Mordanschlag Ägypten schließt Botschaft im Irak

Nach dem Mord an dem entführten Botschafter Ihab al-Scherif, schließt Ägypten bis auf weiteres seine Botschaft im Irak. Scherif, "der Botschafter der Ungläubigen", sei der Strafe Gottes zugeführt worden, erklärte die Gruppe des Terroristen Mussab al-Sarkawi im Internet.


Pass des ermordeten Ägypters al-Scherif: Bekanntgabe via Internet und dem TV-Sender al-Arabija
AFP

Pass des ermordeten Ägypters al-Scherif: Bekanntgabe via Internet und dem TV-Sender al-Arabija

Kairo - Das Personal sei bereits nach Kairo zurückgerufen worden, hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen. Die letzten sechs noch im Land verbliebenen Mitarbeiter würden den Irak am Freitag verlassen.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak sagte in seiner von der amtlichen Nachrichtenagentur MENA verbreiteten Erklärung, die Täter würden Ägypten niemals von seiner festen Position der Unterstützung des Iraks und seiner Bewohner abschrecken können. Er verurteilt die Tat als Akt von Terroristen.

Der ägyptische Diplomat Scherif war am Samstagabend in Bagdad verschleppt worden. Der 51-jährige habe eine "tyrannische, mit den Feinden des Islams verbündete Regierung" repräsentiert, hieß es in der Mitteilung der Terrorgruppe von Abu Mussab al-Sarkawi, deren Echtheit sich zunächst nicht überprüfen ließ. Gestern hatte al-Qaida gedroht, den Diplomaten zu töten.

Das ägyptische Außenministerium bestätigte den Tod des Diplomaten. Scherifs Entführung war der Auftakt für eine Welle von versuchten Entführungen und Angriffen auf Diplomaten in Bagdad: Am Dienstag wurde der bahrainische Gesandte im Irak bei einem Entführungsversuch durch Schüsse verletzt, das Auto des russischen Botschafters wurde von Kugeln durchlöchert, auch auf den pakistanischen Botschafter wurden Schüsse abgefeuert. Mit ihren Angriffen wollen die Aufständischen nach Einschätzung der irakischen Regierung versuchen, Bagdad international zu isolieren.

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