche Gegenmaßnahmen eines dritten Staates gegen die freie Entscheidung eines unabhängigen Landes sollen also in solch einem Fall gerechtfertigt sein? Antwort: keine!
Ein mündiger Bürger 19.05.2016
2. ...war doch eh klar, oder?
Wer glaubte denn wirklich, die Nato/USA würde einlenken. Obama - man erinnere sich: Friedensnobelpreisträger ... - hat Putin nie verziehen, Snowdon aufgenommen zu haben ... wo selbst Deutschland Aufnahmewünsche die kalte Schulter zeigt (warum nur ... ich kann es mir eigentlich denken;) Wenn allerdings Amerika glaubt, man könne mit dem Feuer spielen: Bei einer nuklearen Auseinandersetzung mit Russland wäre die gesamte(!) Welt vernichtet (...atomarer Winter). Wollen wir nur hoffen, dass man vernünftig bleibt ... und da hab ich das Gefühl, Putin ist momentan der Vernünftigere!
volucer 19.05.2016
3. ein ziel weniger
im kreml werden schon tränen vergossen, dass es immer weniger länder werden, die angegriffen werden können. mit wem soll putin jetzt spielen? ich bin froh, dass es die nato gibt und ich bin froh, dass bald wieder ein land mehr mitglied ist. wäre die ukraine mitglied gewesen.... putin schraubt an den ländergrenzen wie er will und das muss unterbunden werden. putin stellt mit seiner politik russland ins abseits und beschwert sich dann darüber, dass ihm alle etwas böses wollen und er doch eigentlich der befreier der welt sei. armes russland, dass auch noch so einen präsidenten feiert. der rubel rollt schon lange nichtmehr, er fällt. (bzw. rollt in die taschen von putins kumpel)
Ateles 19.05.2016
4. NATO-Erweiterung
Bevor die Putinversteher nun wieder Lügenmärchen erzählen, sei vorab geklärt, dass es bei den 2+4-Verhandlungen 1990 *keinerlei Beschränkungen bei der Aufnahme von NATO-Mitgliedern* gegeben hat. Gorbatschow über die Nato-Ost-Erweiterungen: https://www.youtube.com/watch?v=xCdxajQnOPs Montenegro ist ein souveräner Staat, dessen demokratisch gewählte Regierung jedes Recht zur Ausübung einer selbstbestimmten Außen- und Sicherheitspolitik besitzt. Dazu gehört nun einmal auch die freie Wahl der Bündnispartner.
kugelsicher, 19.05.2016
5.
Das Wehklagen des Unterlegenen. Ziemlich anmaßend und unprofessionell. Was hat Russland die souveräne Entscheidung eines souveränen Staates zu kratzen, welches wirklich null Bedrohung für Russland darstellt?!
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