Bericht des US-Außenministeriums Myanmars Militär soll Rohingya-Vertreibung geplant haben

Der brutale Einsatz des myanmarischen Militärs gegen die Minderheit der Rohingya soll "planmäßig und koordiniert" abgelaufen sein. Das Vorgehen zielte laut einem US-Bericht darauf ab, die Bevölkerung zu terrorisieren.

Rohingya auf der Flucht nach Bangladesch
Adam Dean/PANOS

Rohingya auf der Flucht nach Bangladesch


International wächst der Druck auf die Regierung Myanmars, die Verantwortlichen für die Vertreibungen von Hunderttausenden Rohingya zu bestrafen und die Gewalt gegen die muslimische Minderheit zu beenden. Nun liegt ein neuer Bericht des US-Außenministeriums dazu vor. Demnach war der letzte Gewaltausbruch des Militärs im Spätsommer 2017 "extrem, umfangreich und weit verbreitet". Das Vorgehen habe darauf abgezielt, die Bevölkerung zu terrorisieren und zu vertreiben.

"Umfang und Ausmaß der Militäroperation lassen darauf schließen, dass sie sorgfältig geplant und koordiniert war", heißt es in dem Bericht, der nach den Worten von Regierungsvertretern die Grundlage für weitere Sanktionen bilden könnte. Er bewertet die Gewaltkampagne aber nicht als Völkermord oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit, anders als Menschenrechtsorganisationen und Uno-Experten.

Grundlage des Berichts waren mehr als tausend Interviews mit Frauen und Männern der Rohingyas in Flüchtlingslagern im benachbarten Bangladesch. Dorthin waren rund 700.000 von ihnen geflohen. Inzwischen leben in den Camps von Kutupalong knapp eine Million Menschen.

Die muslimische Minderheit der Rohingya wird in Myanmar seit Jahrzehnten unterdrückt und diskriminiert. Die Lage eskalierte vor einem Jahr, nachdem muslimische Extremisten bei Angriffen auf Polizeiposten mehrere Grenzwächter töteten. Das Militär in dem mehrheitlich buddhistischen Land reagierte mit brutaler Gegengewalt und brannte zahlreiche Rohingya-Dörfer nieder. Es gab Tausende Tote.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, kündigte nun an, dass die US-Hilfe für die Rohingyas in Mayanmar und Bangladesch auf 389 Millionen Dollar fast verdoppelt werde. Sie erneuerte zudem die Forderung an die Regierung Myanmars, mehr zu tun, um die Verantwortlichen für die Vertreibungen zu bestrafen.

Dafür sieht sich der Internationale Strafgerichtshof zuständig. Das Gericht entschied mehrheitlich, dass es sich mit dem Schicksal der Rohingya befassen dürfe, obwohl Myanmar den Strafgerichtshof vertraglich nicht anerkannt hat. Ein Teil der Verbrechen habe sich auf dem Territorium von Bangladesch abgespielt - einem Staat der das Statut des Gerichts anerkannt hat. Das Gericht entschied auch, dass es selbst über die Auslegung seiner Kompetenzen befinden könne.

vks/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
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fatherted98 25.09.2018
1. so schlimm...
....der Terror gegen die Bevölkerung auch war/ist....man darf nicht vergessen das ein bewaffneter Anschlag von Rohingya Rebellen der Auslöser war. Immer nur einseitig zu berichten schadet auch der Sache der Opfer....auch ein kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Rohingya...die von den damaligen Kolonialmächten nach Myanmar "verpflanzt" wurden....und der Einfluss des radikalen Islam auf diese Volksgruppe sollte beleuchtet werden. Wie gesagt....das ist keine Rechtfertigung für das Vorgehen der Regierung Myanmars gegen schutzlose Menschen....aber es würde besser helfen die Situation zu verstehen und einzuschätzen.
keine Zensur nötig 25.09.2018
2. Schlimm das Ganze -
nachdem der Konflikt lange Zeit beruhigt war, kamen lustige muselmanische Männchen aus dem Morgenlande und meuchelten einfach mal ihre nicht-muslimischen Mitbewohner. So geht das wohl richtig. Und letztlich gehören die Rohingya tatsächlich nach Bangladesh. Könnte man wissen, so man mal bissel liest. Man hat die Rohingya gewähren lassen bis sie anfingen die staatliche Gewalt in Myanmar zu beseitigen. Das Recht jeden Landes der Erde ist es mit allen Mitteln solchem Treiben ein Ende zu setzen. Besonders schön widerlich - Massenmörder wie Cheney, Bush, Blair, Sarkozy und Co. kommen nicht vor den IStGH. Lasst endlich die Übernahme dahergeschriebener US-Artikel - auch wenn Soros und Co. dafür satt zahlen.
coyote38 25.09.2018
3. Geplant und koordiniert ...
Ja, NATÜRLICH ist eine Militäraktion gegen islamistische Terroristen (die es anstreben, die existierende staatliche Ordnung zu beseitigen) "geplant und korrdiniert". Das sollten Militäraktionen gemeinhin so "an sich haben". Nicht überall auf der Welt ist "Militär = Ursula von der Leyen", wo man schon bei Beginn einer Aktion weiss, dass außer heißer Luft und immensen Kosten nichts dabei rauskommt ...^^
BeatDaddy 25.09.2018
4. Dies
ist ein Kulturkampf allererster Güte, andernfalls hätten sich die buddhistischen Mönche nicht auch dort eingemischt. Mal wieder geht es um die Expansion, bzw. das Stoppen dergleichen, des Islams. Und wie man auch dort wieder bestens sehen kann, sind Menschen dieser Religion nicht in der Lage, sich irgend wo friedllich zu integrieren. Überall gibt es - milde ausgedrückt - Ärger. Man kann diesem Ausbreitungsphänomen so entgegnen wie unsere Kanzlerin oder man wehrt sich gegen diese "feindliche Übernahme" von Staatsgebieten. Der Islam lebt noch in den Zeiten der Vermischung von Staat und "Kirche" und das passt leider nicht in diese moderne Welt, deshalb müssen die Grenzen klipp und klar dargestellt und verteidigt werden. Sollen sie machen, was sie wollen, aber bitteschön bei Ihnen zu Hause...
quelinian 25.09.2018
5. Die Geschichte vom Pferd
Warum erzählt man uns immer die Geschichte vom Pferd? Wir wissen doch alle, dass es sich bei den Rohingya um keine gemäßigte Gruppierung handelt. Warum interessiert sich die USA überhaupt für dafür? Tolerieren sie doch auch das Geschehen in Saudi Arabien. Klar, die liefern ja auch Öl. Wir wissen doch, dass sich die USA für die Rohingya nur interessieren, weil China genau in diesem Gebiet einen Hafen bauen möchte und damit direkten Zugang zum indischen Ozean hätte.
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