Mueller-Anhörung Trump bejubelt angebliches "Desaster" für Demokraten

Wirklich überraschend ist diese Reaktion nicht: Donald Trump hat die Aussagen von Sonderermittler Robert Mueller verhöhnt. Sich und seiner Partei bescheinigte er einen "sehr guten Tag".

Donald Trump: Von "Hexenjagd" bis "lausiger Job" war alles dabei
Nicholas Kamm/ AFP

Donald Trump: Von "Hexenjagd" bis "lausiger Job" war alles dabei


Schon im Vorfeld hatte sich US-Präsident Donald Trump alles andere als schmeichelhaft über die Arbeit von Robert Mueller geäußert. Da wirkt auch sein Urteil über die Anhörung des Sonderermittlers im Repräsentantenhaus eher erwartbar.

Trump wertete Muellers Aussagen als Niederlage für die Opposition. "Wir hatten heute einen sehr guten Tag", sagte er am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. "Dies war ein Desaster für die Demokraten."

"Und man könnte auch sagen, dass es ein großer Tag für mich war, aber das sage ich nicht gern", behauptete er weiter. Dem Ex-Sonderermittler bescheinigte Trump, einen "lausigen Job" gemacht zu haben. Das Weiße Haus hatte die Anhörung zuvor als "epische Peinlichkeit für die Demokraten" bezeichnet, ebenso Fox News, der Lieblingssender des Präsidenten.

Mueller hatte bei der mehrstündigen Befragung durch Abgeordnete des Justiz- und des Geheimdienstausschusses die Ergebnisse seiner Untersuchungen bekräftigt. "Das Ergebnis zeigt, dass der Präsident nicht von den Taten entlastet wurde, die er mutmaßlich begangen hat", sagte Mueller. (Eine umfassende Analyse unserer US-Korrespondenten zu der Anhörung lesen Sie hier.)

Auf die Frage, ob der 448 Seiten lange Abschlussbericht Trump "vollständig entlastet", antwortete Mueller mit "nein". Trumps Verhalten habe mehrfach potenziell unzulässigen Einfluss auf die Ermittlungen zu den mutmaßliche Einmischungen Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 gehabt.

Ausdrücklich nicht von heiklem Verdacht freigesprochen

Die Hoffnungen der Demokraten auf neue Erkenntnisse, die über den vor gut drei Monaten veröffentlichten Abschlussbericht hinausgehen, erfüllte sich allerdings nicht. Mueller ließ während der Anhörung zahlreiche Fragen unbeantwortet und verwies auf seinen Ermittlungsbericht.

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Mueller hat bei seinen Nachforschungen zwar keine hinreichenden Belege für illegale Geheimabsprachen zwischen dem Wahlkampfteam des heutigen Präsidenten und Russland gefunden. Vom Verdacht strafbarer Justizbehinderung entlastete er den Präsidenten jedoch ausdrücklich nicht. Zudem stellte der Sonderermittler in dem Bericht fest: "Der russische Staat hat sich systematisch in die Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt."

