Mordauftrag Angeblich ließ Saddam Abu Nidal hinrichten

Der palästinensische Top-Terrorist Abu Nidal ist angeblich auf Anweisung des irakischen Diktators Saddam Hussein ermordet worden. Nidal soll sich geweigert haben, al-Qaida-Terroristen im Norden des Landes für neue Anschläge auszubilden.


Tod im Irak: Abu Nidal (1982)
REUTERS

Tod im Irak: Abu Nidal (1982)

London - Dies berichtete die britische Zeitung "The Sunday Times" unter Berufung auf irakische Oppositionsgruppen und westliche Diplomaten.

Abu Nidal sei als persönlicher Gast Saddams wegen einer milden Form von Hautkrebs behandelt worden. Zum Bruch sei es gekommen, als er es abgelehnt habe, sein internationales Terror-Netzwerk zu "reaktivieren". Saddam habe al-Qaida-Terroristen ausbilden lassen wollen, die aus Afghanistan in den Norden des Iraks geflohen seien. Saddam habe darauf gesetzt, die US-Regierung mit einer neuen Welle von Terrorangriffen von ihren Plänen abzubringen, ihn zu stürzen.

Nach offizieller irakischer Darstellung hat sich Abu Nidal erschossen, als er - so Geheimdienst-Chef Taher Dschalil el Habusch - verhört werden sollte, weil er "mit Unterstützung eines ungenannten Staates Aktionen geplant hatte, die die Sicherheit des Iraks gefährden". Die Mitglieder der Abu-Nidal-Gruppe sind hingegen ebenso wie die irakische Opposition davon überzeugt, dass Abu Nidal Opfer eines Mordes im Auftrag von Saddam Hussein geworden ist.

Abu Nidals radikale Terrorgruppe, deren Hauptziel die Zerstörung des Staates Israel war, hatte sich in den 70er Jahren von der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat abgespalten. Auf ihr Konto gehen zahlreiche Anschläge gegen Juden, westliche Ziele und gemäßigte arabische Politiker, bei denen insgesamt rund 280 Menschen ums Leben gekommen sind.

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