US-Luftangriff in Afghanistan Zahl der Todesopfer durch "Moab"-Bombe steigt
Die größte nicht-atomare Bombe der US-Streitkräfte hat in Afghanistan deutlich mehr Menschen getötet als bislang bekannt. Nach Angaben lokaler Behörden starben 94 Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat". Darunter seien vier Kommandeure der sunnitischen Extremisten gewesen, hieß es von der Regionalregierung der Provinz Nangarhar. Die Region gilt als Geburtsstätte des IS in Afghanistan.
Zuvor war von 36 Toten die Rede gewesen. Der Regierung in Kabul zufolge zerstörte die Bombe eine wichtige IS-Kommandozentrale; ein 300 Meter langer Tunnel sei vernichtet worden. "Zum Glück gibt es keine Berichte über getötete Zivilisten", sagte sein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die Zahl der Toten könne noch weiter steigen. Derzeit werde der Ort der Detonation in Augenschein genommen.
Der Abwurf hatte dem Pentagon zufolge Stellungen der Islamisten in Nangarhars Bezirk Achin zum Ziel. Die Bombe vom Typ GBU-43/B wurde aus einer MC-130-Transportmaschine abgeworfen. Sie ist auch bekannt als "Mutter aller Bomben". Sie gilt mit mehr als 8000 Kilogramm Sprengstoff und elf Tonnen TNT-Äquivalent als größter konventioneller Sprengkörper der US-Streitkräfte. Als konventionell bezeichnet man Waffen, die keine chemischen, biologischen oder nuklearen Kampfstoffe enthalten.

Eine Bombe vom Typ GBU-43/B
Foto: HANDOUT/ REUTERSDie USA vermuten, dass sich 600 bis 800 IS-Kämpfer in Afghanistan aufhalten, die meisten davon in Nangarhar. Mehr als 8000 US-Soldaten sind in dem Land stationiert. Sie bilden lokale Einheiten aus und führen Anti-Terror-Missionen durch.
Das Pentagon begründete den Einsatz der riesigen Bombe mit dem Vorstoß der Islamisten in der Region. Diese verstärkten derzeit ihre Verteidigungslinien mit improvisierten Sprengkörpern, Tunneln und Bunkern, hieß es. "Dies ist die richtige Munition, um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen und das Momentum unserer Offensive gegen den IS zu erhalten", zitierte das Verteidigungsministerium den Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, General John Nicholson.