Mutmaßliches Missbrauchsopfer Clinton arrangiert Ausreise Obeidis

Ihre Geschichte ging um die Welt: Die junge Frau aus Libyen hatte öffentlich Gaddafi-Schergen beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Als sie es der Presse erzählen wollte, ließen Sicherheitskräfte Iman al-Obeidi festnehmen. Nun konnte sie offenbar in die USA ausreisen - mit der Hilfe Hillary Clintons.

DPA

Bengasi - Die mutmaßlich von Gaddafi-Anhängern vergewaltigte Iman al-Obeidi ist aus Libyen in die Vereinigten Staaten ausgereist. Die Schwester der Frau, Marwa al-Obeidi, sagte, Iman al-Obeidi sei aus der von Rebellen kontrollierten Stadt Bengasi ausgeflogen worden.

Sie sei mit Hilfe einer Menschenrechtsorganisation und der Unterstützung von US-Außenministerin Hillary Clinton in einem Privatflugzeug über Malta und Österreich in die USA gebracht worden. Obeidis Vater konnte seine Tochter demnach begleiten und war ebenfalls an Bord des Flugzeugs.

Iman al-Obeidi hatte Journalisten am 26. März von ihrer Vergewaltigung durch Soldaten des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi berichtet. Danach war sie vor laufenden Kameras von Wachleuten weggeschleppt worden. Die Bilder von Obeidis Festnahme hatten weltweit für Aufsehen gesorgt.

Odyssee über Katar

Obeidi hatte eine Gruppe von 15 Gaddafi-Schergen beschuldigt, sie entführt, misshandelt und brutal vergewaltigt zu haben - und sich damit den Zorn des Machthabers zugezogen. Bis zuletzt hatte das Regime in Tripolis sie an der Ausreise gehindert.

Obeidi flüchtete mit Hilfe europäischer Diplomaten zunächst nach Tunesien und später nach Katar, von wo sie später nach Bengasi abgeschoben wurde.

amz/AFP

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