Mord an Physiker in Teheran Hunderte Oppositionelle protestieren bei Beerdigung

Sie nutzen Jahrestage und Trauerfeiern für ihren Protest: Regimegegner in Iran haben bei der Beisetzung des ermordeten Wissenschaftlers demonstriert. Einige kamen mit den grünen Fahnen der Opposition. Erneut gab es Handgreiflichkeiten mit den Sicherheitskräften.

Beerdigung des ermordeten Physikers Mohammadi: Rangeleien zwischen Oppositionellen und Sicherheitskräften
dpa

Beerdigung des ermordeten Physikers Mohammadi: Rangeleien zwischen Oppositionellen und Sicherheitskräften


Teheran - Tausende Menschen haben am Donnerstag in Teheran Abschied von dem iranischen Physiker Massud Ali-Mohammadi genommen, der zwei Tage zuvor bei einem Anschlag getötet worden war. Die Hälfte der Trauergäste waren Augenzeugen zufolge Anhänger der Opposition. Einige hatten grüne Fahnen bei sich - die Farbe der Oppositionsbewegung.

Bei der Beerdigung in der iranischen Hauptstadt kam es den Augenzeugen zufolge auch zu Handgreiflichkeiten zwischen Trauergästen und Sicherheitskräften. Mehrere Fotografen und Kameraleute wurden vorübergehend auf eine Polizeiwache gebracht und überprüft. Hunderte Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

Der Trauerzug begleitete den in die iranische Flagge gehüllten Leichnam Ali-Mohammadis von dessen Haus bis zur letzten Ruhestätte im Norden der Hauptstadt. Der Universitätsprofessor wurde am Dienstag bei der Explosion eines ferngezündeten Sprengsatzes an einem Motorrad vor seinem Haus getötet. Zu dem Anschlag bekannte sich bislang niemand.

Nach dem gewaltsamen Tod des 50-Jährigen ist in Iran ein heftiger Streit um die einfache Frage entbrannt, wofür Ali-Mohammadi stand. Das Regime und die Reformbewegung machen widersprüchliche Angaben. Beide behaupten, der Wissenschaftler sei einer ihrer glühenden Anhänger gewesen.

  • Die iranische Führung macht die USA und Israel für den gewaltsamen Tod von Ali-Mohammadi verantwortlich. Der Physiker sei auf Atomwissenschaften spezialisiert gewesen, sein Tod wahrscheinlich ein Akt der Sabotage am iranischen Atomprogramm. So riefen Anhänger der Regierung während der Beerdigung Slogans wie "Nieder mit den USA" und "Tod Israel". Präsident Mahmud Ahmadinedschad verschärfte am Donnerstag in einer Rede in Chusistan seine Angriffe gegen Israel und sprach von der "zionistischen Methode", mit der der Anschlag auf Ali-Mohammadi verübt worden sei. "Unsere Feinde werden Iran die Wissenschaft nicht nehmen können, indem sie unsere Gelehrten eliminieren." Die US-Regierung bestritt jede Verantwortung. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte, zu "derartigen Vorfällen" gebe Israel grundsätzlich "keine Kommentare" ab.
  • Doch die Opposition hält gegen die Version der Regierung. Ali-Mohammadi habe mitnichten am iranischen Atomprogramm mitgearbeitet, sondern habe sich der Erforschung der Quantenmechanik verschrieben, erklären oppositionelle Webseiten. Als erklärter Anhänger des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Hossein Mussawi habe er seine Studenten nach der mutmaßlich gefälschten Präsidentschaftswahl im Juni ermutigt, auf der Straße zu gehen. Sein Mord gehe auf Kosten des Regimes: Der Staat habe seinen zunehmend kritischen Akademikern eine Warnung zukommen lassen wollen.

Bei allen Widersprüchen zeigt der Fall Ali-Mohammadi eines deutlich: dass die umstrittene Wahl im vergangenen Sommer dem Regime um Ahmadinedschad zwar den Sieg eingebracht, aber viel, sehr viel gekostet hat. Der Staat hat gegenüber seinen Bürgern jede Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Fotostrecke

5  Bilder
Teheran: Attentat auf Atomwissenschaftler

Seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom 20. Juni, zu deren Sieger Ahmadinedschad erklärt wurde, nahmen die iranischen Sicherheitskräfte Tausende Oppositionelle fest. Nach offiziellen Angaben wurden bei den Kundgebungen nach der Wahl 36 Menschen getötet, die Opposition gibt die Zahl der Toten mit 72 an.

