Festnahme in Kenia 2010 Mutmaßlicher Londoner Soldatenmörder saß schon einmal im Knast

Michael Adebolajo, 28, soll einen Soldaten in London auf offener Straße umgebracht haben. Jetzt bestätigen britische Behörden: Im Jahr 2010 war der Mann schon einmal festgenommen worden, von kenianischen Sicherheitskräften - er soll für eine islamistische Gruppe agitiert haben.

Archivbild von 2010: Adebolajo soll schon 2010 in Kenia festgenommen worden sein
AFP

Archivbild von 2010: Adebolajo soll schon 2010 in Kenia festgenommen worden sein


Berlin - Der mutmaßliche Soldatenmörder von London, Michael Adebolajo, war schon einmal festgenommen worden: im Jahr 2010 in Kenia. Das meldet die BBC und beruft sich auf das britische Außenministerium. Demnach hat der Mann damals konsularischen Beistand durch die britische Botschaft bekommen, wie es in solchen Fällen normal ist.

Auch die Nachrichtenagentur AP meldet, Adebolajo sei damals nahe der somalischen Grenze festgenommen worden, und beruft sich auf Anti-Terror-Beamte.

Es war der BBC zufolge zuvor öffentlich spekuliert worden, ob sich Michael Adebolajo damals vor Gericht verantworten musste, weil er für die islamistische al-Shabaab-Miliz, die im benachbarten Somalia aktiv ist, agitiert haben soll. Die kenianische Regierung hatte zunächst dementiert, dass Adebolajo jemals im Land gewesen sei. Später sagte ein Sprecher, er sei unter anderem Namen festgenommen worden - das habe für Verwirrung gesorgt.

Adebolajo, 28, hatte am Mittwoch auf der Wellington Street im Londoner Stadtteil Woolwich gemeinsam mit einem Komplizen, dem 22 Jahre alten Michael Adebowale, den britischen Soldaten Lee Rigby auf offener Straße getötet. Möglicherweise hatten die beiden Mitwisser: Die britischen Behörden nahmen mittlerweile mehrere Verdächtige fest. Britische Sicherheitsdienste hatten den 28-jährigen Adebolajo schon seit acht Jahren im Visier - eine so grausame Tat haben sie ihm jedoch nicht zugetraut.

Offenbar hatte seine Radikalisierung begonnen, nachdem Adebolajo 2003 das College verlassen hat. Der junge Mann hatte nach Ansicht der Mutter falsche Freunde, wurde Teil einer Straßen-Gang, die andere Leute mit Messern bedrohte. Um ihren Sohn aus diesen Kreisen herauszuholen, zog die Mutter mit ihren Kindern aufs Land, in die Kleinstadt Saxilby im Nordosten Englands, knapp 250 Kilometer von London entfernt. Doch schon nach wenigen Monaten kehrte Adebolajo zum Studium an der Greenwich University in die Hauptstadt zurück.

Dort freundete er sich mit islamischen Extremisten an. Spätestens seit 2005 nahm er regelmäßig an Treffen und Demonstrationen einer radikalen Gruppe teil.

Ein Freund von Adebolajo hatte der BBC gesagt, der mutmaßliche Soldatenmörder sei im vergangenen Jahr zum Studieren nach Kenia gereist. Aber stattdessen sei er von "Kenianischen Truppen" festgesetzt, verhört und geschlagen worden.

