Muhsin al-Fadhli Pentagon meldet Tod von Qaida-Kommandeur in Syrien

Die US-Armee hat nach eigenen Angaben den Kommandeur der sogenannten Khorasan-Gruppe in Syrien getötet. Die Gruppe gilt als Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida und soll Anschläge gegen westliche Staaten geplant haben.

Qaida-Kommandeur Fadhli: Tod in Syrien
REUTERS

Qaida-Kommandeur Fadhli: Tod in Syrien


Einer der erfahrensten Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida ist nach Angaben des Pentagon ums Leben gekommen. Das US-Militär teilte mit, dass Muhsin al-Fadhli bereits am 8. Juli bei einem Luftangriff auf sein Fahrzeug in der Nähe der nordsyrischen Stadt Sarmada getötet wurde.

Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste war der in Kuwait geborene Fadhli seit Ende der Neunzigerjahre ein enger Vertrauter von Osama Bin Laden. Als einer der wenigen sei er vorab in die Pläne für die Anschläge vom 11. September 2001 eingeweiht gewesen. Außerdem soll er in den Anschlag auf den französischen Öltanker "MV Limburg" im Golf von Aden verwickelt gewesen seien, bei dem im Oktober 2002 ein Seemann getötet und Dutzende weitere verletzt worden waren.

Nach dem Sturz der mit al-Qaida verbündeten Taliban Ende 2001 soll sich Fadhli nach Iran abgesetzt haben. 2012 setzte das US-Außenministerium eine Belohnung in Höhe von sieben Millionen US-Dollar auf den Dschihadisten aus.

Nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs sei Fadhli von der Qaida-Spitze nach Syrien beordert worden. Dort soll er mit anderen Afghanistan-Veteranen die sogenannte Khorasan-Gruppe aufgebaut haben. Anders als die ebenfalls mit al-Qaida verbündete Nusra-Front konzentrieren sich die Khorasan-Mitglieder nach Einschätzung der USA nicht auf den Kampf in Syrien, sondern auf die Planung von Terroranschlägen gegen westliche Staaten. Zuletzt sollen sie mithilfe von Qaida-Bombenbauern aus dem Jemen an Methoden gearbeitet haben, um Sprengsätze unerkannt in Flugzeuge zu schmuggeln.

In den vergangenen Monaten hat die US-geführte Koalition bereits mehrfach Stützpunkte der Khorasan-Gruppe bombardiert. Im September 2014 kursierten bereits Gerüchte, Fadhli sei bei einem Luftangriff getötet worden. Nun ist sich das Pentagon offenbar sicher.

syd/AFP/AP



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