Laut der oppositionellen Internetseite Kaleme.org ließen die iranischen Behörden nun Oppositionelle frei, die bei Protesten gegen die Regierung am 27. Dezember festgenommen worden waren. Ein Verwandter von Mussawi, einer seiner Berater sowie der frühere Arbeitsminister wurden demnach auf freien Fuß gesetzt. Rund 30 Frauen der Gruppe "Mütter in Trauer" wurden offenbar ebenfalls freigelassen. Sie waren am Samstag festgenommen worden, weil sie in einem Park gegen die Festnahme oder das Verschwinden ihrer Kinder im Zusammenhang mit Kundgebungen der Opposition protestiert hatten. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Dienstag gefordert, die "Mütter in Trauer" müssten umgehend freigelassen werden.

kgp/apn/AFP



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
PeaceNow 14.01.2010
1. Seltsame Sache
---Zitat--- Als erklärter Anhänger des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Hossein Mussawi habe er seine Studenten nach der mutmaßlich gefälschten Präsidentschaftswahl im Juni ermutigt, auf der Straße zu gehen. Sein Mord gehe auf Kosten des Regimes: Der Staat habe seinen zunehmend kritischen Akademikern eine Warnung zukommen lassen wollen. Bei allen Widersprüchen zeigt der Fall Ali-Mohammadi eines deutlich: dass die umstrittene Wahl im vergangenen Sommer dem Regime um Ahmadinedschad zwar den Sieg eingebracht, aber viel, sehr viel gekostet hat. Der Staat hat gegenüber seinen Bürgern jede Glaubwürdigkeit eingebüßt. ---Zitatende--- Folgendes ist doch sehr wundersam: 1. Die Wahl im Iran ging relativ exakt so aus, wie es die Umfrageergebnisse einige Wochen zuvor andeuteten, sowohl im Iran wie auch die Umfragen von BBC, CNN und ABC, alle prognosttierten für Achmadinedschad einen Sieg im Bereich von 60% mit einer schwankungsbreite von +/- 5% 2. Bis heute gibt es keinerlei Beweise dafür das es im Iran nennenswertere Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gab, geschweige denn massenhaften Wahlbetrug. Diese behauptung kommt auch kaum aus dem Iran selbst, sondern fast nur aus dem Ausland und interessanter Weise hierbei fast nur aus dne USA und Westueropa, der Rest der Welt redet weder von Wahlbetrug noch von Fälschung, weil es eben dafür keine Berwiese gib, daher deutet alles auf politishc motiviertes Zündeln der Transatlantiker und der USA gegen den unliebsamen Iran, denn ein enteinter und innerlich geschwächter Gegner lässt sich leichter überfallen. 3. Wenn es massiven Wahlbetrug im Iran gegeben hätten, dann gäbe es wie in Afghanistan auch massenweise Beweise dafür, vor allem wenn man bedenkt das im Iran rd. 50 Mio. Menschen wahlberechtigt waren, man hätte daher rd. 10 Mio. Stimmen fälschen müssen um das bestehende Ergebnis kippen zu können, unmöglich unerkannt. Es ist durchaus realistisch das dieser Wissenschaftler dem Mosad, der CIA oder sonstigen Agenten oder Söldnern zum Opfer gefallen ist, denn es ist ein offenes Geheimnis das Israel und die USA das iransiche Atomprogramm sabotieren, seit Jahren, denn dadurch könnte man sich evtl. einen Krieg sparen und die Iraner komemn mit ihrer Forschung nicht voran
PeaceNow 14.01.2010
2. Seltsame Sache
