Nach mehr als 500 Tagen in Haft Myanmar lässt zwei Reuters-Journalisten frei

Die Reuters-Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo waren in Myanmar zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, ihr Fall hatte international für Empörung gesorgt. Nun kamen die beiden Pulitzerpreisträger vorzeitig frei.

Wa Lone und Kyaw Soe Oo nach ihrer Freilassung
Ann Wang/ REUTERS

Wa Lone und Kyaw Soe Oo nach ihrer Freilassung


Nach mehr als 500 Tagen im Gefängnis hat Myanmar zwei Reporter der Nachrichtenagentur Reuters freigelassen. Die Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo durften die Haftanstalt in Rangun am Dienstag vorzeitig verlassen, wie die Agentur mitteilte.

Die beiden Männer stammen aus Myanmar und waren im vergangenen September in dem südostasiatischen Land zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie sich bei der Recherche zu Massakern an Muslimen illegal Staatsgeheimnisse beschafft haben sollen. Beide beteuern ihre Unschuld.

Die Reuters-Mitarbeiter hatten über die Tötung von zehn Angehörigen der muslimischen Rohingya-Minderheit berichtet. Basierend auf einem Gesetz aus der Kolonialzeit wurden sie dann für schuldig befunden, "Staatsgeheimnisse" verraten zu haben. Im Januar und dann noch einmal Ende April lehnte ein Gericht die Berufung der beiden Journalisten ab.

Der Fall hatte weltweit Proteste ausgelöst. Wa Lone und Kyaw Soe Oo wurden während ihrer Haftzeit mit dem prestigeträchtigen Pulitzerpreis ausgezeichnet. Nur kurz zuvor hatten sie bereits den Unesco-Preis für Pressefreiheit erhalten.

Myanmar will am Dienstag mit einer Amnestie insgesamt 6520 Gefangene freilassen, wie das Büro von Präsident Win Myint mitteilte. Dieser hatte erst im vergangenen Monat bei zwei Massenamnestien Tausende von Häftlingen begnadigt. In Myanmar ist es üblich, dass die Behörden Gefangene rund um das traditionelle Neujahr freilassen. Es begann am 17. April.

aar/dpa/AFP/Reuters

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