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06. April 2016, 12:53 Uhr

Haftverkürzung abgelehnt

Israels Ex-Präsident Katsav bleibt im Gefängnis

Der wegen Vergewaltigung verurteilte israelische Ex-Präsident Katsav kommt nicht frei. Sein Antrag auf vorzeitige Entlassung wurde abgewiesen.

Der wegen Vergewaltigung verurteilte israelische Ex-Präsident Mosche Katsav bleibt im Gefängnis. Sein Antrag auf Haftverkürzung ist abgelehnt worden. Das teilte eine Gerichtssprecherin in Jerusalem mit.

Katsav hat bereits zwei Drittel seiner siebenjährigen Strafe verbüßt. Nun wollte er das Gefängnis verlassen. Der zuständige Ausschuss betonte allerdings, dass Katsav seine Taten weiterhin bestreite und sich selbst vor allem als Opfer sehe.

Der heute 70-Jährige war 2011 wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung dreier früherer Mitarbeiterinnen verurteilt worden. Katsav soll die Straftaten als Tourismusminister von 1996 bis 1999 sowie als Präsident von 2000 bis 2007 begangen haben. Der aus Iran stammende Politiker hatte die Vorwürfe seit Beginn des Verfahrens 2006 stets bestritten.

Alle Versuche Katsavs, vor seiner Verurteilung dem Gefängnis zu entgehen, waren gescheitert. 2011 war die Verurteilung durch das Bezirksgericht in Tel Aviv vom Obersten Gericht bestätigt worden. In zwei Fällen wurde die Vergewaltigung als bewiesen angesehen. Katsav war 2007 angesichts der Vorwürfe mehrerer Frauen vom höchsten Staatsamt zurückgetreten.

cht/dpa

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