---Zitat--- Als erklärter Anhänger des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Hossein Mussawi habe er seine Studenten nach der mutmaßlich gefälschten Präsidentschaftswahl im Juni ermutigt, auf der Straße zu gehen. Sein Mord gehe auf Kosten des Regimes: Der Staat habe seinen zunehmend kritischen Akademikern eine Warnung zukommen lassen wollen. Bei allen Widersprüchen zeigt der Fall Ali-Mohammadi eines deutlich: dass die umstrittene Wahl im vergangenen Sommer dem Regime um Ahmadinedschad zwar den Sieg eingebracht, aber viel, sehr viel gekostet hat. Der Staat hat gegenüber seinen Bürgern jede Glaubwürdigkeit eingebüßt. ---Zitatende--- Folgendes ist doch sehr wundersam: 1. Die Wahl im Iran ging relativ exakt so aus, wie es die Umfrageergebnisse einige Wochen zuvor andeuteten, sowohl im Iran wie auch die Umfragen von BBC, CNN und ABC, alle prognosttierten für Achmadinedschad einen Sieg im Bereich von 60% mit einer schwankungsbreite von +/- 5% 2. Bis heute gibt es keinerlei Beweise dafür das es im Iran nennenswertere Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gab, geschweige denn massenhaften Wahlbetrug. Diese behauptung kommt auch kaum aus dem Iran selbst, sondern fast nur aus dem Ausland und interessanter Weise hierbei fast nur aus dne USA und Westueropa, der Rest der Welt redet weder von Wahlbetrug noch von Fälschung, weil es eben dafür keine Berwiese gib, daher deutet alles auf politishc motiviertes Zündeln der Transatlantiker und der USA gegen den unliebsamen Iran, denn ein enteinter und innerlich geschwächter Gegner lässt sich leichter überfallen. 3. Wenn es massiven Wahlbetrug im Iran gegeben hätten, dann gäbe es wie in Afghanistan auch massenweise Beweise dafür, vor allem wenn man bedenkt das im Iran rd. 50 Mio. Menschen wahlberechtigt waren, man hätte daher rd. 10 Mio. Stimmen fälschen müssen um das bestehende Ergebnis kippen zu können, unmöglich unerkannt. Es ist durchaus realistisch das dieser Wissenschaftler dem Mosad, der CIA oder sonstigen Agenten oder Söldnern zum Opfer gefallen ist, denn es ist ein offenes Geheimnis das Israel und die USA das iransiche Atomprogramm sabotieren, seit Jahren, denn dadurch könnte man sich evtl. einen Krieg sparen und die Iraner komemn mit ihrer Forschung nicht voran
mbockstette 14.01.2010
3. Teilchenphysik
Zitat von PeaceNowFolgendes ist doch sehr wundersam: 1. Die Wahl im Iran ging relativ exakt so aus, wie es die Umfrageergebnisse einige Wochen zuvor andeuteten, sowohl im Iran wie auch die Umfragen von BBC, CNN und ABC, alle prognosttierten für Achmadinedschad einen Sieg im Bereich von 60% mit einer schwankungsbreite von +/- 5% 2. Bis heute gibt es keinerlei Beweise dafür das es im Iran nennenswertere Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gab, geschweige denn massenhaften Wahlbetrug. Diese behauptung kommt auch kaum aus dem Iran selbst, sondern fast nur aus dem Ausland und interessanter Weise hierbei fast nur aus dne USA und Westueropa, der Rest der Welt redet weder von Wahlbetrug noch von Fälschung, weil es eben dafür keine Berwiese gib, daher deutet alles auf politishc motiviertes Zündeln der Transatlantiker und der USA gegen den unliebsamen Iran, denn ein enteinter und innerlich geschwächter Gegner lässt sich leichter überfallen. 3. Wenn es massiven Wahlbetrug im Iran gegeben hätten, dann gäbe es wie in Afghanistan auch massenweise Beweise dafür, vor allem wenn man bedenkt das im Iran rd. 50 Mio. Menschen wahlberechtigt waren, man hätte daher rd. 10 Mio. Stimmen fälschen müssen um das bestehende Ergebnis kippen zu können, unmöglich unerkannt. Es ist durchaus realistisch das dieser Wissenschaftler dem Mosad, der CIA oder sonstigen Agenten oder Söldnern zum Opfer gefallen ist, denn es ist ein offenes Geheimnis das Israel und die USA das iransiche Atomprogramm sabotieren, seit Jahren, denn dadurch könnte man sich evtl. einen Krieg sparen und die Iraner komemn mit ihrer Forschung nicht voran
