Myanmar Oberster Gerichtshof weist Berufung von Reuters-Journalisten ab

Zwei in Myanmar inhaftierte Reuters-Journalisten müssen in Haft bleiben. Das Oberste Gericht des Landes wies einen Berufungsantrag ab. Die Reporter hatten über ein Massaker berichtet.

Khin Maung Zaw (Mitte), Anwalt der Reuters-Journalisten in Myanmar: "Unser Berufungsantrag wurde zurückgewiesen"
Aung Shine Oo / AP

Khin Maung Zaw (Mitte), Anwalt der Reuters-Journalisten in Myanmar: "Unser Berufungsantrag wurde zurückgewiesen"


Der Oberste Gerichtshof Myanmars hat die Berufung von zwei zu sieben Jahren Gefängnis verurteilten Reuters-Journalisten abgewiesen. "Unser Berufungsantrag wurde zurückgewiesen", sagte Anwalt Khin Maung Zaw. Das Gericht habe das Urteil einer niedrigeren Instanz ohne nähere Erläuterung bestätigt. Reuters-Chefredakteur Steve Adler zeigte sich enttäuscht über das Urteil und erklärte, man werde weiter alles tun, um die Reporter so bald wie möglich freizubekommen.

Die beiden Reuters-Mitarbeiter Wa Lone und Kyaw Soe Oo waren im vergangenen September zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Basierend auf einem Gesetz aus der Kolonialzeit wurden die Reporter für schuldig befunden, "Staatsgeheimnisse" verraten zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verfügten sie über geheime Informationen über Sicherheitseinsätze in der Region Rakhine, wo die Armee hart gegen die muslimische Rohingya-Minderheit vorgegangen war.

Ein Polizist sagte allerdings aus, die beiden seien in eine Falle der Sicherheitsbehörden getappt. Ein Vorgesetzter habe die Übergabe geheimer Dokumente an die Journalisten angeordnet, um sie anschließend festnehmen zu lassen. Nach Überzeugung der Nachrichtenagentur sollten die Reuters-Mitarbeiter damit zum Schweigen gebracht werden, nachdem sie ein Massaker an zehn Rohingya untersucht hatten.

cte/AFP/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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ronald1952 23.04.2019
1. Wieder so ein Unrechsstaat
den man Isolieren sollte mit Sanktionen jeder Art. Die einzige Sprache die solche Herrschaften verstehen wenn es ums Geld geht. Wer den freien Journalismus versucht einzuschränken hat Dreck am Stecken.Journalisten muss die freie Berichterstattung gewährleistet werden, im Grunde sollten Journalisten Diplomatenstatus bekommen damit man diese in Ruhe lässt. schönen Tag noch,
fidelernesto 23.04.2019
2. Gleiches Recht für alle
Auch Julian Assange hat sich des gleichen "Verbrechens" schuldig gemacht und über Massaker berichtet. So werden auch die beiden Reuters- Journalisten ihren gerechten Prozess bekommen. Ähnlich wie der Westen im Fall Assange, sollte man der Justiz in Myanmar dann auch zugestehen, einige Anklagepunkte zu konstruieren. Großbritannien und die USA machen´s doch vor.
chiefseattle 23.04.2019
3. Geheimnisse
... gehören zu den wichtigsten Errungenschaften des Menschen. So kann er ALLES rechtfertigen. Als Staat werden Geheimnisse gerne genutzt, um Menschen 'auszuschalten'.
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