jok/dpa/Reuters

insgesamt 31 Beiträge
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mimas101 25.07.2019
1. Hmm Tja
DTs Taktik: Angriff ist die beste Verteidigung. Aber warum werde ich nicht mehr das Gefühl los das wir bei den USA etwas sehen was bei uns so Ende der 20er / Anfang der 30er los war? Ein paar willfährige Großkapitalisten (die nur ihre Geldspeicher im Sinn haben) samt Verlegern, Reden mit reichlich hohlen Phrasen, Getümmel auf den Straßen, Realitätsverdrehungen, Verachtung diverser Volksgrupppen die nicht der vermeintlichen weißen Herrscherrasse entsprechen (der Arier wurde Anfang des 20. Jahrh von den USA erfunden), nationalistisch geprägter Isolationismus, eine schwache und fast handlungsunfähige Opposition, ein oberstes Gericht das schweigt weil die Richter DTs Partei zugeneigt sind, ABM-Programme für die Lower Classes, buckelnde und andienende Wirtschaftsminister anderer Staaten... DT baut die USA um - hin zu etwas was man eigentlich überwunden zu haben glaubte. Jetzt fehlt DT eigentlich nur noch ein Anlaß für einen Krieg um die US-Einflußsphäre zu erweitern.
5b- 25.07.2019
2. Falsche Diskussion: Abdanken statt Entheben
Trump ist des Amtes eines Staatsoberhaupts nicht würdig. Das ist so offensichtlich, dass man sich nicht über ihn, sondern seine Gesellschaft wundern muss. Ich wäre entsetzt, wäre ich Amerikaner. Die Republikaner hätten ihn spätestens ein paar Monate nach seinem Amtsantritt zum Rücktritt überreden sollen. Es ist dabei völlig egal was er in Wirklichkeit denkt und fühlt. Allein wie er sich in der Öffentlichkeit gibt, ist zu viel. In Deutschland muss ein Bundeskanzler mindestens 18 Jahre alt sein. Warum? Es hat mit geistiger Reife zu tun. Trump zeigt offenkundig, dass sein Charakter an Reife vermissen lässt. Er kann somit keine Vorbildfunktion erfüllen, für die man wenigstens vordergründig, so wie Kohl, Anstand bewahren muss. Was ist das für eine Gesellschaft, die einen Trump als Staatsoberhaupt duldet? Wenn es in den Vereinigten Staaten von Amerika (das ist abgekürzt doch VSA—warum sagen wir U zum V?) in Ordnung ist Rassismus, Gier und Egomanie als oberste Leitmotive vom Führer der Nation deklariert zu bekommen, hat das dann Rückhalt in der Bevölkerung? Wenn dem so ist, muss man sich schon Gedanken machen, ob man von solchen Leuten abhängig sein will. Man hat als Geschäftspartner dann keine klare Präferenz mehr. Ein Geschäft mit einem Chinesen, Koreaner, Japaner aber auch Inder und eigentlich sonst wem ist dann fast noch besser, weil man keinen Handelsstreit von ihm erwarten muss. Man sollte dennoch so ehrlich sein und Chinesen und Compagnie keine unnötigen Vorteile mehr zu gewähren.
andreika123 25.07.2019
3. das ist Justiz
keine Beweise, keine Zeugen. aber natürlich die eigene Meinung muss in den Bericht rein. Ich kann es nicht beweisen aber ich glaube er ist schuldig und die bösen Russen haben mit Ihren 1000 Facebook Einträgen die Wahlen manipuliert das ist sicher . Was das den Steuerzahler gekostet hat das sollen die offenlegen.
schorri 25.07.2019
4. Die übliche, lächerliche Trump-Masche
Es ist die übliche,lächerliche Trump-Masche: Unwahrheiten so lange und mit steigender Intensität wiederholen, bis seine eher schlichten Anhänger ihm alles glauben. Trumps irrwitzigen Aussage treffen vom Ohr direkt auf das Jubel-Zentrum, ohne die menschliche Vernunft im Gehirn, so sie denn bei Trumps Anhang überhaupt vorhanden ist, zu tangieren. Bei der Mueller-Anhörung gibt es für des Denkens fähige Menschen einen Satz, der zwar sehr schlicht klingt, aber für Trump eine schallende Ohrfeige ist: Mueller sagt auf die Frage nach Trumps Verstrickung in die Russland-Causa: Es ist nicht möglich, einen amtierenden Präsidenten anzuklagen. Eine dröhnende Anklage; wie gesagt hört das allerdings nur, wer über ein Minimum an Denkfähigkeit verfügt und es auch einsetzen will.
testuser2 25.07.2019
5. Offensichtlich ein Desaster
Politisch ist die Affäre um die Beschuldigungen des politischen Gegners durch die Demokraten, die sie nicht haben belegen können, ein Desaster für die Demokraten. Trump hat sich gegen falsche Beschuldigungen gewehrt und ist dabei offensichtlich im Rahmen dessen geblieben, was man bei den Angriffen gegen ihn erwarten konnte und durfte, juristisch und politisch sowieso. Die Annäherung der beiden Staaten USA und Russland ist besser als eine Konfrontation, die offenbar von den Demokraten angestrebt wird.
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