Sie schreiben: "Umfragen von BBC, CNN und ABC, alle prognosttierten für Achmadinedschad einen Sieg im Bereich von 60% mit einer schwankungsbreite von +/- 5%", Frage: Sollen diese Prognosen schon für den ersten Wahlgang gegolten haben? Er könnte ebenso zum Opfer einer Kampagne westlicher Geheimdienste zur Sabotierung des iranischen Atomprogramms geworden sein wie zum Opfer der Befürchtungen iranischer Geheimdienste, er wolle ins Ausland flüchten und dort Geheimnisse ausplaudern. Gegen solche Spekulationen spricht allerdings, dass Mohammadi offenbar Teilchenphysik unterrichtete und es keine Hinweise auf seine Mitarbeit im staatlichen Nuklearprogramm gibt.
JDR 14.01.2010
4. Antiamerikanismus @ its simplest
Zitat von PeaceNowFolgendes ist doch sehr wundersam: 1. Die Wahl im Iran ging relativ exakt so aus, wie es die Umfrageergebnisse einige Wochen zuvor andeuteten, sowohl im Iran wie auch die Umfragen von BBC, CNN und ABC, alle prognosttierten für Achmadinedschad einen Sieg im Bereich von 60% mit einer schwankungsbreite von +/- 5% 2. Bis heute gibt es keinerlei Beweise dafür das es im Iran nennenswertere Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gab, geschweige denn massenhaften Wahlbetrug. Diese behauptung kommt auch kaum aus dem Iran selbst, sondern fast nur aus dem Ausland und interessanter Weise hierbei fast nur aus dne USA und Westueropa, der Rest der Welt redet weder von Wahlbetrug noch von Fälschung, weil es eben dafür keine Berwiese gib, daher deutet alles auf politishc motiviertes Zündeln der Transatlantiker und der USA gegen den unliebsamen Iran, denn ein enteinter und innerlich geschwächter Gegner lässt sich leichter überfallen. 3. Wenn es massiven Wahlbetrug im Iran gegeben hätten, dann gäbe es wie in Afghanistan auch massenweise Beweise dafür, vor allem wenn man bedenkt das im Iran rd. 50 Mio. Menschen wahlberechtigt waren, man hätte daher rd. 10 Mio. Stimmen fälschen müssen um das bestehende Ergebnis kippen zu können, unmöglich unerkannt. Es ist durchaus realistisch das dieser Wissenschaftler dem Mosad, der CIA oder sonstigen Agenten oder Söldnern zum Opfer gefallen ist, denn es ist ein offenes Geheimnis das Israel und die USA das iransiche Atomprogramm sabotieren, seit Jahren, denn dadurch könnte man sich evtl. einen Krieg sparen und die Iraner komemn mit ihrer Forschung nicht voran
Ein Beitrag, welcher sehr schön die pawlowsche Reaktion eines Antiamerikaners zeigt: Für den Wahlbetrug einer menschenverachtenden Diktatur fordert er "Beweise", obwohl es reichlich Hinweise (völlig unglaubwürdige Stimmenverhältnisse im Heimatort eines Gegenkandidaten, lineare Entwicklung der Stimmenverhältnisse etc.) gibt, behauptet, dass die Wahlfälschung nur im Westen unterstellt würde, weil in "seinen Medien", vermutlich gerade wegen dieser aktuellen Positionierung des Westens solche Vermutungen offenbar fehlen - wen schert schon eine Realität, in welcher der Westen den "Wahlsieg" Ahmedinejads längst akzeptiert und anerkannt hatte, bevor in Teheran Massenproteste ausbrachen - für die Verdächtigung westlicher Nachrichtendienste bei der Liquidierung eines Wissenschaftlers reicht jedoch [quote]Es ist durchaus realistisch das dieser Wissenschaftler dem Mosad, der CIA oder sonstigen Agenten oder Söldnern zum Opfer gefallen ist, denn es ist ein offenes Geheimnis das Israel und die USA das iransiche Atomprogramm sabotieren[/url]. Wie einfach könnte ein Leben mit so simplem Strickmuster sein...
vk64 15.01.2010
5. Selektiv zusammengeklaubte Informationsfetzen als Beweisersatz