otr/AP



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
sponnerd 26.05.2013
1. ...
---Zitat--- Ein Freund von Adebolajo hatte der BBC gesagt, der mutmaßliche Soldatenmörder sei im vergangenen Jahr zum Studieren nach Kenia gereist. Aber stattdessen sei er von "Kenianischen Truppen" festgesetzt, verhört und geschlagen worden. ---Zitatende--- Rechtstaatlichkeit und Unschuldsvermutung in allen Ehren, aber hier übertreibt es SPON doch ein wenig damit. Was genau unterliegt hier in diesem Fall noch der Mutmaßlichkeit? Dieser Typ wurde mit der Tatwaffe in der Hand und blutbeschmierten Händen von mehreren Augenzeugen gesehen und gefilmt! Er hat sich danach vor laufender Kamera selber mit der Tat gebrüstet und weitere Taten angekündigt. Er ist so schuldig, wie der Papst katholisch ist! Diese ganze falsche Rücksichtnahme der westlichen Welt und ihrer Prinzipien gegenüber solchen verblendeten Irren führt zur Vernichtung eben jener Prinzipien, wenn nicht endlich mit ganzer Härte diesen Verbrechen Einhalt geboten wird! Statt Guantanamo zu schliessen, sollte es für solche Typen ausgebaut und ein ganzes Franchisesystem entsprechender Einrichtungen weltweit aufgebaut werden!
honk2511 26.05.2013
2. Jede radikal motivierte
Zitat von sponnerdRechtstaatlichkeit und Unschuldsvermutung in allen Ehren, aber hier übertreibt es SPON doch ein wenig damit. Was genau unterliegt hier in diesem Fall noch der Mutmaßlichkeit? Dieser Typ wurde mit der Tatwaffe in der Hand und blutbeschmierten Händen von mehreren Augenzeugen gesehen und gefilmt! Er hat sich danach vor laufender Kamera selber mit der Tat gebrüstet und weitere Taten angekündigt. Er ist so schuldig, wie der Papst katholisch ist! Diese ganze falsche Rücksichtnahme der westlichen Welt und ihrer Prinzipien gegenüber solchen verblendeten Irren führt zur Vernichtung eben jener Prinzipien, wenn nicht endlich mit ganzer Härte diesen Verbrechen Einhalt geboten wird! Statt Guantanamo zu schliessen, sollte es für solche Typen ausgebaut und ein ganzes Franchisesystem entsprechender Einrichtungen weltweit aufgebaut werden!
Handlung ist schwachsinnig.... und Forderungen auch... wenn es mehr von Ihrem Schlage gäbe wüsste ich nicht was mehr zum K#+#+ ist, diese wahnsinnigen Irren aus den Glaubenshäusern oder Biedermänner und Brandstifter, wie Sie(aber unsere Gesellschaft setzt nun mal auf Gleichheit, da kommen geistig mindere Schmierl+#++nicht mehr zum Zug). Prozess, Urteil, Strafe bei Schuldspruch und fertig(für den radikalen gläubigen Vollpfosten ebenso, wie für den Aufwiegler).
karsten rohde 26.05.2013
3.
SPON berichtet wahrheitstreu und objektiv. Danke. Anzumerken wäre, dass eine Verpixelung der Gesichter im Sinne der Unschuldvermutung angebracht ist. Danke, SPON. Wir erfahren hier alles und können es kommentieren. Schade aber, dass von dieser Möglichkeit wenig Gebrauch gemacht wird. Natürlich sieht es auf den ersten Blick so aus, als wäre eine Schuld des jungen Mannes offensichtlich, ich bitte aber zu beachten, dass die erst in einem rechtsstaatlichen Verfahren festgestellt werden kann. Diese anderen Leute, die unter anderem wegen antimuslimischer Äusserungen in Grossbrittanien verhaftet wurden, werden doch bestimmt bald wieder auf freien Fuss gesetzt? Dazu hätte man auch gerne mal Informationen, aber manches geht eben unter in der Nachtrichtenflut. Danke für die objektive, ausgewogene und wahrheitstreue Berichterstattung. Gilt für fast alle deutschen Medien.
darthmax 26.05.2013
4. Mutmasslich
dreht sich auch die Erde um die Sonne, da dies noch nicht von einem Gericht abgeurteilt wurde. Wer schützt eigentlich die mutmasslichen Opfer vor den mutmasslichen Tätern? Dies zeigt doch, dass die Angst uns schon mutmasslich regiert.
kf_mailer 26.05.2013
5. Unerhört
und jetzt? Was soll dieser Bericht nun sagen? Das es besser wäre jeden Straftäter für immer einzusperren odrr gar vorsorglich umzubringen? Soll Guantanamo und US Drohnenterrorismus die Zukunft sein?
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