Thailand Ex-Regierungschef Abhisit wegen Mordes vor Gericht

Vor drei Jahren schlugen die thailändischen Sicherheitskräfte Proteste der sogenannten Rothemden blutig nieder. 92 Menschen starben. Nun musste der damalige Premierminister Abhisit Vejjajiva vor Gericht - er ist wegen Mordes angeklagt.

Ex-Premier Abhisit Vejjajiva: Gericht lässt Klage zu
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Ex-Premier Abhisit Vejjajiva: Gericht lässt Klage zu


Bangkok - Der frühere thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva ist wegen einer Mordanklage erstmals vor Gericht erschienen. Er und sein damaliger Vize Suthep Thaugsuban, der momentan die Anti-Regierungs-Proteste anführt, sollen das harte Vorgehen der Soldaten gegen Demonstranten im Mai 2010 genehmigt haben. Bei der Niederschlagung der Proteste waren damals 92 Menschen gestorben.

Abhisit ist gegen Zahlung einer Kaution von umgerechnet 14.000 Euro auf freiem Fuß. Suthep erschien nicht vor Gericht. Die beiden genossen bis vor kurzem als Abgeordnete Immunität, legten ihre Mandate aber nieder, um gegen die Regierung auf die Straße zu gehen.

Bei den Protesten 2010 verlangten die Rothemden Neuwahlen. Zehntausende Demonstranten besetzten Teile der Hauptstadt Bangkok. Bei der Wahl 2011 setzte sich die Rothemden-Bewegung durch.

Doch auch gegen die heutige Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra gibt es seit Wochen Großdemonstrationen. Das Land erlebt erneut eine tiefe Krise.

Yingluck hat die Auflösung des Parlaments und eine Neuwahl für Anfang Februar angekündigt. Am Montag gingen etwa 140.000 Menschen auf die Straße. Unter Tränen wandte sich Yingluck am Dienstag an die Demonstranten und forderte von ihnen, die Proteste zu beenden. "Ich habe schon so viel nachgegeben, ich weiß nicht, wie ich noch weiter nachgeben soll", sagte sie.

Die Demonstranten belagerten am Donnerstag erneut Regierungsgebäude und kappten die Stromversorgung des Regierungssitzes. Einige wenige Aktivisten stürmten auch auf das Gelände des Regierungssitzes, sie wurden aber zurückgedrängt.

kgp/dpa/AP



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