Mordvorwürfe Ex-GI plädiert auf "nicht schuldig"

Der 21-jährige Steven Green hat die Vorwürfe wegen mehrfachen Mordes und Vergewaltigung an irakischen Zivilisten vor Gericht nicht kommentiert. Der ehemalige US-Soldat plädiert in allen Punkten auf "nicht schuldig".


Bagdad - Der US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, und der Oberkommandierende der Streitkräfte, General George W. Casey, versuchten am Donnerstag die Wut der Iraker über die Vergewaltigung einer jungen Frau und die Ermordung ihrer Familie zu besänftigen. In einem gemeinsamen Schreiben kondolierten sie den Angehörigen und betonten: "Die Koalitionstruppen sind in den Irak gekommen, um die Rechte und die Freiheit der Iraker und demokratische Werte zu verteidigen". Die Streitkräfte wollten der Situation offen und ehrlich begegnen. "Wir werden jeden Stein umdrehen, um die Wahrheit herauszufinden." Schuldige würden bestraft.

Steven Green ist eines grausigen Kriegsverbrechens beschuldigt. Er soll mit drei Kameraden im März nahe dem Ort Mahmudija südlich von Bagdad eine junge Irakerin vergewaltigt und diese, ihre Eltern und ihre siebenjährige Schwester kaltblütig ermordet haben. Es ist der fünfte Fall binnen kurzer Zeit, bei dem US-Soldaten des Zivilistenmordes verdächtigt werden.

Der 21-Jährige war schon vor Bekanntwerden des Mordfalls auf Grund einer "Persönlichkeitsstörung" aus den Streitkräften entlassen worden. Er diente zuvor als Gefreiter in der Luftwaffe. Green plädierte am Donnerstag vor einem Bundesgericht in North Carolina auf "nicht schuldig", wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll nun eine Anklagejury entscheiden, ob gegen ihn ein Verfahren eröffnet wird.

agö/Reuters/AP



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