In Moskau inhaftierter US-Bürger Paul Whelan fordert Unterstützung von Donald Trump

Bis zu 20 Jahre Haft wegen angeblicher Spionage drohen dem US-Bürger Paul Whelan. Der spricht von einer "absurden politischen Entführung" - und erwartet nun einen Tweet vom US-Präsidenten Trump.

Paul Whelan
YURI KOCHETKOV/EPA-EFE/REX

Paul Whelan


Der in Moskau wegen Spionagevorwürfen inhaftierte US-Bürger Paul Whelan hat öffentlich die Unterstützung von US-Präsident Donald Trump eingefordert. "Herr Präsident, wir können die Größe Amerikas nicht bewahren, wenn wir nicht mit Nachdruck seine Bürger wo auch immer in der Welt verteidigen", zitierten russische Medien aus einer Erklärung Whelans während einer Gerichtsanhörung in Moskau, in der seine Untersuchungshaft bis zum 29. August verlängert wurde. "Twittern Sie Ihre Absichten", forderte Whelan Trump demnach auf.

Whelan hat neben der US-Staatsbürgerschaft auch die irische und die kanadische. In seinem Appell fordert er auch die Unterstützung der Regierungen in London, Ottawa und Dublin ein. Er sprach demnach von einer "absurden politischen Entführung".

Der ehemalige US-Soldat war am 28. Dezember vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB bei einem angeblichen "Spionageakt" gefasst worden. Anfang Januar wurde er formell angeklagt.

Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Nach Angaben seiner Familie hielt er sich Ende Dezember in Moskau auf, um an einer Hochzeit teilzunehmen. Die Familie wies die russischen Vorwürfe zurück.

Ein USB-Stick mit geheimen Dokumenten

Einige Beobachter vermuten, dass Russland mit Whelans Festnahme Vergeltung üben wolle für die Verhaftung der Russin Maria Butina, die im April in den USA wegen Agententätigkeit zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt worden war. Sie hatte sich schuldig bekannt, als "Agentin" ihres Heimatlandes konservative Zirkel der Vereinigten Staaten unterwandert zu haben.

Nach Angaben seines Anwalts war Whelan unwissentlich im Besitz von russischen Staatsgeheimnissen. Der 48-Jährige habe einen USB-Stick mit geheimen Dokumenten erhalten, habe aber vom Inhalt des Datenträgers keine Kenntnis gehabt. Eine Freilassung des im Dezember festgenommenen US-Bürgers gegen Zahlung einer Kaution hatte die russische Justiz bereits abgelehnt.

tin/AFP



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