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23. März 2017, 16:25 Uhr

Medienberichte

Mehr als hundert tote Zivilisten bei Explosion in Mossul

Seit Monaten kämpfen irakische Regierungstruppen in Mossul gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". Während einer Militäroffensive soll es zu einer gewaltigen Explosion gekommen sein.

Im Westen der umkämpften irakischen Stadt Mossul sind bei einer Explosion offenbar mehr als hundert Menschen getötet worden. Das berichten mehrere Medien. Ein irakischer General erklärte, unter Gebäudetrümmern im Viertel Al-Dschadida seien 108 Leichen geborgen worden, darunter Frauen und Kinder. Der kurdische TV-Sender Rudaw spricht sogar von 230 Opfern. Die Ursache der Explosion ist noch unklar.

Die irakische Armee hat im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nach Uno-Schätzungen etwa 40 Prozent des westlichen Teils der Stadt befreit. Die Kämpfe um die Stadt dauern seit Monaten an.

Mossul ist seit 2014 unter Kontrolle der Terrormiliz und gilt als letzte Hochburg des IS im Irak. Im Oktober 2016 startete die irakische Armee gemeinsam mit ihren Verbündeten eine Offensive und brachte zunächst den Ostteil unter Kontrolle. Ende Februar gelang es, in das erste Wohnviertel im Westen der Stadt vorzudringen.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR drohten IS-Kämpfer jedem, der die Flucht wage, mit Erschießung. In der Altstadt seien 400.000 Menschen eingekesselt und würden von IS-Kämpfern eingeschüchtert, hieß es von dem Hilfswerk. Sie hätten kaum zu essen und müssten Möbel und Kleidung verbrennen, um bei heftigem Regen und in kühlen Nachtstunden zu überleben.

Insgesamt sollen sich noch etwa 600.000 Menschen in West-Mossul befinden. 158.000 seien seit Beginn der Offensive der irakischen Armee im Februar geflüchtet, berichtet das Flüchtlingshilfswerk.

mho/dpa

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