Zitat von JDREin Beitrag, welcher sehr schön die pawlowsche Reaktion eines Antiamerikaners zeigt: Für den Wahlbetrug einer menschenverachtenden Diktatur fordert er "Beweise", obwohl es reichlich Hinweise (völlig unglaubwürdige Stimmenverhältnisse im Heimatort eines Gegenkandidaten, lineare Entwicklung der Stimmenverhältnisse etc.) gibt, behauptet, dass die Wahlfälschung nur im Westen unterstellt würde, weil in "seinen Medien", vermutlich gerade wegen dieser aktuellen Positionierung des Westens solche Vermutungen offenbar fehlen - wen schert schon eine Realität, in welcher der Westen den "Wahlsieg" Ahmedinejads längst akzeptiert und anerkannt hatte, bevor in Teheran Massenproteste ausbrachen - für die Verdächtigung westlicher Nachrichtendienste bei der Liquidierung eines Wissenschaftlers reicht jedoch [quote]Es ist durchaus realistisch das dieser Wissenschaftler dem Mosad, der CIA oder sonstigen Agenten oder Söldnern zum Opfer gefallen ist, denn es ist ein offenes Geheimnis das Israel und die USA das iransiche Atomprogramm sabotieren[/url]. Wie einfach könnte ein Leben mit so simplem Strickmuster sein...
Entschuldigung, was ist daran auszusetzen, wenn der Forist Peace Now den Mangel an handfesten Beweisen für einen systematischen Wahlbetrug entscheidenden Ausmaßes moniert? Naja, das ist nun aber auch ein bischen schwach argumentiert. Zumal Hinweise, von wem auch immer hingewiesen wird, ja nunmal noch lange keine Beweise sind.Erhärtet wird der Verdacht auch nicht, indem Sie behaupten, dass Sie finden, dass irgendwelche von Ihnen nicht einmal quantifizierten Wahlergebnisse an einem Ort, den Sie nicht einmal benennen, "unglaubwürdig" seien. gibt es wahrscheinlich genausoviel "Hinweise" wie für den Wahlbetrug? Es macht wenig Sinn, den Beitrag eines anderen Foristen ins Lächerliche, Absurde, Psychopathologische zu ziehen. Man muss kein Freund des derzeitigen iranischen Regimes sein - von dessen grundsätzlicher antidemokratischer, repressiver und zuweilen äußerst brutaler Struktur ich überzeugt bin und dessen revolutionäre Beseitigung sicherlich auch keine weltweite Trauer auslösen würde -, um dennoch die vor allem in westlichen Medien kolportierten konkreten Wahlbetrugsmeldungen mangels Beweisen in Frage zu stellen. Auch kann man dem iranischen Atomprogramm skeptischst gegenüberstehen und dennoch die Vermutung angesichts der israelischen Militärschlagsdrohungen gegen den Iran für naheliegend halten, dass dieser Anschlag auf den Atomwissenschaftler von der CIA, dem Mossad oder deren Verbündeten im Iran verübt wurde. Es gibt hierfür -ebenso wie für den Wahlbetrug-auch keine handfesten Beweise für die eine oder andere Theorie, alles basiert auf Vermutungen, angereichert mit verschiedenen, äußerst lückenhaften und auch je nach Sichtweise selektiv zusammengeklaubten vermeintlichen "Hinweisen".Von Beweisen mag ich ja gar nicht reden. Der Iran ist aktuell zu Wasser und zu Lande -und im Bedarfsfalle auch von der Luft aus- von einer gewaltigen Militärmaschinerie umgeben, die jederzeit in der Lage ist, in beliebiger Intensität loszuschlagen. Vor drohenden Kriegen oder bei der Androhung des Einsatzes kriegerischer Mittel wird von den Konfliktparteien nicht weniger manipuliert, gelogen und desinformiert, als dies in Kriegszeiten der Fall ist. Woher wollen Sie also wissen, ob ihre Infomationen richtiger sind als die des Foristen Peace Now? Warum sollte ich Ihrer Interpretation folgen? Was haben Sie zu bieten? Sind wir doch mal ehrlich- wir werden alle miteinander von der einen wie der anderen Seite mit Propaganda bombardiert und versuchen uns aus diesen Infomationsfetzen jeweils ein in unsere Weltansicht passendes Bild zu machen - und haben letztlich dennoch selbst überhaupt keine Ahnung von den -teilweise durch hochspezialisierte Geheimdienste beider Seiten forcierten-Dingen, von denen wir in dieser konkreten Gemengelage schreiben. Würden Sie mir da zustimmen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.