Irak IS-Kämpfer töten Zivilisten bei Abzug aus Mossul

Der IS geht beim Rückzug aus seiner umkämpften Hochburg Mossul brutal gegen Zivilisten vor. Menschen, die in der irakischen Stadt bleiben wollen, werden laut Berichten einer Menschenrechtsorganisation umgebracht.

Rauchwolken über Mossul
DPA

Rauchwolken über Mossul


Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) greifen in ihrer Hochburg Mossul Zivilisten an, die sich nicht am Rückzug der Dschihadisten aus der irakischen Stadt beteiligen wollen. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). Die IS-Kämpfer töten demnach unbeteiligte Menschen, weil sich diese nicht mit ihnen vor der vorrückenden irakischen Armee zurückziehen wollten.

Mossul ist seit Oktober Schauplatz einer groß angelegten Offensive gegen den Islamischen Staat. Vom Osten her drangen irakische Spezialeinheiten schnell in die Stadt ein und befreiten viele Menschen von der Herrschaft der Dschihadisten. Zuletzt stockte der Vormarsch allerdings.

Irakische Soldaten in Mossul
DPA

Irakische Soldaten in Mossul

HRW listet Angriffe auf Zivilisten mit Mörsern, Sprengsätzen und auch direkte Schüsse auf Unbeteiligte im Zeitraum von November bis Anfang Dezember auf. Die Organisation sprach eigenen Angaben zufolge mit 50 ehemaligen Bewohnern der Stadt, die aus Mossul geflohen sind.

Von diesen hätten 31 wahllose und direkte Angriffen des IS geschildert. Fünf Interviewte hätten auch von Luftangriffen auf die Extremisten berichtet, die Zivilisten getötet hätten. Bombardements in Mossul werden entweder von den irakischen Streitkräften oder von einer US-geführten internationalen Militärkoalition durchgeführt.

als/dpa



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