Mossul Anti-IS-Koalition gibt Luftangriffe mit zivilen Opfern zu

Bei einem Luftangriff gegen den "Islamischen Staat" sind im irakischen Mossul offenbar Dutzende Zivilisten getötet worden. Nach einer ersten Überprüfung übernimmt die US-geführte Allianz die Verantwortung.

Bewohner von Mossul transportieren Tote ab (Foto vom 24. März)
DPA

Bewohner von Mossul transportieren Tote ab (Foto vom 24. März)


Die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition hat einen Luftangriff mit vielen toten Zivilisten zugegeben. Eine erste Überprüfung der Angriffsdaten deute darauf hin, dass die Koalition am 17. März Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" an einem Ort in Mossul getroffen habe, der mit den Angaben zu zivilen Opfern übereinstimme, erklärte das Bündnis.

Irakische Behördenvertreter gaben an, dass bei Luftangriffen auf den Westen der irakischen Stadt Mossul in den vergangenen Tagen Dutzende Zivilisten getötet wurden. Viele Tote lägen unter Trümmern begraben, sagte der Vorsitzende des Provinzrates von Ninive, Baschkar al-Kiki. Der Gouverneur der Provinz, Nawfal Hammadi, sprach von mehr als 130 Toten. Von unabhängiger Seite konnten die Angaben nicht überprüft werden. Die Zahl der Opfer des von der Koalition bestätigten Angriffs blieb unklar.

Anfang des Monats hatte die Koalition bereits mitgeteilt, dass es "eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich" sei, dass "mindestens 220 Zivilisten unbeabsichtigt bei Angriffen der Koalition getötet" worden seien. Weitere Vorfälle würden noch geprüft.

In West-Mossul sollen sich noch 600.000 Menschen aufhalten

Mossul ist von irakischen Regierungstruppen und unterstützenden Kampfeinheiten umzingelt. Die von den USA angeführte Koalition will den IS aus der Großstadt verdrängen, seit 2014 ist Mossul eine IS-Hochburg.

Das Ministerium für Migration und Vertriebene in Bagdad teilte mit, seit dem Beginn des Sturms auf den Westteil Mossuls seien mehr als 200.000 Menschen aus der Stadt geflüchtet.

Die Offensive auf Mossul begann im Oktober. Zunächst nahmen die Koalitionstruppen den Ostteil der Stadt ein, am 19. Februar begann die Offensive auf den Westteil. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sollen sich noch 600.000 Menschen in West-Mossul aufhalten.

cst/AFP/Reuters



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