Russland Legendäre Kreml-Heilerin Dschuna gestorben

Sie galt als "weiblicher Rasputin": Dschuna, die Wunderheilerin des Kreml ist tot. Die Astrologin behandelte unter anderem Leonid Breschnew und den früheren sowjetischen Außenminister Eduard Schewardnadse.


Dschuna wurde nur 65 Jahre alt. Die Astrologin starb am Montagmorgen in Moskau, wie ihr enger Vertrauter Andrej Malachow mitteilte, ein Star-Moderator des russischen Fernsehens. Die Heilerin, die mit bürgerlichem Namen Jewgenia Dawitaschwili hieß, stand in den Achtzigerjahren in den Diensten des Kreml und behandelte dabei unter anderem den 1982 verstorbenen Staatschef Leonid Breschnew sowie den ehemaligen sowjetischen Außenminister Eduard Schewardnadse.

Dschuna war "die geheime Heilerin des Kreml, eine Art weiblicher Rasputin", sagte der Musical-Produzent Igor Matwijenko, der Ende der Achtzigerjahre "für einen Monat" mit ihr verheiratet war. Ständig seien damals die Limousinen der Staatsführung vor Dschunas Wohnung vorgefahren, erinnerte sich Matwijenko. Kreml-Führer und Künstler seien in ihrem Apartment zusammengekommen, sagte er. Sie hätten vor allem Dschunas Diskretion geschätzt.

Bei ihrer Hochzeit im Zentrum der russischen Hauptstadt sei seinerzeit "fast das gesamte Politbüro", das höchste Gremium der Kommunistischen Partei der UdSSR, dabei gewesen, sagte Matwijenko. Dschuna, die auch als Dichterin und Malerin tätig war, habe bei ihm selbst einmal eine Knieverletzung durch einfaches Handauflegen geheilt.

Die Tochter eines Iraners und einer Kosakin aus dem südrussischen Krasnodar kokettierte mit ihren orientalischen Wurzeln und nannte sich selbst "assyrische Prinzessin". Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester kam sie nach Moskau und arbeitete zunächst bei einer Planungsbehörde, bevor sie sich unter Prominenten wie dem Musiker Wladimir Wisozki schnell einen Ruf als Heilerin machte.

Der Tod der erst nach dem Ende der Sowjetunion öffentlich auftretenden Dschuna war in Russlands Medien das Thema des Tages. "Manche nannten sie Scharlatan, manche Retterin", schrieb die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gründete sie 1990 eine Akademie für Alternative Wissenschaften und zeigte sich häufig im Fernsehen. In einer Zeit, die von vielen Russen als chaotisch wahrgenommen wurde, erlangte sie rasch öffentlichen Ruhm, zog sich jedoch nach dem Unfalltod ihres Sohnes im Jahr 2001 weitgehend zurück.

ler/AFP



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god is a dj 08.06.2015
1.
hier der Artikel im SPIEGEL von 1981: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14328865.html
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