Mord an irakischer Familie Ex-US-Soldat zu lebenslanger Haft verurteilt

Verurteilt wegen Vergewaltigung und Mord: Der ehemalige US-Soldat Steven Green muss lebenslang ins Gefängnis, einige Geschworene wollten die Todesstrafe. Sein Verbrechen hatte weltweit Entsetzen ausgelöst: Mit drei Kameraden hatte er eine 14-Jährige vergewaltigt, sie und ihre Familie getötet.


Washington - Ihm drohte die Hinrichtung, nun verurteilte ein ziviles Gericht im US-Bundesstaat Kentucky den ehemaligen Soldaten Steven D. Green zu lebenslanger Haft. Wie der Sender CNN am Donnerstag berichtete, konnte sich die Geschworenenjury bei ihren Beratungen über eine mögliche Todesstrafe nicht einigen. Damit erhält der Angeklagte automatisch "lebenslang".

Verurteilter Green: Lebenslange Haft für den ehemaligen US-Soldaten
AP

Verurteilter Green: Lebenslange Haft für den ehemaligen US-Soldaten

Green war vor zwei Wochen in allen 17 Anklagepunkten, darunter Mord, Vergewaltigung und Behinderung der Justiz, schuldig gesprochen worden. Laut Anklage waren Green und drei weitere Soldaten der 101. Luftlandedivision im März 2006 in Mahmudija bei Bagdad in das Haus einer irakischen Familie eingedrungen, ein weiterer Soldat hielt Wache.

Greens Kameraden vergewaltigten nacheinander die 14-jährige Tochter. Green brachte währenddessen deren sechsjährige Schwester und die Eltern in einen Nebenraum und erschoss die drei. Anschließend vergewaltigte er die 14-Jährige und erschoss sie ebenfalls.

Bei der Urteilsverkündung weinten die Angehörigen. Der Vater des Verurteilten sagte, die Geschworenen hätten "die bessere zweier schlechten Lösungen" gewählt. Greens Bruder bezeichnete das Urteil angesichts der begangenen Taten als "gerecht". Er sei den Geschworenen "sehr dankbar".

Bei den Schlussplädoyers am Mittwoch hatte der stellvertretende Staatsanwalt Brian Skared der Verteidigung vorgeworfen, sie wolle Green "als Opfer darstellen", indem sie auf eine schwierige Kindheit und die Umstände des Einsatzes im Irak hinweise. Green habe die Vergewaltigung und den Mord in einem "kriminellen und perversen" Geiste geplant, sagte er.

Greens Verteidiger Scott Wendelsdorf hatte unter anderem angeführt, dass sein Mandant drei Monate vor der Gewalttat um Unterstützung wegen Problemen infolge seines Kampfeinsatzes im Irak gebeten habe.

Die drei Komplizen Greens wurden bereits zu lebenslanger Haft verurteilt, der vierte Soldat, der Wache gestanden hatte, zu gut zwei Jahren Gefängnis. Anders als seine Kameraden wurde Green nicht vor ein Militärgericht gestellt, da die Tat erst bekannt geworden war, nachdem er wegen einer Persönlichkeitsstörung aus der Armee ausgeschieden war.

sac/dpa/AFP



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