Gewalt in Honduras Tausende demonstrieren für Frieden

Honduras zählt zu den gefährlichsten Staaten der Welt, mordende Banden terrorisieren das Land. Tausende Christen haben nun für ein Ende der Gewalt demonstriert. In Weiß gekleidet zogen sie durch die Hauptstadt und forderten: "Wir wollen kein Blut in unseren Straßen."

Bürger marschieren durch Tegucigalpa: "Wir wollen kein Blut in unseren Straßen"
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Bürger marschieren durch Tegucigalpa: "Wir wollen kein Blut in unseren Straßen"


Tegucigalpa - Die Einwohner von Honduras leiden unter der mörderischen Gewalt in ihrem Land - Tausende evangelische Christen haben nun ein Ende der Bluttaten gefordert.

In Weiß gekleidet zogen die Gläubigen durch das Zentrum der Hauptstadt Tegucigalpa zum Präsidentenpalast, wie die Zeitung "El Heraldo" berichtete. "Wir wollen kein Blut mehr in unseren Straßen, wir wollen Frieden. Die Kirche ist entschlossen, dazu beizutragen", sagte der Pastor Oswaldo Canales.

Fast 92 Morde kommen auf 100.000 Einwohner in Honduras, damit ist es nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) das gefährlichste Land der Welt außerhalb von Kriegsgebieten. In Deutschland lag die Mordrate zuletzt bei 0,8 Opfern pro 100.000 Einwohner.

Nach jahrelangen Kämpfen um die Vorherrschaft hatten sich die berüchtigten Jugendbanden Mara Salvatrucha und Mara 18 Ende Mai auf eine Waffenruhe geeinigt. Zusammen mit der Organisation Amerikanischer Staaten hatte die Kirche vermittelt.

Kritiker bezweifeln allerdings, dass damit die Gewalt in Honduras endet. Drogenbanden terrorisieren das Land; Polizei und Justiz sind korrupt und arbeiten oft mit kriminellen Organisationen zusammen.

kgp/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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raber 04.07.2013
1. 115-fache Mordrate Deutschlands und ohne Ende
Honduras, Guatemala und El Salvador werden von diesen Banden Mara Salvatrucha und Mara 18 seit Jahren terrorisiert. Es sind schon seit langem keine Jugendbanden mehr. Ihre Führer sind 40-jährige und einige sitzen lebenslang in Haft und leiten die Geschäfte von dort aus. Sie werden auch für den Warenfluss der Drogen von Südamerika in die USA eingesetzt und sind zum Teil schwer bewaffnet. Man fragt sich schon ob die Politiker, Drogenkartelle und Reichen dieser Lander ein Interesse daran haben, dass es weiterhin so läuft damit sie einfacher ihre Geschäfte machen und sich bereichern können. Diese sogenannte Waffenruhe ist eine ungewisse Geschichte wovon grosse Teile der Bevölkerung nichts halten da sie zwar die Mordraten unter diesen Maras verringert hat, aber der Mittelschicht keine Verbesserung gebracht hat da weiterhin Schutzgelder verlangt werden, erpresst wird und die Unsicherheit wächst. Die Armen der Lander sind die grössten Leidtragenden. Der grösste Teil der Bevölkerung will Frieden aber solange Politiker nicht den Willen dafür haben wird nichts geschehen; natürlich sind auch Politiker in diesen dunklen Geschäften sehr stark involviert oder in Spitzenpositionen dieser mafiösen Strukturen.
Stäffelesrutscher 04.07.2013
2.
Fehlt in diesem dpa-Bericht nicht eine Kleinigkeit? Nämlich der Putsch von 2009, logistisch und propagandistisch abgesichert von der FDP-Stiftung »für die Freiheit«? Seitdem herrschen wieder die alten Eliten ... Und die so genannten Jugendbanden haben ihren Ursprung darin, dass die USA kriminelle Jugendliche aus Kalifornien in die Länder ihrer Väter, Großväter und Urgroßväter abschob.
phaeno 04.07.2013
3. Wäre ja auch seltsam gewesen...
Zitat von StäffelesrutscherFehlt in diesem dpa-Bericht nicht eine Kleinigkeit? Nämlich der Putsch von 2009, logistisch und propagandistisch abgesichert von der FDP-Stiftung »für die Freiheit«? Seitdem herrschen wieder die alten Eliten ... Und die so genannten Jugendbanden haben ihren Ursprung darin, dass die USA kriminelle Jugendliche aus Kalifornien in die Länder ihrer Väter, Großväter und Urgroßväter abschob.
... wenn der Westen einmal nicht seine Finger im Spiel gehabt hätte. Zum Glück aber gibt es Venezuela. Da kann man ja immer gut mit dem Finger drauf deuten und es der Gewaltherrschaft bezichtigen. Oder Ecuador, oder ARgentinien oder... oder ... oder... weitere Länder, die sich nicht vom Westen eine Diktatur vorsetzen lassen. Nur sind diese Länder der beste Beweis dafür, wie schädlich Kapitalismus ist.
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