Attentat von Woolwich Mutmaßliche Täter waren der Polizei bekannt

Die Männer, die einen britischen Soldaten auf offener Straße mit einem Fleischerbeil getötet haben sollen, waren den Ermittlern bekannt: Einer von ihnen wurde 2012 aufgehalten, als er das Land verlassen wollte. Von dem Terrorplan sollen die Fahnder aber nichts gewusst haben.

Der mutmaßliche Soldatenmörder Michael Adebolajo: Objekt mehrerer Ermittlungsverfahren
REUTERS/ itvnews

Der mutmaßliche Soldatenmörder Michael Adebolajo: Objekt mehrerer Ermittlungsverfahren


London - Die Männer, die einen britischen Soldaten grausam ermordet haben sollen, waren der Polizei bekannt. Das melden übereinstimmend die Zeitung "The Times" und die BBC. Einer der mutmaßlichen Täter, Michael Adebolajo, wurde von Schulfreunden als der Mann identifiziert, der sich nach der Bluttat im Londoner Stadtteil Woolwich filmen ließ und den Mord als Rache für die Beteiligung der britischen Armee in muslimischen Ländern bezeichnete. Die beiden Männer werden aktuell in einem Krankenhaus behandelt, nachdem sie bei ihrer Festnahme von Polizisten niedergeschossen worden waren.

Regierungsquellen bestätigten Berichte, dass der nigerianischstämmige Adebolajo und ein weiterer Mann, ebenfalls mit nigerianischen Wurzeln, in mehreren Ermittlungsverfahren im Visier der Fahnder gewesen sein sollen. Einer der beiden Männer soll im vergangenen Jahr von den Behörden abgefangen worden sein, als er versuchte außer Landes zu reisen. Es hätten jedoch keine Erkenntnisse darüber vorgelegen, dass die beiden Anschläge planten.

Am Donnerstag durchsuchten Beamte zwei Anwesen in der Grafschaft Lincolnshire und in Greenwich, im Südosten Londons. Beide Aktionen standen laut Polizei im Zusammenhang mit der Bluttat vom Vortag. In der Nacht durchsuchten Polizisten offenbar auch die Wohnung von Adebolajos Schwester in einem Vorort von London.

Am Mittwochnachmittag hatten zwei junge Männer einen britischen Soldaten auf offener Straße unter anderem mit einem Fleischerbeil getötet. Bevor die Polizei die Angreifer anschoss und festnahm, hatten diese Passanten aufgerufen, sie zu filmen und zu fotografieren.

Der britische Premier David Cameron verurteilte die Bluttat am Morgen: Großbritannien werde sich niemals von Terrorismus in die Knie zwingen lassen, sagte er. "Wir werden zusammenstehen", versprach Cameron in einer Ansprache.

ade/dpa

insgesamt 10 Beiträge
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lukaslauboeck 23.05.2013
1. Sinnlose Tat
Wie strohdumm muss der Mörder eigentlich sein? Übrigends ist die Tat politisch und nicht religiös Motiviert, wie so oft will man mit Gewalt die Gesellschaft verändern. In diesem Fall sollen die Soldaten abgezogen werden.
wynkendewild 23.05.2013
2.
Zitat von lukaslauboeckWie strohdumm muss der Mörder eigentlich sein? Übrigends ist die Tat politisch und nicht religiös Motiviert, wie so oft will man mit Gewalt die Gesellschaft verändern. In diesem Fall sollen die Soldaten abgezogen werden.
Politik und Religion sind ein und dasselbe Feld. Dieser Mord sollte wohl als Symbol der Solidarität mit den muslischen Kämpfern in Afghanistan oder sonstwo verstanden werden. Sie sind davon überzeugt, dass der GLaube in dieser Art und Weite verteidigt werden müsste.
ovoso 23.05.2013
3. unbeteiligter dritter?
wer filmt bzw "interviewt" jemanden mit 2 Messern in der Hand der unmittelbar davor Menschen damit angegriffen hat? Glaube kaum dass es sich hier um einen unbeteiligten dritten handelt, wie es in einem anderen artikel, den man nicht kommentieren kann, gesagt wird.
haustier 23.05.2013
4. Michael
Genau, mit diesen Namen kann man nur ein islamistischer Glaubenkrieger sein. Wenn da keine Drogen im Spiel waren bekomme ich langsam Angst.
blue.sky 23.05.2013
5. Irre Amokläufer
haben aus meiner Sicht nichts Terrorismus zu tun. Hier sollten Grenzen gezogen werden. Habe das Handyvideo gesehen und kann nur feststellen, dass es sich um einen verwirrten Mann handelt. Schlimme Sache, aber vor Amokläufern gibt es keinen Schutz.
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