Angst vor Gewalt in Myanmar Busse bleiben leer - Rohingya-Flüchtlinge verweigern Rückkehr

3500 der über 740.000 geflohenen Rohingya sollten von Bangladesch nach Myanmar zurückkehren. Doch weil ihnen dort laut Uno sexuelle Gewalt droht, scheiterte die geplante Rückführung.

Ein Flüchtlingslager der Rohingya in Bangladesch: Zurück nach Myanmar wollen die Menschen vorerst nicht
Allison Joyce/Getty Images

Ein Flüchtlingslager der Rohingya in Bangladesch: Zurück nach Myanmar wollen die Menschen vorerst nicht


Die Rückkehr von rund 3500 Flüchtlingen der Rohingya-Minderheit von Bangladesch nach Myanmar ist vorerst geplatzt. "Die Menschen werden nicht in ihre Dörfer zurückkehren", sagte die Uno-Ermittlerin Radhika Coomaraswamy in New York.

Die Behörden in Bangladesch und Myanmar hatten geplant, die Rohingya in ihre Heimat zurückzuführen und stellten dafür am Donnerstag fünf Busse und zehn Lastwagen bereit. Doch niemand soll das Angebot angenommen haben. Die Menschen hätten sich geweigert, Bangladesch ohne Sicherheitsgarantien zu verlassen, erklärte ein Sprecher der Rohingya. Zudem hätten sie eine Zusage der Regierung verlangt, ihnen die Staatsbürgerschaft von Myanmar zu gewähren.

Den Menschen drohe sexuelle Gewalt durch Myanmars Militär, sagte Coomaraswamy. Aus einem veröffentlichten Uno-Bericht geht hervor, dass Myanmars Soldaten "routinemäßig und systematisch" Frauen, Mädchen, Jungen, Männer und Transgender vergewaltigt und sexuell missbraucht haben.

Völkermord gegen Rohingya

Bei den Taten handele es sich zum Teil um Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, heißt es in dem Bericht. Die Ermittler forderten, dass das Militär aufhören müsse, sexuelle Gewalt einzusetzen, um "Minderheiten zu terrorisieren und zu bestrafen". Für den Bericht seien demnach Hunderte Überlebende und Zeugen von sexuellem Missbrauch in den nördlichen Bundesstaaten Kachin und Shan sowie im westlichen Staat Rakhine befragt worden.

Anfang August hatte die Uno bereits härtere Sanktionen gegen das mächtige Militär in Myanmar gefordert. Internationale Regierungen und Firmen müssten ihre Verbindungen zu Unternehmen abbrechen, die unter der Kontrolle der Armee stehen.

Die muslimischen Rohingya gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als illegale Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele der Rohingya schon seit Generationen in Myanmar leben. Mehr als 740.000 Rohingya flohen ins Nachbarland Bangladesch, wo schon zuvor 200.000 Rohingya gelebt hatten.

hba/AFP



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Glaubnixmehr 23.08.2019
1. Rohingya sind doch jetzt zu Hause
Warum sollen die Rohingya wieder umziehen? Dort wo sie jetzt leben, nämlich in Bangladesh, gehören sie doch hin. Dort sind sie willkommen, oder? Dann wäre das Problem doch für alle Seiten gelöst.
Glaubnixmehr 23.08.2019
2. Rohingya sind doch jetzt zu Hause
Warum sollen die Rohingya wieder umziehen? Dort wo sie jetzt leben, nämlich in Bangladesh, gehören sie doch hin. Dort sind sie willkommen, oder? Dann wäre das Problem doch für alle Seiten gelöst.
KR-Spiegel 24.08.2019
3. Zurück zu den 'Ungläubigen'?
Das Militär und Soldaten haben nachweisbar Verbrechen begangen. Rohingyas sind radikale Islamisten, die Buddhisten als Geschöpfe der Hölle und völlig ungeeignet als Mitmenschen oder gar Familienmitglieder erachten. Die Clan-Chefs lehnten Abtreibung der gezeugten Gewaltkinder strikt ab und die betroffenen Rohingya-Frauen sind nun Aussätzige in dieser Gemeinschaft geworden. Die Politik der religiösen Apartheid dieser Gruppe macht sie dauerhaft ungeeignet für die über 100 Ethnien und Religionsgrüppchen von Myanmar. Auch aus Deutschland müsste man die meisten Rohingyas wegen gravierenden Abweichungen vom Grundgesetz zügig aus dem Land werfen.
HeisseLuft 24.08.2019
4. Die Opfer sind die Täter
Zitat von KR-SpiegelDas Militär und Soldaten haben nachweisbar Verbrechen begangen. Rohingyas sind radikale Islamisten, die Buddhisten als Geschöpfe der Hölle und völlig ungeeignet als Mitmenschen oder gar Familienmitglieder erachten. Die Clan-Chefs lehnten Abtreibung der gezeugten Gewaltkinder strikt ab und die betroffenen Rohingya-Frauen sind nun Aussätzige in dieser Gemeinschaft geworden. Die Politik der religiösen Apartheid dieser Gruppe macht sie dauerhaft ungeeignet für die über 100 Ethnien und Religionsgrüppchen von Myanmar. Auch aus Deutschland müsste man die meisten Rohingyas wegen gravierenden Abweichungen vom Grundgesetz zügig aus dem Land werfen.
"Rohingyas sind radikale Islamisten" Wir sprechen hier von Hunderttausenden Vertriebenen. Sie können Ihre Behauptungen auch ein wenig belegen, oder?
Revisor 24.08.2019
5. Die Welt hat an allen möglichen Stellen "lange genug zugesehen",
wie Bevölkerungsgruppen vertrieben oder zwangskonvertiert wurden. Aufregung bereitet der veröffentlichten Meinung und Mitdenkern wie Ihnen aber nur das Schicksal ganz Bestimmter. In der Türkei waren Anfang des 20. Jahrhundert 20 Prozent der Bürger noch Christen. Deren Anteil ist mittlerweile auf unter ein Prozent geschrumpft. Auch im Irak sind Christen massivstem Druck ausgesetzt, so daß es in wenigen Jahren dort überhaupt keine mehr geben wird. Ähnliches gilt im gesamten Nahen Osten.
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